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StartseiteMusikforumProduktionen, Festivals und Jubiläen01.05.2015

Alle Sendetermine im MaiProduktionen, Festivals und Jubiläen

Runde Geburtstage, wohin man auch sieht: Seit 25 Jahren gibt es die Konzertreihe 'Grundton D', die der Deutschlandfunk zusammen mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz veranstaltet; vor 150 Jahren wurde am 9. Juni der dänische Komponist Carl Nielsen geboren und der Geburtstag von Peter Tschaikowsky jährt sich am 7. Mai zum 175. Mal. Dessen Opern stehen unter anderem im Fokus unseres 'Musikforums'.

Historisches Foto des Komponisten Peter Iljitsch Tschaikowsky (AP Archiv)
Einer der berühmtesten romantischen Komponisten: Peter Tschaikowsky (AP Archiv)

1. Mai

Zum 175. Geburtstag: Peter Tschaikowskys Opern (2/4)
Eugen Onegin

(Teil 3 am 8. Mai)

Im Mai 1877 begann Peter Tschaikowsky auf Anregung der Sängerin Jelisaweta Lawrowskaja mit der Arbeit an seinem nächsten Opernprojekt, das zu seinem erfolgreichsten Bühnenwerk werden sollte: "Eugen Onegin, lyrische Szenen in drei Akten". Als Vorlage diente der gleichnamige Versroman von Alexander Puschkin, aus dem der Komponist ganze Textpassagen übernahm. Kurze Zeit später stürzte sich der homosexuelle Tschaikowsky in eine Ehe mit seiner Schülerin Antonina Miljukowa, die nach wenigen Wochen in einem nervenzerrüttenden Fiasko endete. Mit der Arbeit am "Onegin" suchte er zielstrebig nach einem neuen Operntyp, der sich von den bisherigen großen Historiendramen unterscheiden sollte und schließlich seinen Ausdruck in der bis dahin unbekannten Gattungsbezeichnung "Lyrische Szenen" fand.

 

6. Mai

Fürchtet den bewaffneten Mann
Die Messe "L’homme armé" und ihre Bearbeitungen

Das Chanson "L’homme armé", das im 14. Jahrhundert in Zentralfrankreich entstanden war, erreichte in der Renaissance eine solch große Beliebtheit, dass es in mehr als 40 Messkompositionen Verwendung fand. Von Guillaume Dufay über Josquin Desprez bis zu Cristobal de Morales und Giovanni Palestrina - alle haben eine  "Missa L’homme armé" geschrieben. Keine andere Cantus Firmus-Melodie erfreute sich in der Geschichte der polyphonen Messe solcher Popularität. Mit dem bewaffneten Mann war möglicherweise Karl der Kühne gemeint, Herzog von Burgund, der ein gefürchteter Kriegsherr war, aber auch die Musik liebte. Er komponierte selbst, stand mit Guillaume Dufay und Gilles Binchois in Kontakt und holte Komponisten wie Antoine Busnois in seine Hofkapelle. Bis heute hat das Chanson wenig von seiner Magnetwirkung eingebüßt. Selbst Jazz- und Folkmusiker greifen die Melodie wieder auf.

 

8. Mai

Zum 175. Geburtstag: Peter Tschaikowskys Opern (3/4)
Pique Dame

(Teil 4 am 20. Mai)

Ein Mann, hin- und hergerissen zwischen Liebe und Spielleidenschaft, eine geheimnisumwitterte alte Gräfin und drei mysteriöse Spielkarten: Alexander Puschkins Erzählung "Pique Dame" bietet reichlich Möglichkeiten für eine effektvolle musikalische Umsetzung. Wollte Tschaikowsky mit seiner lyrischen Oper "Eugen Onegin" bewusst einen Gegenpol zur "Grand Opèra" Meyerbeers schaffen, so näherte er 1890 sich dieser Gattung 1890 wieder an: Denn seine "Pique Dame" wurde nach dem Willen des Direktors der Kaiserlichen Theater Petersburg eine große Ausstattungsoper. Nicht nur in Russland, sondern auch auf den großen internationalen Bühnen hat Tschaikowskys Werk einen festen Platz im Repertoire gefunden.

 

13. Mai

Beethovenfest Bonn 2014 (2/2)

Niccolò Paganini
Capricen für Violine solo, op. 24

Thomas Zehetmair, Violine

Aufnahme vom 16. September 2014 aus St. Hildegard in Bonn-Mehlem.

"Diese Stücke sind keine Etüden und keine emotionslose Pyrotechnik, sie sind improvisierte Charakterstücke voller Poesie und Fantasie." So beschreibt der Geiger Thomas Zehetmair die 24 Capricen von Niccolò Paganini. Er hat die unglaublich schweren Miniaturen nicht nur auf CD eingespielt. Der international renommierte Geiger und Dirigent meisterte sie beim Beethovenfest 2014 auch als kompletten Werkzyklus im Konzert. Nicht als makellos strahlender Virtuose, sondern als überragend virtuoser Künstler, der mit exzessiven Tempi und rauem Ton die Extreme suchte.

