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StartseiteLebenszeitAlte Masche - neuer Trend29.10.2010

Alte Masche - neuer Trend

Die Lust am Nähen, Stricken, Schneidern

Sie verabreden sich in Zügen, treffen sich in Cafés oder auch schon mal zum Flashmob in der Stadt. Nadelspiele und Garnrollen sind für sie Ausdruck moderner Straßenkunst, wenn es darum geht, Parkuhren zu umhäkeln, Gehwege zu umgarnen oder sich einfach nur gemeinsam zum "Zug-Socking" zu treffen.

Daniela Wiesler (Moderation) und Judith Grümmer

Jungs stricken in einer Waldorf-Schule  (AP)
Jungs stricken in einer Waldorf-Schule (AP)

Häkeln, Stricken, Nähen, Klöppeln, Knüpfen – Handarbeit scheint im Trend zu liegen. Denn das Bild vom strickenden Heimchen am Herde gehört ebenso der Vergangenheit an wie Öko-Wolle als politisches Bekenntnis. Stattdessen gilt das Nadelspiel als Mittel, um den eigenen Alltag wenigsten für ein paar Stunden zu entschleunigen und einen Farbtupfer in der konfektionierten Modewelt zu setzen.

Nachdem Selbstgestricktes lange als peinlich und altbacken galt, beobachten Fachleute nun ein neues Phänomen: Auch unter jungen Leuten ist es Ausdruck besonderer Wertschätzung, der oder dem Liebsten ein selbst kreiertes Maschenwerk zu schenken. Oder mit der Großmutter die Fingerfertigkeit zu üben, die es braucht, um mit Nadel und Faden umzugehen.

Doch woher kommt die neue Lust am Handarbeiten? Geht es um die Rückkehr zur Besinnlichkeit in einer immer unüberschaubareren globalisierten und hektischen Welt? Sind es die Filmstars aus Hollywood, die mit Strickzeug und Nähnadel ein neues Lebensgefühl ausdrücken? Ist es die Freude am selbstgemachten Unikat? Oder das Bedürfnis, in einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft mit eigenen Händen etwas zu schaffen, was nicht nach kurzer Zeit wieder entsorgt wird?

Die "Lebenszeit" beleuchtet die verschiedensten Facetten dieses neuen, generationenübergreifenden Trends zur Handarbeit:

Diskutieren Sie mit: In der Lebenszeit von 10.10 bis 11.30 Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 00800-44 64 44 64

Die Gäste sind die Berliner Textilkünstlerin Patricia Waller, Dr. Iris Kolhoff-Kahl, Professorin für Textilgestaltung an der Uni Paderborn, Angela Probst-Bajak von der Initiative Handarbeit und Mareike Ohlsen, die im Freiwilligen Sozialen Jahr ihre Leidenschaft fürs Stricken entdeckt hat.

http://www.initiative-handarbeit.de/

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