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AmazonAbschied von sexistischem Algorithmus

Geschäftsmann mit Laptop und durchsichtige Geschäftsfrau sitzen am Schreibtisch PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xPaulxReidx  (imago stock&people)
Amazons Experten für Künstliche Intelligenz hatten ein Programm für die Auswahl neuer Mitarbeiter entwickelt - das mag aber keine Frauen. (imago stock&people)

Amazon hat ein Computerprogramm eingestellt, das Männer bei der Auswahl von Bewerbern bevorzugte.

Laut einem Reuters-Bericht durchkämmen bei Amazon seit Jahren solche Programme die Bewerbungsschreiben nach geeigneten Kandidaten. Dabei wurden sie nach einem Fünf-Sterne-System bewertet. Nach einer Weile entdeckten die Entwickler, dass der Algorithmus sich selbst beigebracht hatte, Männer zu bevorzugen. Der Grund: Er orientierte sich an allen Bewerbungen der vergangenen zehn Jahre - und das waren mehr männliche Kandidaten. Interessanterweise sortierte die Software nicht einfach Lebensläufe von Frauen aus, sondern solche, in denen etwa "Kapitänin der Frauenmannschaft" stand oder "Mädchenschule". Die Entwickler versuchten, die "Männervorliebe" auszuschalten - das Vertrauen in das Programm war zu dem Zeitpunkt aber bereits gesunken. Nach Angaben von Reuters wurde es schließlich beendet.

Derzeit versuchen einige Unternehmen, den Auswahlprozess von Mitarbeitern zu automatisieren, etwa die Hotelkette Hilton und die Investmentbank Goldman Sachs.