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StartseiteNachrichten vertieftMuslimbrüder verhaftet26.12.2013

ÄgyptenMuslimbrüder verhaftet

Die ägyptische Übergangsregierung greift gegen die Muslimbruderschaft hart durch. Erstmals sind nun Mitglieder der Bewegung des Ex-Präsidenten Mursi mit der Begründung "Mitgliedschaft in einer Terrororganisation" inhaftiert worden.

Das Bild zeigt ein Plakat, auf dem Ex-Präsident Mursi abgebildet ist (dpa / Vyshinsky Denis)
Die Muslimbruderschaft will weiter für eine Rückkehr von Ex-Präsident Mursi kämpfen (dpa / Vyshinsky Denis)
Weiterführende Information

Ägyptens offizieller Ausnahmezustand endet (Deutschlandfunk, Aktuell, 13.11.2013)

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Die sieben Männer aus der Hafenstadt Alexandria bleiben auf Antrag der Staatsanwaltschaft zunächst 15 Tage in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Mena ist darunter auch der Sohn eines stellvertretenden Vorsitzenden der Bewegung. Außerdem seien in der Provinz Scharkija elf Verdächtige wegen "Mitgliedschaft und ideologischer Unterstützung einer Terrororganisation" festgenommen worden. Weiteren 16 Verdächtigen werde "Anstiftung zur Gewalt" vorgeworfen.

Eine ranghoher Vertreter der Muslimbruderschaft, Ibrahim Munir, sagte in seinem Exil in London, der Protest gegen die amtierende Regierung werde dennoch fortgesetzt. Ein Sprecher der Organisation machte außerdem klar, dass sie weiterhin gegen die Militärführung des Landes .

De-facto-Verbot seit September

Nach dem Anschlag in Mansura vom vergangenen Dienstag hatte die Übergangsregierung die Muslimbruderschaft gestern offiziell als Terrororganisation eingestuft. Dadurch können künftig alle Mitglieder der Muslimbruderschaft, aber auch ihre Unterstützer strafrechtlich verfolgt werden.

Bei dem Anschlag handelte sich um den schwersten seit dem Sturz Mursis im Juli. Die Muslimbruderschaft selbst hat den Anschlag verurteilt, zu dem sich eine aus dem Sinai operierende Islamistengruppe namens Ansar Bait al-Makdis bekannte.

Der Muslimbruderschaft ist per Gerichtsurteil de facto bereits seit September verboten. Die Behörden werfen der islamistischen Bewegung auch vor, bewaffnete radikalislamische Aufständische auf der von andauernden Unruhen erschütterten Sinai-Halbinsel zu finanzieren und auszubilden. Nahezu die vollständige Führungsriege der Muslimbrüder und Tausende andere Islamisten wurden nach Mursis Sturz verhaftet. Bei der Niederschlagung der Proteste gegen Mursis Entmachtung wurden landesweit mehrere hundert seiner Anhänger getötet.

 

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