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2. August 2021Die Wirtschaftspresseschau

Bundesfinanzminister Scholz will die Corona-Hilfen mindestens bis zum Jahresende verlängern.

Auf einem Kontoauszug ist die eingegangene "Novemberhilfe" ausgewiesen (dpa)
Bundesfinanzminister Scholz will die Corona-Hilfen bis zum Jahresende verlängern. (dpa)

Dazu schreibt der MÜNCHNER MERKUR:

"Wichtiger als immer neue Hilfszusagen für Corona-Betroffene wäre jetzt das klare Bekenntnis der Parteien zu einer Wende in der Viruspolitik. Ohne Vertrauen geht es nicht: Wer in einer Branche ums Überleben kämpft, über die eine übervorsichtige Regierung bald den Delta-Lockdown verhängen könnte, überlegt sich dreimal, ob er trotz Staatsknete durchhalten soll. Gastronomie, Hotellerie, Kultur und Sport müssen darauf bauen können, dass steigende Inzidenzen nicht zur nächsten Vollbremsung führen. Bürger und Betriebe brauchen das Signal, dass jetzt, da jeder ein Impfangebot hatte, der Nanny-Staat die Verantwortung in die Hände der Bürger zurücklegt."

Die Zeitung ND.DER TAG kommentiert:

"Wenn SPD-Kanzlerkandidat Scholz sich dafür ausspricht, dass die Corona-Hilfen bis Ende des Jahres verlängert werden, dann steckt darin natürlich ganz viel Wahlkampf. Es soll sagen: Da ist einer, der Wirtschaft und Menschen im Blick hat, der handelt, der darauf aufpasst, dass keiner zurückgelassen wird. Doch steckt in den Äußerungen des Sozialdemokraten auch eine Ahnung, dass die Krise noch längst nicht überstanden ist. Auch wenn das Bruttoinlandsprodukt zuletzt wieder um 1,5 Prozent gewachsen ist, ist die hiesige Wirtschaft noch längst nicht über den Berg."

Das HANDELSBLATT thematisiert die Entwicklung des europäischen Bankensektors:

"Die Katastrophe ist ausgeblieben – sowohl in der Praxis als auch in der Theorie. Europas Banken sind bislang deutlich besser als befürchtet durch die Pandemie gekommen, und auch der gerade abgeschlossene Stresstest der Aufseher zeigt, dass das europäische Finanzsystem im Großen und Ganzen stabil ist. Natürlich können die Banken weiter eine Sparrunde nach der anderen einleiten und nebenbei noch versuchen, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, aber wenn sich am Status quo in der EU nichts ändert, werden die europäischen Geldhäuser immer weiter hinter die Konkurrenz aus den USA und Asien zurückfallen. Die Gleichung ist simpel: Ohne die Vollendung von Banken- und Kapitalmarktunion wird Europa niemals zu den führenden Regionen in der Welt aufschließen können."

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG zieht bereits eine Bilanz der China-Politik von Bundeskanzlerin Merkel:

"Die Bundeskanzlerin mag sich über die Natur der Herrschaft von Präsident Xi Jinping im Inneren so wenig Illusionen gemacht haben wie über seinen Machtanspruch nach außen. Sie mag auch von einer gemeinsamen europäischen Politik gegenüber der Führung in Peking gesprochen haben. In der praktischen Umsetzung riskierte sie in den vergangenen Jahren aber weder deutsche Wirtschaftsinteressen noch eine Situation, in der sich die Wut der chinesischen Machthaber über Kritik aus dem Ausland allzu sehr gegen Deutschland gerichtet hätte."