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31. März 2020Die Wirtschaftspresseschau

Deutschlandfunk - die Wirtschaftspresseschau

Milliardenhilfen gegen den Wirtschaftsabsturz durch die Coronakrise (dpa)
Milliardenhilfen gegen den Wirtschaftsabsturz durch die Coronakrise (dpa)

In den Kommentaren geht es um das Sondergutachten der "Wirtschaftsweisen", nach dem mit einem Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 2,8 bis 5,4 Prozent infolge der Corona-Krise zu rechnen ist.

Bei genauem Hinsehen sei das gar keine Hiobsbotschaft, findet die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:

"So hält es der Rat für das wahrscheinlichste Szenario, dass im Sommer zumindest in Deutschland das Schlimmste überstanden ist und sich die Wirtschaft auf breiter Front erholt. Zwar ist die Hoffnung trügerisch: Allein die Furcht vor weiteren Infektionswellen dürfte Unternehmen und Konsumenten zögern lassen, sich auf eine schnelle Rückkehr in die Normalität vorzubereiten. Gerade deshalb ist aber mit Schwarzmalerei nichts gewonnen. Ein Ende der Krise im Sommer wäre wichtig - und ist möglich."

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG bemerkt:

"Den Laden wieder auf Touren zu bringen wird nicht einfach sein, wie die Wirtschaftsweisen aufgezeigt haben. Es ist aber möglich, weil Deutschland kein tiefgehendes strukturelles Problem hat. Es mag Verluste und Rückschläge auf diesem Weg geben. Doch niemand fällt im Sozialstaat Deutschland ins Bodenlose. Und sicher ist auch: Wer Hilfe beim Neustart braucht, der wird sie bekommen. Selten saß das Geld bei Vater Staat so locker wie in diesen Tagen."

Für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG stellt sich eine andere Frage, nämlich:

"Dürfen sich Unternehmen an staatlichen Krediten oder Leistungen aus der Sozialversicherung bedienen, zugleich aber ihre Aktionäre weiter mit Sonderausschüttungen und Dividenden bei Laune halten? Ein derartiges Verhalten erschüttert die Grundfesten der sozialen Marktwirtschaft. Es nährt das Gefühl, dass sich Konzerne und Aktionäre bedienen, während kleine Firmen vergeblich um KfW-Kredite betteln. Darum ist es gut, dass die Bundesregierung diese jetzt auch mit entsprechenden Auflagen zur Dividende verbinden will."

Das HANDELSBLATT schreibt:

"Die abrupten Dividendenstreichungen der Lufthansa und des Triebwerkherstellers MTU mögen betriebswirtschaftlich gerechtfertigt und geboten sein. Andererseits vertrauen die Anteilseigner der Unternehmen - und das sind die Aktionäre - auf verlässliche Dividenden. Wer sich in der Vergangenheit dem Druck verweigerte, prozentual immer mehr vom Gewinn auszuschütten, hat jetzt die Chance, seine Dividendentradition auch in der Krise fortzusetzen. Auf Dauer werden es die Anleger ihren Unternehmen danken und die Aktien auch dann noch halten, wenn sie in schweren Krisen mal kräftig abstürzen."