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Angebliche Anschläge auf der KrimPutin wirft Ukraine "Terror" vor

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit Regierungsmitgliedern am Mittwoch (10. August 2016). (imago stock&people)
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit Regierungsmitgliedern am Mittwoch (10. August 2016). (imago stock&people)

Die Ukraine soll nach einem russischen Medienbericht versucht haben, die von Russland annektierte Krim anzugreifen. Bei den beiden angeblichen Attacken sollen ein Agent und ein Soldat aus Russland getötet worden sein, Russlands Präsident Wladimir Putin spricht von Terror. Der ukrainische Außenminister dementiert und sagt: "Putin will mehr Krieg."

Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtete am Mittwoch, dass der russische Geheimdienst FSB Terrorattacken auf der Krim verhindert habe. Die Angriffe seien vom ukrainischen Verteidigungsministerium vorbereitet worden. In der Nacht vom 6. auf den 7. August habe es einen Schusswechsel bei Armjansk, einer Stadt hinter der faktischen Grenze zwischen der Ukraine und der von Russland annektierten Krim gegeben. Dabei sei ein Agent des FSB, dem die russischen Grenzschützer unterstehen, getötet worden.

Putin: "Ukraine spielt gefährliches Spiel"

Bei dem Vorfall stellten die russischen Kräften den Angaben zufolge unter anderem Sprengstoff, Granaten und Waffen sicher, die bei der ukrainischen Armee "Standard" seien. Eine nicht genannte Zahl an Menschen sei festgenommen worden, einer wird als Angestellter der ukrainischen Verteidigungsministeriums identifiziert. Die Verhafteten hätten Geständnisse abgelegt. Am Morgen des 8. August sei es außerdem zu zwei weiteren Gefechten an der Grenze gekommen, bei denen ein russischer Soldat gestorben sei. Ziel dieser "Sabotage- und Terrorakte" sei es gewesen, vor den Wahlen in Russland und auf der Krim im September die "soziale und politische Lage zu destabilisieren", monierte der FSB auf seiner Homepage.

Russlands Präsident Wladimir Putin warf der Ukraine am Mittwoch vor, "den Weg des Terrors statt des Friedens" einzuschlagen. Die Aktionen der Ukraine seien "dumm" und "kriminell". Die russischen Kräfte hätten einen "Einfall einer Sabotagegruppe des ukrainischen Verteidigungsministeriums" auf der Krim verhindert. Putin sprach von einem "gefährlichen Spiel". Angesichts des Angriffsversuchs sei es sinnlos, mit der Führung in Kiew Gespräche über eine Friedensregelung für den abtrünnigen Osten der Ukraine zu führen, sagte Putin. Dort stehen pro-russische Separatisten den Truppen der Zentralregierung gegenüber. 

Ukraine weist Vorwürfe zurück

Die Ukraine wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher des Militärgeheimdienstes bezeichnete den FSB-Bericht als Falschinformation. Der Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Alexander Turtschinow, sprach von "hysterischen und falschen" Anschuldigungen und warf Russland vor, auf der Krim Angst verbreiten zu wollen. "Putin will mehr Krieg. Russland lässt die Lage eskalieren und versucht verzweifelt, einen Kriegsfall mit der Ukraine herbeizuführen - und die Reaktion des Westens zu testen", schrieb Dmytro Kuleba, Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, bei Twitter.

Lage auf der Krim seit Annexion weitgehend friedlich

Russland hatte die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel nach einem umstrittenen Referendum im Frühjahr 2014 in sein Staatsgebiet aufgenommen. Der Schritt wird international nicht anerkannt. Seit der Annexion der Krim blieb es auf der Halbinsel weitgehend friedlich. Im Osten der Ukraine kämpfen allerdings weiterhin ukrainische Regierungssoldaten gegen prorussische Rebellen. In dem Konflikt wurden bereits rund 9.500 Menschen getötet. Ein Berater des Chefs des ukrainischen Geheimdienstes SBU, Juri Tandit, sagte der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zudem, die Ukraine habe nicht die Absicht, das Gebiet "mit Gewalt" zurückzuerobern. Das werde sie auch niemals tun. 

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die die Frontlinie zwischen der Ukraine und der Krim beobachtet, berichtete nicht über die vermeintlichen Zwischenfälle der vergangenen Tage. Allerdings sei zuletzt der Autoverkehr in dem Gebiet ausgesetzt worden und die Grenzschützer schienen in "erhöhter Alarmbereitschaft" zu sein.

(nch/tj)

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