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AfghanistanRegierungstruppen dringen in Kundus ein

Afghanische Sicherheitskräfte in Kundus (dpa / picture-alliance / Jawed Kargar)
Afghanische Sicherheitskräfte in der Nähe des umkämpften Kundus (dpa / picture-alliance / Jawed Kargar)

Die afghanische Armee ist ins Zentrum von Kundus vorgestoßen. Die Soldaten zwingen nach Regierungsangaben die Taliban-Kämpfer zum Rückzug. Die Islamisten widersprechen: Die Sicherheitskräfte hätten die Provinzhauptstadt nicht zurückerobert.

"Spezialkräfte kontrollieren jetzt die Stadt Kundus", schrieb der Sprecher des afghanischen Innenministeriums, Sedik Sedikki, im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Taliban hätten "schwere Verluste erlitten". Nun werde Kundus von "Terroristen gesäubert". Allerdings laufe der Einsatz noch und könne einige Tage andauern, da sich die Kämpfer in Häusern verschanzt hielten.

Die Taliban widersprachen dieser Darstellung. "Die feindlichen Behauptungen zu Kundus sind nicht wahr", sagte ein Sprecher der Taliban laut Reuters. Man kontrolliere weiterhin große Teile der Stadt. Unabhängige Bestätigungen gibt es bislang nicht. Einwohner der Stadt berichteten, die Kämpfe gingen in einigen Teilen der Stadt weiter.

Afghanistans Armee braucht positive Meldungen

Die afghanische Armee ist auch in der Propagandaschlacht mit den Taliban auf positive Nachrichten angewiesen, . Kundus ist die erste Provinzhauptstadt, die seit dem Beginn des Afghanistan-Krieges 2001 zumindest zwischenzeitlich wieder unter der Kontrolle der Taliban stand - was ein Prestigegewinn für den neuen Talibanführer Mullah Mansour ist. 

Die Islamisten hatten am Montag mit rund 2.000 Kämpfern die Macht in Kundus übernommen. Die Gegenoffensive der afghanischen Spezialkräfte wurde von den USA mit Luftangriffen unterstützt. Ein Bewohner der Stadt sagte der Nachrichtenagentur AFP, im Zentrum der Stadt seien afghanische Soldaten zu sehen. Auf den Straßen lägen Leichen von Taliban-Kämpfern. In manchen Teilen der Stadt werde allerdings noch gekämpft.

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, warnte vor einer Eskalation in Afghanistan. Man dürfe kein Machtvakuum riskieren, sagte er im Deutschlandfunk. Angesichts des Wiedererstarkens der Aufständischen sei ein Auslaufen des Mandats zum jetzigen Zeitpunkt obsolet.

(nch/jm)

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