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StartseiteVerbrauchertippDigitale Helfer für Senioren18.03.2020

AltersgerechtDigitale Helfer für Senioren

Mit Assistenzsysteme können ältere Menschen auch mit einer Krankheit in der eigenen Wohnung selbstbestimmt leben. Dabei gibt es unterschiedliche Systeme - und teilweise werden sie auch von der Krankenkasse oder der Pflegekasse mitfinanziert.

Von Annette Eversberg

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Eine Seniorin hält ein Smartphone in der Hand.  (imago/Mint Images)
Auch für Senioren bietet die Digitalisierung viele Vorzüge (imago/Mint Images)
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Als Helfer im Alltag oder bei der Pflege gibt es bereits eine ganze Reihe von digitalen Geräten. Verena Querling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf: "Da haben wir einmal eine automatische Herdabschaltung zum Beispiel. Dann gibt es die sehr interessanten Sensortrittmatten, die werden vor das Bett gelegt, und wenn dann jemand aufsteht, kann das dann dem Angehörigen melden, dass hier dann jetzt Sturzgefahr besteht. Dann gibt es die Vitalüberwachungen, die man unter die Matratze legen kann, um zu überprüfen, wie der Herzschlag ist. Lichteinstellungen gibt es auch, sodass der Schlafrhythmus günstig beeinflusst werden kann. Das sind so die gängigsten, würde ich sagen."

Über Videosysteme können alte Menschen zudem laufend mit ihren Angehörigen in Kontakt treten, die weiter entfernt wohnen. Aber auch mithilfe von Sensoren in der Wohnung lässt sich die Aktivität eines älteren Menschen laufend überwachen. Zum Beispiel, ob er regelmäßig isst oder trinkt. Die Einnahme von Medikamenten kann man – so Verena Querling – ebenfalls digital kontrollieren.

Detaillierter Einblick in das Leben der Überwachten

Wer sich auf solche Systeme einlässt, sollte auch den Datenschutz bedenken, denn Angehörige oder Pflegekräfte erhalten einen sehr detaillierten Einblick in das Leben der Überwachten. Ein gutes Vertrauensverhältnis ist dafür eine Voraussetzung.

Je nachdem, wie aufwendig die Systeme sind, können solche Helfer zwischen 20 und mehreren Hundert Euro kosten.

Von den Krankenkassen werden digitale Helfer allerdings nur in seltenen Fällen bezuschusst. Und auch nur dann, wenn sie vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung zugelassen worden sind. Heinz Kreuter von der AOK Nordwest.

"Das sind insbesondere Umfeldkontrollgeräte, also Geräte, mit denen man durch Gesten oder durch einfachen Druck Haushaltsgeräte steuern kann. Andere Hilfsmittel sind die Hausnotrufgeräte, die speziell darauf ausgerichtet sind, in Notsituationen per Knopfdruck sich Hilfe einzuholen, zum Beispiel von einem Pflegedienst."

Allerdings auch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Heinz Kreuter:

"Für die Umfeldkontrollgeräte ist Voraussetzung, dass der Betroffene nicht in der Lage ist, auf herkömmlichem Wege die Haushaltsgeräte zu bedienen, zum Beispiel, weil er Lähmungen hat und dadurch nicht in der Lage ist."

Manchmal gibt Zuschüsse

Die Bezuschussung digitaler Systeme über den Hilfsmittelkatalog ist allein Sache der Krankenkassen. Allerdings werden zurzeit vom GKV-Spitzenverband weitere digitale Assistenzsystem wie Seniorentelefone mit Notruffunktion und Notrufarmbänder, Smart- und Sturzsensoren und Kommunikationssysteme dahingehend überprüft, ob sie zuschussfähig sind. Deshalb sollte man sich im Einzelfall immer mit seiner Krankenkasse in Verbindung setzen, rät die Verena Querling von der Verbraucherzentrale.

Aber daneben gibt es auch die Möglichkeit, die Pflegekassen in Anspruch zu nehmen. Und zwar im Rahmen der Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds, empfiehlt die Verbraucherschützerin.
"Da hat jeder, der pflegebedürftig ist und einen Pflegegrad hat, einen Anspruch auf 4.000 Euro Zuschuss. Die kann er dann bei der Pflegekasse beantragen. Allerdings dann sollte man das machen, bevor man sich die Geräte ins Haus holt, weil die Kasse das dann genehmigen muss. Dann muss man auch einen Kostenvoranschlag einreichen, sonst hat man dann den Effekt, dass es nicht genehmigt wird, weil man ja nicht nachweisen kann, wie es vorher ausgesehen hat."

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