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ÄthiopienRegierungstruppen drohen mit Angriff auf Regionalhauptstadt Mekele

Eine Karte von Äthiopien, Tigray (AP/FDuckett)
Die Region Tigray im Norden Äthiopiens (AP/FDuckett)

In Äthiopien ist auch nach wochenlangen Kämpfen kein Ende des Konflikts um die Region Tigray abzusehen.

Die Regierungstruppen drohen mit einem Großangriff auf die Hauptstadt der Region, Mekele. Ein Armeesprecher forderte die rund 500.000 Einwohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. Das Militär hatte in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben mehrere Städte eingenommen, darunter Aksum und das 100 Kilometer nördlich von Mekele gelegene Edaga Hamus. Die Regionalregierung von Tigray warf den Streitkräften vor, mehrere Zivilisten getötet zu haben. Die Zentralregierung bestreitet dies.

In der nordäthiopischen Grenzregion gibt es seit Monaten Spannungen. Die dort regierende Volksbefreiungsfront TPLF dominierte drei Jahrzehnte lang die äthiopische Politik, bevor Regierungschef Abiy 2018 an die Macht kam. Die TPLF erkennt ihn nicht an. - Bei den Kämpfen wurden Berichten zufolge hunderte Menschen getötet. Zehntausende flohen in den Sudan. Beobachter befürchten, dass sich die Gefechte ausweiten und die ganze Region destabilisieren könnten.

Diese Nachricht wurde am 22.11.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.