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Angriff in StraßburgTäter auf der Flucht - Motiv noch unklar

Französische Polizisten untersuchen den Tatort nahe dem Straßburger Weihnachtsmarkt. (imago/Ye Pingfan)
Französische Polizisten untersuchen den Tatort nahe dem Straßburger Weihnachtsmarkt. (imago/Ye Pingfan)

Nach dem Angriff in Straßburg herrschte zwischenzeitlich Unklarheit über die Zahl der Opfer. Inzwischen steht fest: Es wurden drei Menschen getötet und 13 verletzt. Die Ermittlungen zum Motiv des flüchtigen Täters dauern an.

Ein terroristischer Hintergrund sei derzeit noch nicht sicher, sagte der zuständige Staatssekretär im französischen Innenministerium, Nuñez, dem Sender RTL. Der Mann sei zwar polizeibekannt gewesen, allerdings bisher nicht im Zusammenhang mit Terrorismus. Wegen Einbruchsdelikten sei er mehrfach im Gefängnis gewesen. Dort sei auch eine Radikalisierung festgestellt worden. Nuñez zufolge wurden in Zusammenhang mit dem Anschlag fünf Personen in Gewahrsam genommen, darunter sei aber nicht der Täter.

Der französische Innenminister Castaner sagte in der Nacht, der mutmaßliche Täter stamme aus Straßburg. Er sei 29 Jahre alt und wegen verschiedener Delikte sowohl in Frankreich als auch in Deutschland verurteilt worden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um einen französischen Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln. Der Mann wurde demnach vom Amtsgericht Singen wegen schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und war in Deutschland in Haft. Nach Verbüßen der Strafe sei er im vergangenen Jahr nach Frankreich abgeschoben worden.

Einsatzkräfte der Polizei sichern einen Eingang zur Straßburger Altstadt  (Christoph Schmidt / dpa)Die Straßburger Innenstadt wurde nach dem Anschlag abgeriegelt. Der Täter ist weiter auf der Flucht, (Christoph Schmidt / dpa)

Grenzkontrollen in Deutschland

Die Bundespolizei kontrolliert vier Grenzübergänge von Deutschland nach Frankreich. Wie ein Sprecher mitteilte, ist die Polizei in Kehl, Iffezheim, Breisach und Rheinau im Einsatz. Pendler müssten sich auf Wartezeiten bis zu 90 Minuten einstellen. Auch der öffentliche Nahverkehr ist von den Kontrollen betroffen.

Der Straßburger Bürgermeister Ries sagte in einem Interview, dass der Weihnachtsmarkt in der Altstadt heute geschlossen bleibe. Für Straßburg beginne ein Tag der Trauer. Auch alle für heute geplanten Demonstrationen und Kundgebungen wurden untersagt. 

Mann sollte festgenommen werden

Gestern Abend hatte der Täter an mehreren Stellen in der Straßburger Innenstadt das Feuer eröffnet. Laut Sicherheitsbehörden wurde er von Soldaten angeschossen. Der Mann sollte nach Medieninformationen eigentlich gestern früh verhaftet werden, wurde aber nicht angetroffen. In seiner Wohnung habe man Granaten gefunden.

Der Deutschlandfunk-Korrespondent Peter Kapern hält sich derzeit in Straßburg auf. Er schilderte die Lage in den "Informationen am Morgen". Bundesaußenminister Maas (SPD) äußerte sich auf Twitter erschüttert über den Anschlag und sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. "Wir tun alles, um unseren französischen Freunden beizustehen."

Das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes rief die Menschen zu erhöhter Wachsamkeit auf.

Vor 18 Jahren hatte die französische Polizei einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Straßburg durch die Festnahme mehrerer Personen vereitelt. Damals wollten algerische Islamisten eine Bombe zünden.

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