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StartseiteSternzeitAlles Gold der Welt27.11.2011

Alles Gold der Welt

Die Alchimisten des Mittelalters suchten vor allem nach Wegen, Gold aus anderen Materialien zu erzeugen. Jetzt fanden Astronomen heraus, wie das echte Gold entstanden ist.

Von Hermann-Michael Hahn

Goldnuggets (Natural History Museum London)
Goldnuggets (Natural History Museum London)

Während der ersten Minuten nach dem Urknall haben sich nur die leichtesten Atomkerne gebildet: Wasserstoff, Helium sowie geringe Mengen an Lithium. Alle übrigen Elemente wurden erst später geformt, etwa im Innern massereicher Sterne.

Doch die Kernfusion in den Sternen endet beim Eisen. Darüber hinaus setzt die Fusion keine Energie mehr frei, sondern verbraucht sie. Deshalb bricht ein massereicher Stern mit dem Einsetzen weiterer Fusionsprozesse unter der eigenen Last zusammen und explodiert unmittelbar darauf als Supernova.

Atome jenseits des Eisens, darunter auch Gold, müssen also auf eine andere Weise entstanden sein, etwa durch den Einfang zusätzlicher Neutronen. Wenn extrem viele Neutronen vorhanden sind, kann dieser Einfang schneller ablaufen als der zeitgleich einsetzende Zerfall der neuen Atome. Doch bislang war unklar, wo im Weltall solche Voraussetzungen gegeben sind.

Mit umfangreichen Computersimulationen konnten Forscher des Max-Planck-Instituts für Astrophysik in Garching und ein Kollege aus Brüssel nun zeigen, dass dazu zwei Neutronensterne zusammenstoßen müssen. Bei solchen Kollisionen können offenbar einige Tausendstel Sonnenmassen entweichen. Innerhalb dieser rasch expandierenden "Neutronenwolke" entstehen dann alle möglichen Produkte bis weit über die Grenze der stabilen Elemente hinaus.

Alles Gold der Welt

Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft

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