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StartseiteVerbrauchertippWann sich die Sofortrente lohnt06.11.2019

AltersvorsorgeWann sich die Sofortrente lohnt

Wer kurz vor der Rente steht und eine größere Geldsumme zur Verfügung hat, fragt sich in Zeiten von niedrigen Zinsen wie sie oder er das Geld am besten anlegen kann. Versicherungen werben zum Beispiel mit Sofortrenten. Was versteht man darunter und für wen eignen sie sich?

Von Margret Bielenberg

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Eine alte Dame holt einen Geldschein aus ihrer Börse (dpa / picture alliance / imageBROKER)
Verbraucherschützer stehen der Sofortrente eher skeptisch gegenüber (dpa / picture alliance / imageBROKER)
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Durch eine Erbschaft beispielsweise oder eine verkaufte Wohnung steht manchen Menschen kurz vor dem Ruhestand eine größere Geldsumme zur Verfügung. Und die soll sinnvoll angelegt werden. Eine Sofortrente garantiert bei einer einmaligen Einzahlung eine monatliche Auszahlung bis zum Lebensende. Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten erläutert:

"Da gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, entweder Sie zahlen genau in dem Moment ein, wo die Rente auch losgehen soll. Sie können aber auch sagen, okay, ich habe jetzt schon ein gutes Stück Geld in der Hand und ich möchte aber erst in 20 Jahren in Rente gehen, dann können Sie das auch tun, dann ist das eine sogenannte aufgeschobene Rentenversicherung, aber die kann man genauso erwerben und kaufen."

Höheren Betrag investieren

Wer sich überlegt, eine Sofortrente zu kaufen, sollte nur einen größeren Betrag investieren. Für etwa 10.000 Euro eingezahltes Geld bekommt man ungefähr 25 bis 30 Euro Monatsrente. Steuerpflichtig ist der Ertragsanteil, der vom Alter bei Rentenbeginn abhängt. Wichtig ist ein stabiler und sicherer Versicherungspartner, sagt Axel Kleinlein.

"Da können Sie sich bei uns, auf der Page vom Bund der Versicherten schlau machen. Da untersuchen wir jedes Jahr aufs Neue die sogenannten Solvenz-Berichte. Da kriegen Sie eine Idee davon wie der Versicherer da steht. Dann sollten Sie einen Tarif nehmen, der möglichst preisgünstig ist, denn Kosten, die nagen ganz besonders stark an der Attraktivität von so einer Rente."

Das beklagt auch Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg.

"Wir haben eine Stichprobe gemacht und haben unterstellt, eine 65-jährige Person möchte gern 50.000 Euro verrenten lassen. Herausgekommen ist, dass es Abschluss- und Vertriebskosten von 2,5 Prozent bei einem Anbieter bis zu sechs Prozent bei einem anderen gab."

Und das sei viel zu hoch, sagt die Verbraucherschützerin. Wer eine Sofortrente in Erwägung zieht, sollte auch die Überschussbeteiligung im Blick haben, ergänzt Axel Kleinlein.

Rentiert sich nur, wenn man sehr alt wird

"Wollen Sie eine Rente haben, die besonders stark steigt, aber mit einer niedrigen Rente beginnt? Oder wollen Sie eine Rente haben, die immer auf dem gleichen Niveau bleibt und wohlmöglich auch mal zwischenzeitlich fallen kann?"

Wie man sich auch entscheidet, Verbraucherschützer stehen der Sofortrente eher skeptisch gegenüber. Auch von der Möglichkeit, die Sofortrente vom Ehepartner weiter führen zu lassen, sollte man wegen der hohen Kosten keinen Gebrauch machen. Die Sofortrente rentiere sich nur, wenn man sehr alt wird.

"Sie können sich den Spaß machen und einfach mal ausrechnen wie lange müssen Sie die Rente bekommen, um das Geld rauszubekommen, dass Sie mal rein investiert haben. Und das ist zum Teil überraschend lange. Da kann es durchaus sein, dass Sie 110 oder gar 130 Jahre alt werden müssen, damit Sie überhaupt das, was reingesteckt wurde, in Form von Renten rausbekommen haben."

Anlage-Alternativen in Zeiten von Niedrigzinsen gibt es trotzdem, meint Verbraucherschützerin Becker-Eiselen. Zum Beispiel könne man rechtzeitig vor Rentenbeginn sein Konto bei der Deutschen Rentenversicherung erhöhen.

"Es kann eine andere Variante sein, ob man einen Entnahmeplan macht bei der Bank. Es kann noch eine Variante sein, dass man das Geld ganz anders anlegt und sozusagen individuell entnimmt. Alles Möglichkeiten, die muss man aber sicherlich ausloten und auch dazu beraten die Verbraucherzentralen."

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