Die Nachrichten

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16. Juli 2019Die Wirtschaftspresseschau

Das vor allem wegen des Handelskonflikts mit den USA erneut gesunkene Wirtschaftswachstum in China bleibt hierzulande nicht unbeachtet.

Der Handelsstreit mit den USA wirkt sich auf Chinas Wirtschaftswachstum aus. (dpa-Zentralbild)
Der Handelsstreit mit den USA wirkt sich auf Chinas Wirtschaftswachstum aus. (dpa-Zentralbild)

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG schreibt:

"Ordnungspolitisch macht Chinas Regierung in jüngster Zeit vieles richtig, um den Zollattacken des amerikanischen Präsidenten zu begegnen. Ein riesiges Konjunkturpaket wie nach der Weltfinanzkrise vor elf Jahren hat China nicht geschnürt. Bisher weigert Peking sich standhaft, den sinkenden Autoabsatz mit hohen finanziellen Anreizen auf Kosten der Umwelt zu retten. Doch Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit 27 Jahren nicht mehr. Häufen sich die Krisenzeichen, könnte die Regierung doch versucht sein, mit noch mehr Straßen, Flughäfen und subventionierten Autos das Land zu retten."

"Inzwischen ist auch in Peking angekommen: Dieser Handelskrieg ist von Dauer", meint die TAGESZEITUNG - TAZ:

"Selbst wenn Präsident Trump in etwas mehr als anderthalb Jahren nicht wiedergewählt werden sollte – auch die Demokraten dürften an einem konfrontativen Kurs mit China festhalten. Vielen in den USA geht es schon lange nicht mehr nur um faire Marktzugänge, ausgeglichene Handelsbilanzen und die Einhaltung von Urheberrechten. Ihnen geht es um den Bestand ihrer Nation als führender Weltmacht. Die Welt steht erst am Beginn dieses Konflikts zweier Giganten."

Wieder einmal hat die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter von Amazon zum Streik aufgerufen. Allerdings entfalteten diese Streikaufrufe nur sehr begrenzte Wirkung, bemerkt die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle:

"Denn das Unternehmen kann sich mit Aushilfskräften darauf einstellen. Der Gewerkschaft ist das bewusst, aber mit Blick auf ihre begrenzte Durchschlagskraft bei dem Onlinehändler ist Verdi Aufmerksamkeit wichtiger als Blockade. So kann die Gewerkschaft ihre Taktik seit inzwischen sechs Jahren durchhalten und ist dabei nicht völlig erfolglos."

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG glaubt:

"Mit dem Fokus auf einen Einzelhandelstarifvertrag für Amazon-Mitarbeiter tut die Gewerkschaft sich und ihren Mitgliedern keinen Gefallen. Amazon ist ein Versandhändler, aber vor allem Logistikdienstleister, um eigene Produkte sowie jene kleiner Unternehmen, die über den Marktplatz verkauft werden, versandfertig zu machen. Der Mitarbeiter ist Logistiker, ohne Beratungstätigkeit oder Kontakt zum Kunden. Dass Amazon seine Mitarbeiter also entsprechend ihrer Tätigkeit bezahlt, ist nachvollziehbar und konsequent."