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StartseiteVerbrauchertippAuf das Ende von Windows 7 vorbereiten12.07.2019

Altes BetriebssystemAuf das Ende von Windows 7 vorbereiten

Das Computer-Betriebssystem Windows 7 läuft Schätzungen zufolge immer noch auf gut einem Drittel aller PCs und Laptops weltweit. Doch damit soll bald Schluss sein: Am 14. Januar 2020 wird es das letzte Mal Sicherheitsupdates für Windows 7 geben. Nutzer sollten deshalb schon jetzt aktiv werden.

Von Stefan Römermann

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Microsoft Windows 7 Präsentation auf der Entertainment Area der Gamescom (imageBROKER/ Jochen Tack)
Mitte Januar ist Schluss, dann wird es keine Windows-7-Updates mehr geben (imageBROKER/ Jochen Tack)
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Keine Windows-Updates und Aktualisierungen mehr? Für manche genervten Computernutzer klingt das nach verlockenden Zuständen. Schließlich will sich das Betriebssystem gefühlt immer dann aktualisieren, wenn es gerade überhaupt nicht passt. Doch wenn es nach dem offiziellen Serviceende für Windows 7 im kommenden Januar gar keine Updates mehr gibt, wird es für Computernutzer gefährlich, warnt Nabil Alsabah, Sicherheitsexperte beim IT-Branchenverband Bitkom.

"Das bedeutet, wenn Sicherheitslücken entdeckt werden, wenn neue Schadsoftware entwickelt wird, so wird Microsoft kein Update bereit stellen, um mit diesen Problemen fertig zu werden."

Von Tag zu Tag gefährlicher, Windows 7 zu benutzen

Der Computer funktioniert danach zwar auf den ersten Blick genauso weiter wie bisher. Aber durch die fehlenden Updates wird es nach dem Stichtag am 14. Januar in einem halben Jahr dann von Tag zu Tag gefährlicher, Windows 7 weiter zu benutzen, warnt auch Digitalexpertin Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen.

"Ein nicht mehr geupdatetes Windows 7 ist ein großes Einfallstor für Hacker, für Viren, also für jegliche Art von Angriffen auf den PC. Es ist immer empfehlenswert ein Betriebssystem zu haben, das auf dem aktuellsten Stand ist. Dass hier also in jeglicher Hinsicht Sicherheitslücken geschlossen sind."

Und auch mit zusätzlicher Sicherheits-Software wie einem separatem Anti-Virenprogramm und einer Firewall lässt sich Windows 7 ab kommendem Januar dann nicht mehr sicher betreiben, sagt Axel Vahldiek vom Computermagazin c’t.

"Ein Virenscanner ist wichtig, eine Firewall ist wichtig. Aber es ändert nichts daran, dass auch die Sicherheitslücken geschlossen werden sollten. Das muss man sich ungefähr so vorstellen wie ein Haus: Nur weil Sie die Haustür abschließen, die Terassentür sollten Sie tunlichst auch zu machen. Ansonsten gehen die Diebe halt hinten rein. Man muss möglichst viele Sache abdichten und Sicherheitslücken sind ein ganz wichtiger Aspekt darunter."

In den nächsten Monaten aktiv werden

Wer einen PC oder Laptop mit "Windows 7" benutzt, sollte deshalb in den nächsten Monaten aktiv werden. Die einfachste Möglichkeit ist es, sich einen neuen Computer mit einem vorinstallierten, neuen Betriebssystem zu kaufen. Alternativ können Nutzer aber auch jetzt noch kostenlos zu Windows 10 wechseln. Zwar ist das entsprechende Gratisangebot offiziell schon vor über zwei Jahren ausgelaufen. Doch das passende Programm für den kostenlosen Wechsel, das "Media Creation Tool", lässt sich immer noch kostenlos auf der Microsoft Webseite herunterladen und benutzen. Dieses Programm muss dann anschließend nur noch per Mausklick gestartet werden, erklärt Windows-Experte Vahldiek.

"Und dann wandelt das die bestehende Windows-7-Installation in Windows 10 um, und dann ist man normalerweise auch durch, sofern alles klappt."

Manchmal gehen bei der Aktualisierung auf Windows 10 allerdings auch Daten oder Einstellungen verloren. Deshalb sollte man unbedingt alle wichtigen Daten vorher auf einem USB-Stick oder einer externen Festplatte sichern. Bei der Installation sollten Computerbesitzer außerdem die Meldungen auf dem Bildschirm aufmerksam durchlesen, sagt Verbraucherschützerin Henschler.

"Dass man doch die Einstellungen doch soweit als möglich selber durchgeht, also manuell bestimmte Dinge einstellt und nicht komplett die Installation durchlaufen lässt."

Denn in der Grundeinstellung überträgt Windows 10 extrem viele Daten an den Hersteller Microsoft. Sollte die neue Windows-Version auf dem alten Rechner nur noch extrem langsam laufen, kann man auch einen Umstieg auf das Betriebssystem Linux versuchen, beispielweise mit der Version Lubuntu. Die läuft auch auf älteren PCs oder Laptops meist erstaunlich schnell und sicher.

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