 

15. Mai

25 Jahre Grundton D (1)
Höhepunkte aus einem Vierteljahrhundert Konzert und Denkmalschutz

 

Johannes Brahms
Quintett für Klarinette, 2 Violinen, Viola und Violoncello h-Moll, op. 115

 

Wolfgang Meyer, Klarinette
Cherubini Quartett

Aufnahme vom 6. Mai 1991 aus dem sorbischen Museum auf der Ortenburg in Bautzen

Mit der Benefizkonzertreihe "Grundton D" engagiert sich der Deutschlandfunk in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz seit einem Vierteljahrhundert für Baudenkmale in Not.  Bisher mehr als 250 Mal wurden dabei unbedingt erhaltenswerte und teilweise vom Verfall bedrohte Baudenkmale im ganzen Bundesgebiet zur Bühne für hochkarätige Musiker. Mit der Sendung der "Grundton-D"-Konzerte lässt der Deutschlandfunk nicht nur Millionen von Hörern an einzigartigen Musikereignissen teilhaben, sondern öffnet Ohren und Herzen für die großartigen Räume, in denen sie erklingen. Zum Jubiläum der Deutschlandfunk-Benefizreihe erinnern wir im Musikforum an herausragende „Grundton-D“-Konzerte der vergangenen 25 Jahre. Den Auftakt machen das Cherubini-Quartett und Klarinettist Wolfgang Meyer, die am 6. Mai 1991 auf der Ortenburg in Bautzen das erste offizielle „Grundton D“-Konzert bestritten.

 

20. Mai

Zum 175. Geburtstag: Peter Tschaikowskys Opern (4/4)
Die späten Bühnenwerke

Wenn Opern von Tschaikowsky auf dem Spielplan stehen, dann handelt es sich zumeist um seine beiden erfolgreichsten Werke 'Eugen Onegin' und 'Pique Dame'. Letztere entstand 1890 knapp drei Jahre vor seinem Tod und gehört damit bereits zum Spätwerk des Komponisten. Das letzte Bühnenwerk Tschaikowskys ist 'Iolanta' in einem Akt aus dem Jahr 1892, die auf westlichen Bühnen genauso selten gezeigt wird wie die vor 'Pique Dame' entstandenen Opern 'Das Mädchen von Orléans', 'Mazeppa' und 'Die Zauberin'. Ausschnitte daraus erklingen im vierten und letzten Teil unserer Reihe über Tschaikowskys Opern im 'Musikforum'.

 

22. Mai

Domenico Gallo
12 Sonate a quattro

Concerto Melante

Leitung: Raimar Orovsky

Aufnahme vom Dezember 2014 aus der Andreaskirche, Berlin Wannsee

 

27. Mai

Kühner kleiner Mann
Carl Nielsen zum 150. Geburtstag (1/2)
Von Johannes Jansen

(Teil 2 am 12. Juni 2015)

Einen Komponisten "mit Dreck an den Stiefeln" hat man ihn genannt. Aber er hat die Dänen stolz gemacht: Carl Nielsen. Geboren am 9. Juni 1865 auf der Insel Fünen als Sohn eines armen Dorfmusikanten, schaffte er es als Militärhornist auf das Konservatorium in Kopenhagen. Dort wurde er ein guter Geiger und ein noch besserer Komponist. Neben vielen Gelegenheitsstücken entstanden ein Quartett und eine Streicher-Suite, die er selbst als seine ersten vollgültigen Werke betrachtete. Aber auch nach der erfolgreichen Uraufführung seiner ersten Sinfonie - mit ihm selbst bei den zweiten Geigen - blieb er im Orchesterdienst. Die Musikwelt brauchte eine Weile, um zu begreifen, dass dieser kleine Mann mit dem Lausbubengesicht und der Bürstenfrisur längst ein ganz Großer war, der es verdient, in einem Atemzug mit Mahler und Sibelius genannt zu werden. Insgesamt sechs Sinfonien, aber auch Bühnenwerke und ein Klarinettenkonzert, das als das zugleich schwierigste und schönste nach demjenigen von Mozart gilt, unterstreichen seine Bedeutung als Spätromantiker, der die Tür zur Moderne weit aufgestoßen hat.

 

29. Mai

Karlheinz Stockhausen
Mikrophonie

Red Fish Blue Fish - Percussion Ensemble der University of California, San Diego

Von Anna Schürmer

In Karlheinz Stockhausens Garten wucherten nicht nur Pflanzen, dort stand auch ein überdimensioniertes Tam-Tam, an dem der Komponist mit der Genese von Klängen experimentierte. Dabei entstand 1964 'Mikrophonie' für Tam-Tam, zwei Mikrofone, zwei Filter und Regler. Sechs Spieler versetzen das riesige Instrument mit verschiedensten Materialien in Schwingung und zelebrieren durch einen aktiven Prozess des Abhorchens und mittels Mikrofonen Hörbarmachens eine liveelektronische Evolution archaischer Klänge. Karlheinz Stockhausen gehörte zu den Komponisten, die früh in ihrem Werk Maßstäbe setzten. Bereits in der Nachkriegsdekade entwickelte der 1928 geborene Komponist seine charakteristische Klangsprache zwischen den Polen Anton Webern und Olivier Messiaen, zwischen totaler Serialisierung und spiritueller Energie.

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