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StartseiteNachrichten vertieftTrump kassiert Absagen von Musikstars18.01.2017

Amtseinführung des US-PräsidentenTrump kassiert Absagen von Musikstars

Andrea Bocelli, Elton John und Celine Dion: Das Team des designierten US-Präsidenten Donald Trump wollte sie für einen Auftritt bei der Amtseinführung gewinnen und kassierte Absagen. Während manche von Terminschwierigkeiten sprechen, erklären andere offen, nicht für Trump auftreten zu wollen. Sein Team selbst beschreibt den Mangel an Stars als gewollt.

Von Jan Bösche

Der künftige US-Präsident Donald Trump blickt suchend in die Menge. (AFP / DON EMMERT)
Auf der Suche nach Musikern für seine Amtseinführung: Der künftige US-Präsident Donald Trump. (AFP / DON EMMERT)
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Die Band der US-Marine übt für den Amtswechsel. Es ist die älteste Militärband der USA, sie nennt sich stolz "The President's Own" - die Band des Präsidenten. Michelle Urzynecok spielt Klarinette:

"Ich wollte eigentlich schon immer ein Mitglied der 'President's Own' sein, seit ich angefangen habe. Das ist eine große Ehre."

Älteste Militärband der USA spielt bei Amtseinführung

Die Marines haben ein hartes Auswahlverfahren. Urzynecok hat dreieinhalb Jahre in Berlin gelebt, Deutsch gelernt und an der Hanns-Eisler Musikhochschule studiert. Seit 16 Jahren gehört sie zur Musik-Elitetruppe. Der Amtseid eines Präsidenten ist für sie ein Höhepunkt:

"Ich versuche, ob ich das auf Deutsch richtig sagen kann: Das ist ein großer Teil der Geschichte der USA. Dabei zu sein, ist eine große Ehre, wir freuen uns."

Michelle Urzynecok ist Klarinettistin bei der ältesten Militärband der USA, die sich "The President's Own" nennt. (ARD / Jan Bösche )"Dabei zu sein, ist eine große Ehre": Michelle Urzynecok, Klarinettistin bei der ältesten Militärband der USA, wird bei Trumps Amtseinführung auftreten. (ARD / Jan Bösche )
Immerhin: Auf seine Band kann sich der neue Präsident verlassen. Sie und andere Militärkapellen werden zum Amtswechsel spielen - zur Freude Trumps:

"Ich habe einige dieser Bands in den vergangenen Jahren gehört, sie sind unglaublich. Es wird ein sehr eleganter Tag, der 20. wird ganz besonders, sehr schön."

Sturm der Entrüstung über Zusage von Musical-Star Jennifer Holliday

Ansonsten haben sich Trump und sein Team viele Körbe geholt, bei dem Versuch, Stars für die Feierlichkeiten zu gewinnen. Auf der Liste der Absagen stehen Andrea Bocelli, Elton John oder Celine Dion. Manche sprechen von Terminschwierigkeiten, andere ganz offen davon, dass sie nicht für Trump auftreten wollen.

Zuletzt zog der Musical-Star Jennifer Holliday die Zusage zurück - nachdem ein Sturm der Entrüstung auf sie niedergegangen war. Umstimmen ließ sie sich von einem Online-Artikel beim "Daily Beast" über ihre Bedeutung für Schwule und Lesben. Bei MSNBC erklärte sie:

"Alle Tweets von Afro-Amerikanern waren direkt gegen mich gerichtet. Schwulen und Lesben ging es um Inhalte, sie beschimpften mich nicht. Außerdem glauben sie an mich, seit 'Dreamgirls'. Sie ernährten mich, auch als Kirchen-Gänger das nicht taten."

Countrysänger Toby Keith und Lee Greenwood haben zugesagt

Für Trump auf der Bühne stehen nun zum Beispiel die Countrysänger Toby Keith und Lee Greenwood oder die Rockband "3 doors down". Beim Amtseid selbst wird der Chor der Mormonenkirche auftreten - was innerhalb des Chores für Debatten sorgte. Die Nationalhymne singt die 16-jährige Jackie Evancho, bekannt geworden als Teilnehmerin bei "Das Supertalent". Vor vier Jahren sang Beyoncé.

Trumps Team sagt, der Mangel an Stars sei kein Problem, sondern gewollt: Es gehe nicht um große Stars. Medien berichten trotzdem genüsslich, das Team habe alles versucht, um große Namen nach Washington zu locken. Für die Musiker der Marine-Band "The President's Own" ist es eine Pflicht, zu spielen. Seit 1801 war die Band bei jeder Amtseinführung dabei. Duane King ist Tambourmajor und wird die Musiker in der Parade anführen:

"Es ist unser Auftrag, den Präsidenten mit Musik zu versorgen. Es gibt keine größere Bühne dafür als die Amtseinführung."

Ihre Sorge ist mehr, wie das Wetter wird: Bislang ist Regen angesagt.

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