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Angst um die PressefreiheitNiederländische Rundfunkanstalt entfernt Logos auf Dienstfahrzeugen

Niederländische Rundfunkanstalt NOS  (Koen van Weel / ANP / AFP)
Die niederländische Rundfunkanstalt NOS hat ihren Sitz in Hilversum. (Archivbild vom 30.01.2015) (Koen van Weel / ANP / AFP)

Die niederländische öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt NOS hat entschieden, Logos des Senders von Dienstfahrzeugen zu entfernen.

Hintergrund seien die andauernden Anfeindungen gegen die Beschäftigten, teilte die NOS auf ihrer Homepage mit. Fast täglich würden Journalisten und Techniker mit erhobenen Mittelfingern oder Beleidigungen konfrontiert. Zudem werde Abfall auf sie geworfen und die Fahrzeuge würden im Straßenverkehr blockiert. Seit einiger Zeit könnten Reporter nicht mehr ohne Sicherheitskräfte zu öffentlichen Veranstaltungen gehen. Der Chefredakteur Marcel Gelauff sprach von einer "Niederlage für die NOS, vor allem aber für den Journalismus".

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) reagierte mit "Bestürzung" auf die Entscheidung der NOS. Es sei schlimm, dass Journalistinnen und Journalisten des Rundfunks in der Öffentlichkeit untertauchen müssten, um noch ihren Job machen zu können, sagte DJV-Präsident Frank Überall. Wer Gewalt gegen Journalisten ausübe, habe das Grundrecht der Presse- und Meinungsfreiheit im Visier. Das sei nirgendwo akzeptabel, weder in Deutschland noch in den Niederlanden.

Diese Nachricht wurde am 18.10.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.