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StartseiteInformationen am MittagJugendliche trinken weniger08.05.2019

AlkoholkonsumJugendliche trinken weniger

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) stellt in einer aktuellen Studie fest, dass jeder Dritte zwischen zwölf und 17 Jahren noch nie Alkohol getrunken hat. Allerdings sei dafür das Rauschtrinken besonders bei jungen Frauen angestiegen.

Von Carolin Born

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Jugendliche, Alkohol, Komasaufen, Drogenbeauftragter, Alkoholmissbrauch ( Uwe Anspach )
Trinken bis zum Absturz: Das Rauschtrinken hat zugenommen. ( Uwe Anspach )
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Jugendliche trinken so wenig Alkohol wie nie zuvor: Jeder Dritte zwischen zwölf und 17 Jahren hat noch nie Alkohol konsumiert. Nur noch knapp neun Prozent trinken regelmäßig, also mindestens einmal in der Woche. 2004 waren es noch über 20 Prozent. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler:

"Das sind gute Zahlen, bitte weiter so. Und doch müssen wir sehr wachsam bleiben, denn nicht alle Zahlen sehen so gut aus und nicht alle Trends weisen in die richtige Richtung."

Zwischen 18 und 25 Jahren: Jeder Dritte trinkt regelmäßig Alkohol

Bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren greife ein Drittel regelmäßig zu Bier, Wein und Spirituosen. Das Rauschtrinken ist bei ihnen angestiegen, besonders bei den jungen Frauen. Diesen Trend will Marlene Mortler aufhalten:

"Alkohol sollte weder zum Leben gehören wie die Butter zum Brot, noch ist es in irgendeiner Weise cool, sich mit Alkohol in einen Zustand der Besinnungslosigkeit zu befördern."

Die Drogenbeauftrage wies auf die gesundheitlichen Risiken des Alkoholkonsums hin, aber auch das Unfallrisiko, das schon mit 0,5 Promille Alkohol im Blut doppelt so hoch sei. Und: Alkoholprobleme führen zu Einsamkeit, zum Beispiel durch höhere Scheidungsquoten.

Weil Mortler um diese Folgen weiß, will sie verhindern, dass Deutschland weiterhin zu den Hochkonsumländern für Alkohol gehört:

"Wir müssen etwas gegen diese Selbstverständlichkeit tun, mit der in Deutschland getrunken und auch zu viel getrunken wird."

Ein bewusster Umgang mit Alkohol geht für Mortler nur, wenn Bund, Länder und Kommunen zusammenarbeiten. Kommunen sollten den Jugendschutz noch besser kontrollieren, beispielsweise durch Testkäufe. Auch sollten Volksfeste keine Besäufnisse sein.

Schwerpunkt auf der Prävention

Heidrun Thaiss von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung will außerdem Präventionsangebote ausbauen, gerade bei der jungen Generation:

"Die müssen wir immer wieder für die gesundheitlichen Risiken des Konsums von Alkohol erreichen und sensibilisieren, da in der Jugend ja die Trinkmuster erlernt und verfestigt werden."

Die BzgA setzt dafür weiterhin auf ihre Kampagne "Alkohol? Kenn dein Limit". Außerdem entwickelt sie gerade ein Servicecenter, um die Kommunen zu unterstützen. Daneben will Marlene Mortler die Verfügbarkeit von Alkohol weiter einschränken. Sie kritisierte, dass Maßnahmen, wie die Alkoholverkaufsgrenze ab 22 Uhr in Baden-Württemberg, wieder aufgehoben worden sind:

"Will sagen: Ich bin nicht grundsätzlich eine Verbotstante, sondern weise immer wieder darauf hin, wie man mit diesen Maßnahmen eine größere Wirkung erzielen kann bzw. könnte."

Dafür erhalte sie immer wieder Gegenwind, sagte Mortler. Unter anderen auch beim Werbeverbot für Alkohol. Bevor sie das angeht, will sie das Werbeverbot für Tabak durchsetzen. Beim Alkohol will sie dafür Warnhinweise auf Plakatwerbung anbringen, über die Risiken des Alkoholkonsums.

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