Die Nachrichten
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25. Januar 2021Die Wirtschaftspresseschau

Ein Thema heute ist die weltweite Armut, die in der Corona-Pandemie merklich zugenommen hat.

Armenviertel mit Wellblechhütten am Stadtrand von Addis Abeba, Äthiopien (imageBROKER/Roland Marske)
An Social Distancing ist kaum zu denken: Hütten am Stadtrand von Addis Abeba. (Archivbild vom 08.05.2018) (imageBROKER/Roland Marske)

Eigentlich, notiert die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, sei der Kampf gegen die extreme Armut in den vergangenen Jahrzehnten eine Erfolgsgeschichte gewesen:

"Jahr für Jahr sinkt die Zahl der Menschen, die weniger als 1,90 Dollar am Tag zur Verfügung haben. Doch Covid-19 wirft die Welt in diesem wichtigen Kampf enorm zurück: Zum ersten Mal seit 1998 steigt die Zahl die Menschen in extremer Armut wieder an. Das ist eine dramatische und zu häufig übersehene Folge der Pandemie. Damit sich die globale Ungleichheit nicht noch weiter verschärft, ist deutlich mehr internationale Hilfe nötig."

DER TAGESSPIEGEL aus Berlin schreibt:

"Wie jedes Jahr vor dem Weltwirtschaftsforum prangert die NGO Oxfam an, dass die Ungleichheit immer weiter wächst. Und sie hat recht! Worin Oxfam allerdings falsch liegt, ist die Schussfolgerung aus dieser Analyse. Es ist nicht an der Zeit, das Wirtschaftssystem umzukrempeln, sondern das geltende Regelwerk anzuwenden. Außerdem geht es um die Schaffung von Arbeitsplätzen, Innovationen und Wohlstand."

Obwohl das Weltwirtschaftsforum dieses Jahr nicht in Davos stattfindet, sondern in abgespeckter Form online, gibt es nach Ansicht der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG

"starke inhaltliche Gründe, warum die Welt auch und vielleicht gerade im Januar 2021 den Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft nötig hat - und sei es via Internet. Die Corona-Pandemie hat die Welt in einem Ausmaß aus den Angeln gehoben, wie man dies vor Jahresfrist allenfalls in theoretischen Krisenszenarien oder Science-Fiction-Romanen für möglich hielt. So gesehen, ist Davos ohne Davos einen Versuch wert."

Der KÖLNER STADT-ANZEIGER schließlich hält fest, dass sich im weltweiten Wettbewerb um die Corona-Impfstoffe die Kräfteverhältnisse gerade umkehrten:

"Die Hersteller der begehrten Vakzine diktieren die Lieferbedingungen, und der Politik bleibt nichts anderes übrig, als die Ansagen zu akzeptieren. Die gefeierten Impfstoffpioniere des Konsortiums Biontech/Pfizer haben erst wegen der Produktionsumstellung in einem belgischen Werk ihre kurzfristigen Lieferzusagen gekürzt und dann eigenmächtig beschlossen, auch noch die Abrechnungsmodalitäten zu ändern. Auch das britisch-schwedische Unternehmen Astra Zeneca führt die Politik gerade vor."