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16. Oktober 2018Die Wirtschaftspresseschau

Ein Thema sind die gestrigen Durchsuchungen an mehreren Opel-Standorten und der angekündigte Rückruf von rund 100.000 Diesel-Fahrzeugen, in denen offenbar unzulässige Abschalt-Einrichtungen verbaut wurden.

Opel-Werk in Rüsselsheim (dpa/Arne Dedert)
Opel-Werk in Rüsselsheim (dpa/Arne Dedert)

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG schreibt:

"Den Rüsselsheimer Autohersteller treffen die Durchsuchungen in einer Phase, in der er alle Kraft in die eigene Sanierung legen müsste. Der erhärtete Anfangsverdacht schadet dem Ruf des Unternehmens unter Autokäufern und verursacht Unruhe nach innen, ganz zu schweigen von den sicher nicht unbeträchtlichen Anwaltskosten. Für die Branche bedeutet der neue Fall Opel, dass sie das Kapitel Diesel-Manipulationen nicht abschließen kann."

Nach Ansicht der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG zeigt der Fall Opel, dass die Behörden angesichts wachsender Luft-Probleme in den Städten den Druck auf die Industrie erhöhen:

"Die Branche verliert die Unterstützung der Politik, weil fragwürdige Technik offenbar auch in neue Autos eingebaut wurde. Und weil sie beim Beheben der Probleme auf Zeit spielt. Die neuen Ermittlungen im Abgas-Skandal machen aber noch mehr klar: Sie zeigen, wie lange die Behörden bei der Verschleppung des Skandals selbst mitmachten. Schon seit drei Jahren sind im Bundesverkehrsministerium Hinweise auf Abschalteinrichtungen bei Opel bekannt."

Die Ökostrom-Umlage soll nächstes Jahr leicht sinken, bei den Kommentatoren kommt deshalb aber keine Freude auf. Die Politik feiere das zwar als Erfolg, meint die VOLKSSTIMME aus Magdeburg, doch:

"Wer genau hinschaut, erkennt den Taschenspielertrick. Die Kosten für den Ausbau der Windenergie in Nord- und Ostsee verzehnfachen sich nämlich und werden voll dem privaten Verbraucher in Rechnung gestellt. Linke Tasche, rechte Tasche - eine Umverteilung innerhalb der Stromkosten. Da auch bei den Netzentgelten höhere Kosten zu erwarten sind, werden die meisten Versorger ihre Preise anheben. Das ist die eigentliche Nachricht, die Millionen Verbraucher interessiert."

"Die EEG-Umlage sollte einfach ersatzlos gestrichen werden", findet DER TAGESSPIEGEL aus Berlin:

"Neue Ökostromkraftwerke sind so günstig, dass sie kaum noch Zusatzkosten verursachen. Und die Folgen der politischen Sünde, erneuerbare Stromproduktion lange Zeit massiv zu hoch zu fördern, gehört in den Staatshaushalt integriert, nicht dem Stromverbraucher aufgebürdet. Schon allein, um die Nutzung des immer grüneren Stroms zum Beispiel für Elektroautos attraktiver zu machen."