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StartseiteKultur heuteDer starke Auftritt von Lyrikerin Amanda Gorman 21.01.2021

Amtseinführung von Joe BidenDer starke Auftritt von Lyrikerin Amanda Gorman

Performance, Slam und die eigene Biografie: Die Lyrikerin Amanda Gorman habe bei der Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden die Herzen der Zuschauer getroffen, sagte die Amerikanistin Georgiana Banita im Dlf und erklärt, warum „The Hill We Climb“ das Gedicht der Stunde ist.

Georgiana Banita im Gespräch mit Jörg Biesler

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Die Lyrikerin Amanda Gorman trägt das Gedicht "The Hill We Climb" auf der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden am 20.01.2021 vor (dpa / ZUMA Wire / Carol Guzy)
Amanda Gorman: Dichterin, Aktivistin und Soziologin bei der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden (dpa / ZUMA Wire / Carol Guzy)
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Die Amerikanistin und Kulturwissenschaftlerin Georgiana Banita von der Uni Bamberg hat sich Gedanken darüber gemacht, wie die Dichterin Amanda Gorman so viele Menschen mit einem Gedicht erreichen konnte. Für sie verkörpert die Performance während der Amtseinführung den historischen Moment "der Unruhe, der Angst, aber auch der Hoffnung."

Sie betont die mehrfachen Rollen, die Amanda Gorman einzunehmen vermag: als Dichterin, als Aktivistin und als Soziologin. Polizeirassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze seien schon länger Inhalte in ihrem Werk.

Gedicht der Stunde

"The Hill We Climb" sei insofern das Gedicht der Stunde, als es wie aus dem Nichts erschienen sei und bislang Verborgenes aufzeige. Es enthalte Elemente von Slam-Poetry, ihre dynamische Stimme spräche zu jedem von uns.

Die Kulturwissenschaftlerin Georgiana Banita (Banita_©_FotoKohler.jpg) (Banita_©_FotoKohler.jpg)Georgiana Banita ist Amerikanistin und Kulturwissenschaftlerin an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und Kennerin amerikanischer Lyrik. In ihren Forschungen befasst sie sich unter anderem mit Polizeikulturen in der Migrationsgesellschaft. 

Georgiana Banita sagte im Dlf, dass Gormans Vortrag "die Zuhörer als Kollektiv, als Nation, als Gemeinde adressiert – in einer Mischung aus Predigt und Performance."

Ein Melting Pot aus Sprachbildern

Gorman arbeite mit Zitaten von Lincoln bis Obama. Ihr gelinge es, jetzt die Macht der Worte zurückzuerobern: Tyrannen würden sich vor Poeten fürchten, habe Amanda Gorman schon geschrieben. In den vergangenen vier Jahren sei sehr inauthentisch gesprochen worden, das müsse sich jetzt drehen. Dafür stehe diese 22-jährige Dichterin.

Amanda Gorman, gekleidet in einen leuchtend gelben Mantel, steht am Pult mit Mikrofon und hat beide Hände erhoben, während sie ein Gedicht rezitiert (picture alliance / Consolidated News Photos / Patrick Semansky) (picture alliance / Consolidated News Photos / Patrick Semansky)Wie Frauen den Machtwechsel in den USA prägen
Ihr Auftritt machte Eindruck: Amanda Gorman trug bei der Amtseinführung Joe Bidens als US-Präsident ein Gedicht vor. Sie ist nicht die einzige Frau, von der sich die Literaturagentin Elisabeth Ruge eine Zeitenwende in den USA verspricht.

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