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StartseiteVerbrauchertippRechtzeitig finanziell an später denken04.01.2019

Altersvorsorge und Geldanlage für SelbstständigeRechtzeitig finanziell an später denken

Wer als Selbstständiger auch im Alter abgesichert sein möchte, sollte schon in jungen Jahren einiges beachten. Das A und O sei eine individuelle Beratung, raten Verbraucherschützer. Außerdem sollten Selbstständige beim Sparen auf drei grundlegende Säulen setzen.

Von Magret Bielenberg

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Das Logo der Künstlersozialkasse. (dpa/picture-alliance/Daniel Karmann)
Für selbstständige Medienschaffende und Künstler sei eine Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse (KSK) lohnend, um fürs Alter vorzusorgen, raten Verbraucherschützer (dpa/picture-alliance/Daniel Karmann)
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Christian Mendt ist Yogalehrer mit eigenem Studio. Angefangen hat er allerdings als Selbstständiger im Medienbereich – gemeinsam mit einem Geschäftspartner direkt nach seiner ersten Ausbildung.

"Sobald wir ein bisschen mehr Geld verdienten, haben wir uns dann umgeschaut, dann gab es das Angebot von so einer Direktversicherung, hieß das früher. So eine Kapitallebensversicherung, die steuerbegünstigt war, damit haben wir angefangen. Also Mitte, Ende 20 schon."

Nicht in Verträge drängen lassen

War das Geld knapp, konnte er seine Zahlungen auch für eine gewisse Zeit einstellen, erzählt der heutige Yogalehrer. Das kann sinnvoll sein, sagt Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Sie rät jungen Selbstständigen erst einmal, Geld für eventuelle Durststrecken parat zu haben, bevor sie ihr Geld zum Beispiel in eine private Rentenversicherung anlegen.

"Gerade junge Leute werden häufig in Verträge gedrängt und die haben dann das Problem, dass sie da hohe monatliche Belastungen haben und wenn dann das Geschäft nicht mehr so läuft, wie man sich das vorstellt, dann hat man tatsächlich ein Problem."

Läuft das Geschäft, dann sollte man beim Sparen fürs Alter an drei grundlegende Säulen denken, sagt die Verbraucherschützerin.

"Das Erste ist, Sie schließen Verträge ab, in denen Sie klassisch Zinsen bekommen. Irgendwelche Formen von Sparverträgen. Das Zweite ist, Sie investieren in Immobilien und das Dritte, dass Sie dann in Aktien und ähnliches gehen. Also in Unternehmensbeteiligungen im weitesten Sinne."

Genauso hat es Christian Mendt gemacht. Auch die Finanzierung einer Immobilie hat funktioniert.

"Man braucht mit Sicherheit einen größeren Eigenanteil an Geld, was man auf den Tisch legt, an Sicherheiten, damit die Bank bei Selbstständigen finanziert, aber sie tut es."

Wer selbstständig in künstlerischen Bereichen arbeitet, hat eine günstige Möglichkeit auch mit der gesetzlichen Rentenversicherung fürs Alter vorzusorgen.

"Das sind viele, das sind die Medienleute, auch die bildenden Künste und so weiter, die haben die große Chance in die Künstlersozialkasse einzuzahlen und bekommen sozusagen den Arbeitgeberanteil vom Staat geschenkt und das ist eine große Chance für all diese Berufe und die sollten sie auf jeden Fall nutzen."

Gesetzliche Rentenversicherung als Geldanlage besser als ihr Ruf

Tatsächlich ist die gesetzliche Rentenversicherung als Geldanlage ohnehin besser als ihr Ruf und eine sichere Anlage. Gerade in Zeiten von niedrigen Zinsen, kann es sich deshalb auch für andere Selbstständige lohnen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sagt Kerstin Becker-Eiselen. Viele Selbstständige setzen allerdings auf die Rürup-Rente. Sie ist das privatwirtschaftliche Pendant zur gesetzlichen Rente. Es gibt sie in drei Varianten. Doch nicht alle Angebote eignen sich für jeden Sparer, sagt die Verbraucherschützerin. Sie empfiehlt Selbstständigen immer eine individuelle Beratung. Die gibt es außer bei den Verbraucherzentralen beispielsweise auch bei freien Rentenberatern.

"Da zahlt man wie bei uns auch ein Honorar und wird dann beraten wie das mit der Rentensituation aussehen kann. Das ist vor allem interessant, wenn man vielleicht schon ein bisschen älter ist, dann kann das ein guter Weg sein, um mal auszuloten, was muss ich noch tun und worauf muss ich noch achten."

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