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15. November 2018Die Wirtschaftspresseschau

Trotz des leichten Rückgangs des deutschen Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal bleiben die Kommentatoren vorsichtig optimistisch.

Neuwagen stehen auf einem Verladeplatz nahe Michendorf (Brandenburg). (dpa / picture alliance / Ralf Hirschberger)
Neuwagen stehen auf einem Verladeplatz nahe Michendorf (Brandenburg). (dpa / picture alliance / Ralf Hirschberger)

"Ein Minus macht noch keine Rezession", beruhigt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG.

"Allerdings erinnert das ungewohnte Vorzeichen vor einer deutschen Konjunkturmeldung unsanft daran, dass die Wirtschaft selbst hierzulande nicht nur eine Richtung kennt. In erster Linie sieht man die 'Schuld' bei der Autoindustrie. Aber wer Augen hat, sieht eben auch die Hand des nicht besonders glücklich und stringent regulierenden Staates. An der kleinen Bremsspur im Wachstum ist die übereifrige Klima- und Umweltschutzpolitik zumindest mitbeteiligt. Größere Risiken für den Aufschwung zeichnen sich durch den leergefegten Arbeitsmarkt ab. Auch hier haftet die Politik mit."

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG meint:

"Der Quartalsschock stimmt darauf ein, dass der Boom zumindest abflaut. Die Politiker sollten deshalb aber nicht jammern. Sondern handeln. Der Konsum wird sich durch Rekordbeschäftigung und Lohnsteigerungen noch eine Weile gut entwickeln. Nun sollte ihn die Bundesregierung zusätzlich stärken: Indem sie Normalverdiener ernsthaft von Steuern und Abgaben entlastet, damit die mehr Netto haben – und ausgeben können. Dumm ist nur, dass Union und SPD eine solche Reform in ihrer auf einzelne Wählerklientelen abgestimmten Ausgabenwut völlig vergessen."

Und die BÖRSEN-ZEITUNG fasst zusammen:

"Die Hauptbelastungsfaktoren sind bekannt: Italien, Brexit und die Handelspolitik von US-Präsident Trump. Als Lichtblick sollte gelten, dass sich zumindest die britischen Unterhändler mit denen der EU geeinigt haben. Zudem laufen immerhin die Gespräche aller am globalen Handelsstreit beteiligten Parteien. Die Zeiten der Hochkonjunktur mögen vorbei sein, doch es gibt Lichtblicke, wohin man schaut – wenn man denn sehen möchte."

À propos Brexit-Einigung. Dazu bemerkt die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz:

"Alle Seiten haben gelernt: Der Brexit ist kein Stichtag, sondern ein langwieriger und mitunter auch sehr mühsamer Prozess, der sich über viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hinzieht. Und der begleitet von der Frage sein wird, ob es nicht doch unterm Strich besser wäre, dieses Vorhaben wieder abzublasen. Denn im Laufe dieser Beratungen ist nicht nur den Insulanern, sondern auch den Europäern vor Augen geführt worden, wie viele Fragen nur von und in einer starken Gemeinschaft befriedigend gelöst werden können."