Die Nachrichten

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18. Juli 2019Die Wirtschaftspresseschau

Zwar hat sich der Umsatz mit fair gehandelten Produkten in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt, doch Begeisterung löst das bei den Kommentatoren nicht aus.

Ein Schild mit der Aufschrift (dpa / David Ebener)
Ein Schild mit der Aufschrift (dpa / David Ebener)

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG erklärt:

"Gerade einmal 1,4 Milliarden Euro oder 0,5 Prozent setzte die Branche mit fair gehandelter Ware um. Den größten Umsatz machen Produkte mit dem bekannten Fair-Trade-Siegel, die auch im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel zu finden sind. So kauft der Verbraucher hier und da mal eine fair gehandelte Banane. Den großen Wandel aber gibt es in Deutschland noch lange nicht."

Das liegt nach Einschätzung der TAGESZEITUNG - TAZ - hauptsächlich am...

"etablierten System des globalen Handels. Es treibt derzeit Hunderttausende Kaffeebauern in den Ruin. Gleichzeitig stoßen sich Konzerne, Röster und Baristas im Norden am Modeprodukt Kaffee gesund. Dabei gibt es Lösungen für diese unfassbare Unverhältnismäßigkeit. Vergleichsweise moderat: die Streichung der Steuer für fairen Kaffee. Effizienter und ehrlicher: nachprüfbare Verpflichtung hiesiger Firmen, in ihren Lieferketten die Würde der Produzenten zu achten."

Auf Drängen des Bundeskartellamts hat Amazon die Geschäftsbedingungen für Händler, die die Plattform nutzen, geändert. Allerdings, so die FRANKFURTER RUNDSCHAU,

"eine substantielle Verbesserung ihrer Rechte oder gar Mitsprachemöglichkeiten bedeutet das nicht. Dennoch ist das Urteil ein Fingerzeig, dass auch Amazon nicht nach Belieben operieren kann. Künftig dürfen Händler vor deutschen Gerichten mit deutschem Recht klagen. Das Tor ist auf für Musterprozesse. Und: EU-Wettbewerbskommissarin Vestager prüft die Kernfrage, ob sich die Plattform Vorteile verschafft, indem Daten der Händler ausgewertet werden."

Facebook löst mit seiner geplanten Digitalwährung auch bei den Finanzministern der G7-Industriestaaten erhebliche Bedenken aus. Die BÖRSEN-ZEITUNG glaubt, dass...

"die meisten Politiker die Geschwindigkeit sogar noch unterschätzen, mit der eine Kryptowährung von Facebook weltweit angenommen werden könnte. Selbst wenn Libra strengen Auflagen unterliegen würde, um Geldwäsche, die Finanzierung von organisierter Kriminalität, Menschenhandel und Terrorismus zu verhindern, würde das nichts daran ändern, dass Facebook seine Macht mit der Einführung einer solchen Währung nur noch weiter ausbauen würde. Dabei hat der Konzern bereits jetzt genau wie die anderen Internetgiganten viel zu viel davon."