Die Nachrichten

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18. Februar 2020Die Wirtschaftspresseschau

Auf besonderes Interesse stößt eine Bertelsmann-Studie: Danach könnten bei einer Zusammenlegung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung die Beiträge der gesetzlich Versicherten deutlich sinken.

Eine elektronische Gesundheitskarte der gesetzlichen Krankenversicherung (imago images/Martin Bäuml Fotodesign)
Eine elektronische Gesundheitskarte der gesetzlichen Krankenversicherung (imago images/Martin Bäuml Fotodesign)

Nach Auffassung der FRANKFURTER RUNDSCHAU ist das deutsche Krankenversicherungssystem anachronistisch:

"Dafür bedarf es keiner neuen Studie. Denn gesunde Gutverdiener und die tendenziell ebenfalls einkommensstarken Staatsdiener können sich privat versichern. Dadurch entsteht eine Zweiklassengesellschaft mit Nachteilen für alle. Die Versorgung der Kassenpatienten ist häufig nur mittelmäßig, Privatversicherte werden oft über das medizinisch sinnvolle Maße hinaus behandelt. Es wird aber leider vorerst keine Mehrheit für die Einführung einer Bürgerversicherung geben."

Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER schreibt:

"Eine Reform des Systems ist auch deshalb so schwierig, weil es um viel mehr geht als um die Krankenversicherung. Stärkster Pfeiler der Privaten sind die Beamten. Für eine Reform müsste also auch die Beamtenversorgung neu geregelt werden - mit Zuschüssen zur Krankenversicherung anstelle der Beihilfe aus Steuergeldern. Dass das Thema dabei an Besitzstände rührt, macht es nicht einfacher. Reformwillen dürfte indessen noch am ehesten aus den privaten Krankenkassen selbst kommen."

Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf hält die Studie für eine "Luftnummer":

"Müsste die gesetzliche Krankenversicherung die Honorarverluste für die Ärzte ausgleichen, würde die Ersparnis zusammenschnurren. Ein abrupter Systemwechsel wäre mit der Verfassung nicht zu vereinbaren und deshalb politisch kaum durchsetzbar. Gerechter würde es durch die Bürgerversicherung auch nicht: In Ländern, wo Menschen sich nicht privat absichern können, stehen privatärztliche Leistungen nur den wirklich Reichen offen. Und das ist deutlich unfairer als das bisherige System."

Wegen des Corona-Virus befürchtet die Autobranche im ersten Halbjahr einen Absatz-Rückgang in China um mehr als zehn Prozent. Aber auch hierzulande werde die Abhängigkeit von China Folgen haben, meint das DARMSTÄDTER ECHO:

"Insbesondere bei Batteriezellen im Jahr der Elektromobilität. Denn europäische Kapazitäten wie bei Opel in Kaiserslautern sind erst im Aufbau. Das treibt die Akkupreise, bremst die Verfügbarkeit von E-Autos. Und führt wohl zum Verfehlen der CO2-Ziele sowie zu EU-Strafzahlungen. Was das lehrt? Große Abhängigkeiten sind ungesund. Und: Ein guter Risikomix stärkt die Abwehrkräfte."