Die Nachrichten
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11. Mai 2021Die Wirtschaftspresseschau

Noch immer beschäftigt die Verfasser der Wirtschaftskommentare das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutzgesetz.

Bei einer Greenpeace-Aktion steht ein CO-2-Schriftzug, aus dem Flammen schlagen, vor dem Brandenburger Tor.  (picture alliance/dpa-Zentralbild / Paul Zinken)
Klimaneutralität bis 2045 und damit weniger Co2-Ausstoß sind für die Wirtschaft eine Herausforderung. (picture alliance/dpa-Zentralbild / Paul Zinken)

Das HANDELSBLATT glaubt, dass mit dem Inkrafttreten der überarbeiteten Version eine neue Epoche beginnen wird:

"Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen ist für alle Sektoren eine Riesenherausforderung. Ganz besonders betrifft es Teile der Industrie. Große und innovative Branchen, die am Anfang geschlossener Wertschöpfungsketten stehen, um die Deutschland weltweit beneidet wird, müssen ihre Prozesse einmal komplett umbauen. Sie brauchen Geld vom Staat und vor allem Verlässlichkeit über Jahre und Jahrzehnte. Der Klimaschutz hat bei ihnen schon vor Jahren einen Transformationsprozess eingeleitet, der enorme Summen verschlingt. Jetzt werden sie das Tempo noch deutlich erhöhen müssen."

Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg weitet den Blick auf die gesamte Gesellschaft:

"Wer die Klimawende will, muss bereit sein, jede Handlung zu hinterfragen: Ist es zum Beispiel ökologischer, bei Amazon zu bestellen oder die Ware erst in Geschäfte auszuliefern und sie dort vom Kunden kaufen zu lassen? Sind Wochenendausflüge noch vertretbar? Wie sieht die Klimabilanz der Zoos aus? Muss man Kinos oder Museen schließen, wenn zu wenig Publikum kommt? Und was wiegt überhaupt schwerer: Die soziale Verantwortung oder die ökologische? Das alles sind Fragen, die hinter einem klugen, aber eben auch sehr radikalen Karlsruher Urteil stecken."

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG analysiert das Sparverhalten der Deutschen:

"Immer mehr Menschen in Deutschland investieren ihr Geld in Aktien und Fonds. Und man ist geneigt zu sagen: Endlich! Zur Wahrheit gehört aber auch: Anleger müssen sich informieren und von der Aktie überzeugt sein, um bei Kursschwankungen nicht nervös zu reagieren. Kurzfristige Rückschläge sind permanent möglich, auch wenn die Zeit lehrt: Die Börse steigt langfristig immer. Aber dabei ist oft langer Atem gefragt."

Der WIESBADENER KURIER erklärt, warum viele Deutsche ihr Geld immer noch auf Sparbüchern liegen lassen, und warum das nicht gut ist:

"Wer mit einem niedrigen Einkommen in normalen Zeiten gerade so über die Runden kommt, gerät nach monatelanger Kurzarbeit an finanzielle Grenzen. Und auch wenn Aktieninvestments Steigerungsraten verzeichnen, liegen noch immer enorme Summen in Spareinlagen - und verlieren kontinuierlich an Wert. Es gibt dort keinen Zinsertrag mehr, der zum Vermögensaufbau beiträgt. Im Gegenteil. Nicht nur 'Verwahrentgelte' setzen dem Gesparten zu, sondern auch die Inflation."