Dienstag, 13.11.2018
 
StartseiteVerbrauchertippWelcher Messenger ist am sichersten?24.08.2018

Alternativen zu WhatsAppWelcher Messenger ist am sichersten?

Instant-Messenger-Dienste bekommen mit Fotos, Videos, Sprach- und Textnachrichten unendlich viele, mitunter auch sehr private und sensible Informationen ihrer Nutzer. Wie sicher die Anbieter sind, hängt unter anderem davon ab, welche Art von Verschlüsselung sie unterstützen.

Von Ann-Kathrin Stracke

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Hamburg, 17. November 2016 - WhatsApp-Icon auf einem auf einem iPhone PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY Hamburg 17 November 2016 Whatsapp Icon on a on a iPhone PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY  (imago stock&people)
Signal, Threema, Telegram, Wire und WhatsApp und der Facebook-Messenger zählen zu den Instant-Messenger-Diensten, die in Deutschland mit am weitesten verbreitet sind (imago stock&people)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

Datenschutz Facebook wirbt um Nutzer-Vertrauen

Fundgrube für Fahndungsdaten Wie die Polizei soziale Netzwerke nutzt

Welche Instant-Messenger-Dienste wir nutzen, hängt sehr stark davon ab, mit welchen Messengern unsere Freunde, Kollegen und Verwandten unterwegs sind. Signal, Threema, Telegram, Wire und WhatsApp und der Facebook-Messenger zählen zu den Instant-Messenger-Diensten, die in Deutschland mit am weitesten verbreitet sind. Wie sicher sie sind, hängt von verschiedenen Dingen ab: Welche Art von Verschlüsselung sie unterstützen, ob sie fest an eine Telefonnummer gebunden sind, und ob ihr Programmcode offen liegt und von unabhängigen Sicherheitsexperten untersucht werden kann.

Roland Schilling hat in den vergangenen sechs Jahren an der TU Hamburg zum Thema Instant Messaging geforscht. Eines der einfachsten Kriterien, auf die man achten könne, sei die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bedeutet also, dass Nachrichten nur von den beiden Personen gelesen werden können, die sie sich schreiben, erklärt der 33-Jährige:

"Das Interesse, das wir haben, ist halt: Wenn dieser Service-Anbieter schon weiß, mit wem ich kommuniziere, dann soll er bitte nicht wissen, was ich kommuniziere." 

Aufpassen sollten vor allem Menschen mit Prepaid-Karten 

Diese Verschlüsselung sei bei fast allen Messenger-Diensten inzwischen Standard, fügt Roland Schilling hinzu, allerdings ist diese, so wie beispielsweise bei Telegram, nicht im Standard-Chat aktiviert. Ein weiteres Sicherheitskriterium ist die Identifizierung bei Messenger-Diensten über die eigene Telefonnummer. Meldet man sich an, muss man diese bei Signal, WhatsApp, Wire und Telegram angeben. Von den großen Anbietern arbeitet nur Threema mit einer ID, die nicht an die Telefonnummer gebunden ist.

"Eine Telefonnummer ist erstmal für sich genommen ein personenbezogenes Datum. Jemand, der meine Nummer in der Hand hat, hat zumindest theoretisch die Möglichkeit diese zurück aufzulösen. Und dann ist halt die Frage, die man sich stellen muss: Wovor möchte man sich schützen. Im mitteleuropäischen Bereich für die meisten Menschen kein Problem. Das kann aber in Ländern, in denen man Repressionen oder Verfolgung zu befürchten hat, zu einem Problem werden."

Gefährlich kann es auch werden, wenn der Telefonvertrag gekündigt wird und die eigene Telefonnummer sich ändert. Aufpassen sollten hier vor allem Menschen, die Prepaid-Karten nutzen, warnt Wolfgang Straßer, Chef einer IT-Sicherheitsfirma.

"Nach drei, vier, fünf Monaten, irgendwann, wird möglicherweise diese Nummer wieder vergeben, an jemand anders. Und wenn sie Pech haben, bekommt derjenige dann alle ihre Messengernachrichten und Chats, und was immer sie machen, mit. Möglicherweise kommen ganz intime Sachen dann zur Sprache, da werden sie erpressbar, sie werden dann in der Öffentlichkeit gepostet. Was auch immer. Alles ist dann möglich."

WhatsApp greift auf das gesamte Adressbuch des Telefons zu

Ein weiteres Kriterium für die Sicherheit sind die Verschlüsselungs-Mechanismen oder wie es die IT-Experten nennen die "Verschlüsselungs-Protokolle". Liegt das Protokoll offen, könne es nach-programmiert werden, so der Wissenschaftler Roland Schilling. Das schafft Vertrauen, garantiert aber auch keine absolute Sicherheit. 

Hauptkritikpunkt der Datenschützer ist die Tatsache, dass WhatsApp auf das gesamte Adressbuch des Telefons zugreift. Das ist rechtlich unzulässig. Juristisch korrekt wäre es erst dann, wenn alle Menschen, die im Adressbuch stehen, damit einverstanden wären. Bei anderen Anbietern werden auch Adressbuchdaten ausgelesen, allerdings werden diese verschlüsselt abgelegt, so dass der Anbieter sie nicht lesen kann.  

Experten raten drauf zu achten, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu aktivieren und verschiedene Messenger zu nutzen, um flexibel zu bleiben und sich nicht von einem einzigen Anbieter abhängig zu machen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk