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StartseiteVerbrauchertippMit Handy und Navi am Stau vorbei31.01.2020

Alternativen zu VerkehrsnachrichtenMit Handy und Navi am Stau vorbei

Sperrung auf der A4 Olpe Richtung Aachen oder Stau auf der A5 am Grenzübergang Basel: Ab dem 1. Februar 2020 stellt der Deutschlandfunk die Verkehrsnachrichten im Radio und Netz ein. Für Autofahrer gibt es aber Alternativen, die in Echtzeit vor Verkehrsstörungen warnen.

Von Susanne Lettenbauer

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Autos stauen sich auf der Berliner Stadtautobahn A100. (picture alliance / Robert Schlesinger)
Heutige Handy-Apps merken sich staugefährdete Autobahnabschnitte deutschlandweit (picture alliance / Robert Schlesinger)
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@mediasres im Dialog Stau ade! Abschied von den Verkehrsmeldungen

Eine deutschlandweite Übersicht zur Verkehrslage zwischen Flensburg und Traunstein, das wird es im deutschen Hörfunk so nicht mehr geben, sagt Andreas Hentschel vom Technikmagazin Chip aus München. Kein Problem, so seine Meinung. Die Alternativen dazu können sich sehen beziehungsweise hören lassen. Ganz vorn sind Smartphone-Apps:

"Das sind ja gerade die Stärken der Handy-Apps, die dauernd aktualisiert werden, auch neue Straßen sind da immer gleich mit eingespielt. Wenn ich ein billiges Navi nehme, dass diese Aktualisierung nicht mit drin hat, ist es so nach zwei Jahren oder unter Umständen schon nach wenigen Wochen, nachdem ich es gekauft habe, veraltet, also mit so einem Navi würde ich mich nicht auf eine große Tour begeben."

Apple CarPlay oder Android-Auto

Langstreckenfahrer von Hamburg nach Nürnberg, Mannheim oder Richtung Irschenberg nutzen oft ab Werk festverbaute oder sogenannte Stand-alone-Navigationsgeräte mittels Halterung. Das Geld könne man sich heute sparen, so der Experte. Bei modernen Autos mit integrierten Infotainmentsystemen reiche ein normales Smartphone mit einer Routen-App wie Google Maps und - je nach Hersteller die Apps Apple CarPlay oder Android-Auto:

"Das sind Apps, die sind in den Mobiltelefonen schon drin. Die modernen Autos können sich alle schon mit den Smartphones verbinden, das funktioniert über Kabel, das steckt man in die USB-Buchse am Auto und dann verbinden die sich. Und dann habe ich diese Funktionen wie Navigation, Nachrichten, Musik, all diese Dinge auf dem Display im Auto und mehr brauche ich eigentlich nicht."

Navis nutzen Traffic Message Channel

Per Sprachsteuerung lassen sich ganz einfach die gesuchten Verkehrsmeldungen für ganz Deutschland abrufen, die dann über das Infotainmentsystems des Fahrzeugs abgespielt werden. Das Smartphone wird über das Autodisplay gesteuert und muss dafür während der Fahrt nicht mehr in die Hand genommen werden.

Heutige Handy-Apps merken sich staugefährdete Autobahnabschnitte deutschlandweit, spezielle Algorithmen rechnen die Wahrscheinlichkeit für Stop-and-gos mit Hilfe der Satellitengestützten Standortbestimmung der Autofahrer gleich mit ein. So können auch weit entfernte Staubereiche in nahezu Echtzeit rechtzeitig erkannt werden, trotz eventueller Funklöcher, erklärt Hentschel:

"Mit aktuellen Stauinformationen sieht es dann so aus: Die können natürlich verzögert kommen. Da aber so ein Funkloch meist nicht so riesig ist, dass ich eine halbe Stunde lang ohne Internet bin, sollte das kein Problem darstellen. Bei den Navis ist es etwas anders: Die nutzen das TMC, Traffic Message Channel, das ist eine eigene Technik, die funktioniert nicht über Mobilfunk, sondern so ähnlich wie beim Radio über UKW."

Die Reichweite entspricht dann in etwa den herkömmlichen UKW-Hörfunkstationen. Falls man lieber doch beim klassischen Autoradio bleiben möchte, so ADAC-Sprecher Johannes Boos: "Alternativ kann man im Radio immer die TA/TP-Funktion aktivieren. Dann schaltet sich das Radio für Verkehrsinfos automatisch auf einen Verkehrsfunksender um."

Außerdem sollte man sich unterwegs auf Deutschlands Straßen nicht zu sehr von der Technik abhängig machen. Dazu hat ADAC-Sprecher Boos einen Tipp: "Die Psychologen haben dafür einen schönen Ausdruck: Kognitive Lustlosigkeit, also das Desinteresse daran, selbst zu navigieren. Stattdessen verlassen sich viele von uns zu sehr auf die Technik. Deshalb: Ab und zu das Navigationsgerät bewusst mal ausschalten."

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