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StartseiteSport AktuellFIFA zieht Fußball-Präsidenten aus dem Verkehr12.12.2018

Afghanistan FIFA zieht Fußball-Präsidenten aus dem Verkehr

Attacken, Geld-Angebote für Sex und körperliche Gewalt: Der afghanische Frauenfußball wird von einem Skandal erschüttert. Mehrere afghanische Nationalspielerinnen warfen Funktionären und Trainern vor, sie sexuell belästigt zu haben. Jetzt zog die FIFA erste Konsequenzen.

Von Arne Lichtenberg

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22.09.2013, Afghanistan, Kabul: Keramuddin Karim, Präsident des Afghanistan Football Federation (AFF), spricht mit dem Publikum während einer Pressekonferenz. (S. Sabawoon/EPA/dpa)
Keramuddin Karim, Präsident des Afghanistan Football Federation (AFF) (S. Sabawoon/EPA/dpa)
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Die FIFA Ethik-Kommission hat Keramuddin Karim für vorerst 90 Tage von allen nationalen und internationalen Aktivitäten gesperrt. Zuvor hatte auch die afghanische Justiz Karim und fünf weitere Funktionäre aus dem Verkehr gezogen.  

Hintergrund sind die Ereignisse im vergangenen Februar: Während eines einwöchigen Trainingslagers mit zwei Länderspielen in Jordanien soll es zu Übergriffen auf mehrere afghanische Nationalspielerinnen gekommen sein.

FIFA ermittelt mit Vereinten Nationen

Eine die die Anschuldigungen erhebt ist Ex-Nationalspielerin Chalida Popal. Sie war mit dabei im Trainingscamp in Jordanien. "Zwei männliche Funktionäre sind betrunken in eines der Zimmer einer Spielerin gegangen und haben versucht sie zu begrapschen."

Der Fußball-Weltverband hat nach eigenen Angaben Untersuchungen aufgenommen. Man arbeite mit den Vereinten Nationen zusammen, hieß es aus Zürich, auch, um die Sicherheit der Spielerinnen zu gewährleisten. Chalida Popal sieht das kritisch. 

Sportartikelhersteller Hummel beendet Zusammenarbeit

"Ich habe das im April 2018 an die FIFA gemeldet, doch es dauerte ewig. Wir wollen jetzt den Druck auf die FIFA erhöhen, damit sie endlich Untersuchungen einleitet und den Opfern hilft." 

Der afghanische Verband wies derweil alle Vorwürfe entschieden zurück. Der dänische Sportartikelhersteller Hummel hatte schon nach Bekanntwerden der Anschuldigungen die Zusammenarbeit mit dem Verband beendet.

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