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StartseiteGesichter EuropasGroßbritannien und die Einsamkeit17.08.2019

Allein auf der Insel Großbritannien und die Einsamkeit

Immer mehr Menschen in Europa fühlen sich allein. Eine „Epidemie im Verborgenen“, nennen Spezialisten das Phänomen. Auch in Großbritannien ist Einsamkeit zum Problem geworden.

Eine Sendung von Marten Hahn

Eine Frau läuft morgens durch eine neblige Allee (imago stock&people / Florian Gaertner / photothek.netx)
Das Alleinsein ist als Gesundheitsrisiko anerkannt. (imago stock&people / Florian Gaertner / photothek.netx)

Fast ein Fünftel aller Briten – neun Millionen Menschen – sind betroffen, nicht nur ältere Bürger, sondern Menschen aus allen Teilen der britischen Gesellschaft. In den Städten und auf dem Land. Die Regierung in London hat das Alleinsein mittlerweile als Gesundheitsrisiko anerkannt und will das Problem politisch angehen. Seit 2018 gibt es ein Ministerium für Einsamkeit.

Ein Werbeschild des Ministeriums für Einsamkeit am Leicester Square in London  (Deutschlandradio / Marten Hahn) (Deutschlandradio / Marten Hahn)Eine Ministerin kümmert sich
Neun Millionen Briten gelten als einsam. Als erstes Land weltweit hat Großbritannien ein Ministerium für Einsamkeit ins Leben gerufen. Seit 2018 koordiniert es die Versuche der Regierung, Menschen aus der Isolation und der Anonymität zu holen.

Blick vom höchsten Wolkenkrazer Londons, The Shard, in Richtung Südosten der Stadt (Deutschlandradio / Marten Hahn) (Deutschlandradio / Marten Hahn)Architektur der Einsamkeit
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