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StartseiteVerbrauchertippKein Gerät kann wirklich überzeugen27.05.2019

AkkustaubsaugerKein Gerät kann wirklich überzeugen

Akkustaubsauger sind praktisch - aber oft doppelt so laut wie die Modelle mit Kabel. Das ist eines der Ergebnisse der Stiftung Warentest, die sich die modernen Sauger genauer angeschaut hat. Auch in puncto Akkuleistung schnitten die meisten Geräte schlecht ab.

Von Dieter Nürnberger

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Staubsauger auf Eichenparkett (imago / Chromorange)
Viele Akkustaubsauger schnitten bei der Stiftung Warentest schlecht ab (imago / Chromorange)
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Schon kurz nach dem Anschalten der Akkustaubsauger fiel der Stiftung Warentest eines sofort auf: Im Vergleich zu herkömmlichen Bodenstaubsaugern sind die kabellosen Akku-Modelle oft doppelt so laut, vor allem auf Teppichböden. Nur einer der zehn Testkandidaten konnte bei diesem Nebenaspekt punkten - ein Modell von "Rowenta", welches passenderweise die Bezeichnung "Extreme Silence" trug.

Doch dürfte die Geräuschentwicklung bei der Kaufentscheidung keine so große Rolle spielen, gelten Akkustaubsauger doch erst einmal als komfortabel: Sie sind wendig, schnell zur Hand und auch recht platzsparend verstaut.

Schlechte Saugleistung bei vielen Modellen

Zehn kabellose Staubsauger untersuchte die Stiftung Warentest. An erster Stelle stand dabei natürlich die Saugleistung. Und da bei der vorherigen Untersuchung gleich acht von zehn Modellen mit "mangelhaft" bewertet wurden, durfte man gespannt sein, ob die neueren Modelle ausgereifter sind, sagt Warentester Lucas Tenberg.

"In unserem aktuellen Test hat kein Gerät wirklich gut abgeschnitten. Aber es gibt durchaus zwei Modelle, die gut saugen. Sie bekommen also ihre Kernkompetenz ganz gut hin - sowohl auf Teppich und auch auf Hartboden. Hinzu kommt, dass die auch recht gut Tierhaare aufsaugen können. Bei einigen anderen Geräten aber gab es aber nach wie vor Probleme, dass sie auf Böden nicht gut gesaugt haben. Viel Dreck und Schmutz blieb somit auch liegen."

Die Unterschiede bei der Saugleistung waren gravierend: Die beiden besten Akku-Modelle konnten auf Hartböden immerhin knapp 90 Prozent des Staubs aufsaugen, die anderen im Testfeld schafften im Schnitt nur halb so viel. Dass jedoch keiner der kabellosen Staubsauger eine gute Gesamtbewertung bekam, hing auch mit eher geringen Akku-Leistungen zusammen.

"Bei den Akkustaubsaugern in unserer Untersuchung ist schon vorgekommen, dass bei den Modellen nach acht bis 15 Minuten - wenn sie unter Vollleistung gearbeitet haben - der Saft zu Ende ging. Hinzu kommen dann auch noch sehr lange Wartezeiten, bis der Akku wieder voll ist. Also: Wir hatten beispielsweise hier auch ein Gerät mit 6 Stunden Wartezeit."

Für Allergiker ungeeignet

Zudem fiel auf, dass die Akkusauger einiges von dem, was sie aufsaugen, wieder herauspusten. Das bekommen Bodenstaubsauger in der Regel besser hin, sagt Warentester Lucas Tenberg. Ebenfalls negativ bewertet: Während kabelgebundene Bodensauger meist mit einem Staubbeutel arbeiten, verwenden Akku-Sauger eine Box. Auch das eine staubige Angelegenheit.

"Dreck, Staub und Tierhaare, alles was so am Boden eingesaugt wird, landet in diesen Boxen. Beim Entleeren wird aber viel Staub durch die Gegend gewirbelt. Und das ist vor allem für Allergiker quälend."

Am Ende bekamen nur die beiden Modelle mit guter Saugleistung noch die Gesamtnote "befriedigend". Die Akkustaubsauger von "Bosch" und "Dyson" kosten 450, beziehungsweise 565 Euro und gehören damit zu den teureren Modellen in der Untersuchung.

Beim Stromverbrauch schnitten die meisten Akkusauger mindestens mit "gut" ab. Allerdings werden Staubsauger derzeit ohne Energie-Label verkauft. Der Grund: Ein britischer Hersteller hatte gegen die EU-Regeln zur Ermittlung der Verbrauchswerte geklagt und Recht bekommen. Nun wartet die Branche auf neue Vorschriften.

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