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15. Oktober 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Die Landtagswahl in Bayern ist weiter bestimmendes Thema in den Kommentarspalten.

Söder und Blume (dpa/Peter Kneffel)
Söder und Blume (dpa/Peter Kneffel)

"Das Wahlergebnis vom Sonntag, mit Verlusten von rund 20 Prozent für zwei der drei GroKo-Parteien in Berlin, stürzt die ohnehin wankende Koalition im Bund noch tiefer in die Krise", meint die MITTELBAYERISCHE ZEITUNG aus Regensburg:

"Denn was nützen all die Schwüre nach der Wahl, nun aber ganz sicher zur Sacharbeit zurück zu kehren, wenn wirkliche Konsequenzen ausbleiben?"

Im STRAUBINGER TAGBLATT heißt es:

"Analysieren und das Wahlergebnis mit Demut annehmen. Gebetsmühlenartig sagen das CSU-Politiker in jedes Mikrofon und diktieren es in jeden Reporterblock. Einen Tag, nachdem die CSU ihr zweitschlechtestes Ergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg eingefahren hat, wird in der Partei die Friedenspfeife herumgereicht. Keine Rücktrittsforderungen oder gar Rücktrittsangebote. So sieht die Demut vor dem Wähler aus: Es ändert sich erst einmal gar nichts."

"Zu besichtigen ist in Bayern keine Krise der Demokratie", betont dagegen die HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG und führt aus:

"Die Wahlbeteiligung ist gestiegen, zugleich ist der Stimmenanteil für die Radikalen gesunken. Die AfD gerät an Grenzen des Wachstums. Die Wähler haben sich, das ist die gute Nachricht aus Bayern, die Freiheit genommen, das System zu nutzen, um ganz gezielt die Macht einer allzu abgehobenen Regierungspartei wieder zu begrenzen. Der Demokratie kann das nur guttun."

Die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz analysiert die Lage der SPD nach der Landtagswahl:

"Die SPD schaut in den Abgrund – und sie ist selbst schuld. Seit Jahren kämpft die Bundespartei um ihr Profil. Vorsitzenden auf Vorsitzenden hat sie verschlissen und sich nie die Zeit genommen, ihren Kompass für die Zukunft neu auszurichten."

"Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", betonen die WESTFÄLISCHEN NACHRICHTEN aus Münster:

"Bayern war gestern, morgen kommt Hessen. Diese Landtagswahl wird - anders als Bayern - über die Zukunft der großen Koalition und die der beiden Parteichefinnen Merkel und Nahles entscheiden."

Themenwechsel. Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg widmet sich der Ökostrom-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien, die 2019 leicht sinken wird:

"Die Politik feiert dies als Erfolg. Wer genau hinschaut, erkennt den Taschenspielertrick. Die Kosten für den Ausbau der Windenergie in Nord- und Ostsee verzehnfachen sich dagegen und werden voll dem privaten Verbraucher in Rechnung gestellt. Da auch bei den Netzentgelten höhere Kosten zu erwarten sind, werden die meisten Versorger ihre Preise anheben. Das ist die eigentliche Nachricht, die Millionen Verbraucher interessiert."

"Die EEG-Umlage ist als Gradmesser für die Energiewende in etwa so nützlich wie die Temperatur im Kühlschrank als Gradmesser für den Klimawandel", kritisiert DER TAGESSPIEGEL aus Berlin und schlussfolgert:

"Sie sollte einfach gestrichen werden."

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU fordert:

"Auch die ungerechtfertigten EEG-Ausnahmen für jene Industrieunternehmen, die nicht im internationalen Wettbewerb stehen, gehören abgeschafft. Die Bundesregierung jedoch sperrt sich gegen entsprechende Vorschläge. Es ist das altbekannte Muster: Sie schützt die Konzerne, die die Energiewende verschlafen haben."