Die Nachrichten

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Angriff auf Moscheen49 Tote in Christchurch

Polizisten sichern nach den Angriffen auf Moscheen in Neuseeland einen der Tatorte in Christchurch. (AP/Mark Baker)
Polizisten sichern nach den Angriffen auf Moscheen in Neuseeland einen der Tatorte in Christchurch. (AP/Mark Baker)

Nach den Terrorangriffen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch haben Politiker weltweit die Taten verurteilt. Bundeskanzlerin Merkel erklärte, sie trauere um die Menschen, die "aus rassistischem Hass" ermordet worden seien. Nach jüngsten Angaben gab es 49 Tote.

"Tief erschüttert verfolge ich die Nachrichten aus Christchurch", teilte Regierungssprecher Seibert im Namen der Kanzlerin auf Twitter mit. "Ich trauere mit den Neuseeländern um ihre Mitbürger, die friedlich betend in ihren Moscheen überfallen und aus rassistischem Hass ermordet wurden."

Bundesaußenminister Maas verurteilte die Attentate als "brutales Verbrechen" und sprach den Familien und Freunden der Opfer sein Mitgefühl aus.

Der türkische Präsident Erdogan erklärte: "Ich verfluche diejenigen, die den Terroranschlag begangen haben." Er habe sich gegen betende Gläubige gerichtet und zeige "wachsenden Rassismus und Islam-Phobie".

Nahles: "Wer Muslime angreift, greift uns alle an"

Auch SPD-Chefin Nahles zeigte sich erschüttert. "Wer Muslime angreift, greift uns alle an", schrieb sie auf Twitter. "Dieser Hass darf niemals einen Platz bei uns haben – weder in Neuseeland, noch woanders." Die Berliner SPD-Politikerin Chebli wertete die Tat als ein Ergebnis der "weltweiten Stimmungsmache gegen den Islam und Muslime".

Erdogan: "Tat zeigt wachsende Islam-Phobie"

Deutliche Worte fand auch der türkische Präsident Erdogan. Der Anschlag habe sich gegen betende Gläubige gerichtet und zeige "wachsenden Rassismus und Islam-Phobie". Wörtlich sagte Erdogan: "Ich verfluche diejenigen, die den Terroranschlag begangen haben." 

Auch die britische Premierministerin May und Frankreichs Präsident Macron kondolierten. Macron schrieb auf Twitter, Frankreich stelle sich gegen "alle Formen des Extremismus" und gehe mit seinen Partnern gegen Terrorismus vor.

Zwei Angriffe

Nach Augenzeugenberichten schoss ein Mann zunächst in einer Moschee in der Innenstadt um sich, wo sich hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten. Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse. Laut unserem Korrespondenten versuchten hunderte Menschen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Innenstadt Christchurchs wurde abgeriegelt, die Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. 

Eine Polizistin spricht in der Nähe einer angegriffenen Moschee in Christchurch mit zwei Anwohnern. Das Gelände ist mit einem Band abgesperrt. (AFP/Tessa BURROWS)Eine Polizistin spricht in der Nähe einer angegriffenen Moschee in Christchurch mit zwei Anwohnern. (AFP/Tessa BURROWS)

Drei Männer und eine Frau festgenommen

Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden inzwischen vier Verdächtige festgenommen - drei Männer und eine Frau. Einer von ihnen soll Australier gewesen sein. Der australische Premierminister Morrison erklärte, es handle sich um einen rechtsextremen gewalttätigen Terroristen. An Fahrzeugen der Angreifer wurden Sprengsätze gefunden, die Experten der Armee entschärften.

Premierministerin Ardern sprach von einem der dunkelsten Tage für ihr Land. Neuseeland sei angegriffen worden, weil es für Vielfalt stehe. Der Anschlag sei gut vorbereitet gewesen. Die mutmaßlichen Angreifer seien nicht auf Terror-Listen geführt worden.

Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern äußerte sich nach den Angriffen auf zwei Moscheen in Christchurch in einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. (AP/TVNZ)Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern äußerte sich nach den Angriffen auf zwei Moscheen in Christchurch in einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. (AP/TVNZ)

Im Internet tauchte Videomaterial auf, das den Angriff auf eine der Moscheen zeigen soll, gefilmt und live gestreamt vom Schützen selbst. Außerdem kursiert im Internet ein rassistisches Manifest, das von dem oder den Tätern stammen soll.

Die neuseeländische Polizei arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Verbreitung des Videos zu verhindern. Ermittler forderten die Öffentlichkeit auf, entsprechende Links nicht im Internet zu teilen.

Das 17-minütige Video, das offenbar vom mutmaßlichen Attentäter selbst gedreht wurde, soll den Angriff auf die erste Moschee zeigen. Facebook hat nach eigenen Angaben aufgrund eines Hinweises der neuseeländischen Polizei das Profil des mutmaßlichen Attentäters auf Facebook und Instagram gelöscht. Auch der Livestream sei entfernt worden.

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