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StartseiteVerbrauchertippBillige Kerzen enthalten mehr Schadstoffe06.12.2018

AdventszeitBillige Kerzen enthalten mehr Schadstoffe

Kerzen haben in der Vorweihnachtszeit Hochkonjunktur: Die Auswahl ist groß, die Preisspanne genauso. Beim Einkauf sollten Verbraucher jedoch auf einige Aspekte achten. Denn viele Produkte rußen, tropfen schnell - und sind sogar gesundheitlich bedenklich.

Von Margret Bielenberg

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Eine rote brennende Kerze. (dpa picture-alliance / Wolfgang Moucha)
Kerzen sind vor allem in der Vorweihnachtszeit beliebt - sie sorgen in vielen Haushalten für eine gemütliche Atmosphere (dpa picture-alliance / Wolfgang Moucha)
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Kerzen "Das warme Licht können Sie nicht nachmachen "

Für Ina Pietsch sind Kerzen in der dunklen Jahreszeit und jetzt besonders vor Weihnachten nicht wegzudenken. Für sie: Gemütlichkeit pur.

"Wir haben im Wohnzimmer-Esszimmer keine Lampen an der Decke. Wir haben nur einen Strahler in der Ecke und ein Schranklicht und dementsprechend haben wir immer Kerzen an, wenn wir nett zusammen sitzen."

Sie kauft Kerzen in allen Größen und sucht sie nach Farben aus. Das ist ihr Hauptkriterium. Danach vergleicht sie die Preise.

"Ich kaufe möglichst günstige Kerzen, weil wir eben auch so einen hohen Verbrauch haben und dann wäre mir das zu schade fürs Geld."

Günstige Kerzen haben allerdings meist keine gute Qualität, sagt Tristan Jorde, Umweltberater der Verbraucherzentrale Hamburg. 

"Billigware zeichnet sich dadurch aus, dass Paraffinteile zusammengepresst werden, sogenannte Presskerzen. Die erkennt man daran, dass sie relativ leicht sind. Die sind eher minderwertige Ware, brennen dann schlechter ab, haben ein schlechteres Schadstoffverhalten beim Abrennen."

Duftkerzen können Allergien auslösen

Das war Ina Pietsch nicht bewusst. Sie verzichtet allerdings auf Duftkerzen. Eine gute Idee, denn solche Kerzen sind oft zusätzlich mit problematischen Stoffen angereichert, die Allergien auslösen können oder die Atemwege reizen. Gute Kerzen entstehen im Guss- oder Wachsziehverfahren. Verbraucher und Verbraucherinnen können sich am RAL-Gütezeichen orientieren, sagt Tristan Jorde. Das legt zum Beispiel strenge Regeln fest: für Rußen und Tropfen, Mindestbrenndauer oder den Wachsrückstand.

"Das heißt noch nicht, dass alles toll ist, aber besser als die, die es nicht haben. Sagen wir mal so. Und grundsätzlich können diese Kerzen sein aus den Materialien Paraffin, das wäre dann eher Erdölbasis oder Stearin, da ist dann Palmöl beteiligt und das hat auch seine eigene Problematik. Oder eben die echten Bienenwachskerzen, das wären sozusagen die ökologisch wertvollsten Kerzen."

Wenn Bienenwachs allerdings aus fernen Ländern wie China oder Südamerika beispielsweise importiert wird, dann ist das wieder weniger ökologisch.

Manche Kerzen haben eine Bio-Kennzeichnung

"Da geht es vor allem dann um den Palmölanbau, dass man da aus nachhaltigem Anbau kommt oder Palmöl ganz vermeidet, was noch besser wäre und das sind so Kriterien, worauf Verbraucher und Verbraucherinnen achten könnten."

Beliebt sind auch Teelichter. Sie sind in ihren Gefäßen sicher, können nicht tropfen, doch ökologisch wertvoll sind die meisten nicht, sagt Tristan Jorde.

"Gerade diese Teelichter haben ein Zusatzproblem, dass sie auch noch mit einer Aluminiumummantelung sind. Das heißt, da haben sie auch noch das Wegwerfproblem eines sehr teuren Rohstoffs nämlich Aluminium, das macht noch zusätzliche ökologische Probleme und das Paraffin, das da drin verwendet wird, ist ein sehr minderwertiges."

Teelichter gibt es zum Beispiel auch aus Bienenwachs und Teelichthüllen können statt aus Aluminium auch aus Glas oder Edelstahl sein. In jedem Fall gilt: Alle, die einen Raum intensiv mit Kerzen beleuchten, sollten unbedingt gründlich lüften. Und: Kerzen nicht unbeaufsichtigt lassen.

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