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Anschläge auf MoscheenWeltweit Entsetzen über Terror in Christchurch

Eine Polizistin trägt ein Gewehr und steht hinter einer Polizeiabsperrung auf einer Straße. (picture alliance / ZUMA Press /)
Eine Polizistin sichert eine Straße, die zur Masjid Al Noor Moschee in Christchurch führt. (picture alliance / ZUMA Press /)

Regierungen und Religionsgemeinschaften weltweit haben den Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland verurteilt. US-Präsident Trump sprach von einem bösartigen Akt des Hasses und sicherte Neuseeland seine Unterstützung zu.

Die britische Königin als Staatsoberhaupt sprach den Familien und Freunden der 49 Todesopfer ihr Beileid aus. Elisabeth II. erklärte, sie sei sehr betrübt über die Schüsse in Christchurch.

Merkel: Anschlag auf tolerante Gesellschaft

Auch die EU sicherte Neuseeland Solidarität zu. Bundespräsident Steinmeier sagte, es sei besonders verachtenswert, dass Menschen Opfer dieser feigen Anschläge wurden, die friedlich ihrem Glauben nachgingen. Bundeskanzlerin Merkel erklärte in München, es habe sich um einen perfiden Angriff auf Betende gehandelt. Der Anschlag sei gegen Muslime gerichtet gewesen und damit auch gegen die offene und tolerante Gesellschaft.

Papst Franziskus erklärte sich in einem Telegramm mit der islamischen Gemeinschaft Neuseelands solidarisch. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland nannte den Anschlag eine eindringliche Mahnung, Hetze entschieden entgegenzutreten.

Erdogan kritisiert "zunehmende Islam-Phobie"

Der türkische Staatschef Erdogan wertete den Anschlag als Zeichen einer zunehmenden Islam-Phobie. Sein Außenminister Cavusoglu machte Politiker auch aus der EU für die Tat mitverantwortlich, weil sie Hass auf Muslime schürten.

Der Iran erklärte, Rassismus im Allgemeinen und Islamfeindlichkeit im Besonderen bedrohten die Sicherheit von Menschen weltweit.

Mindestens 49 Tote

Bei dem Terroranschlag auf zwei Moscheen in der Stadt Christchurch waren mindestens 49 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt worden. Als Hauptverdächtigen hat die Polizei einen Rechtsextremen aus Australien festgenommen. Er hatte die Tat offenbar online angekündigt. Zwei weitere Menschen werden verdächtigt, beteiligt gewesen zu sein.

Neuseelands Premierministein Ardern sprach von Terrorakten und einem der dunkelsten Tage für ihr Land. Neuseeland sei angegriffen worden, weil es für Vielfalt stehe. Der Anschlag sei gut vorbereitet gewesen. Die mutmaßlichen Angreifer seien nicht auf Terror-Listen geführt worden.

Video vom ersten Angriff im Netz

Die neuseeländische Polizei arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Verbreitung eines Videos von der Tat zu verhindern. Ermittler forderten die Öffentlichkeit auf, entsprechende Links nicht im Internet zu teilen.

Das 17-minütige Video, das offenbar vom mutmaßlichen Attentäter selbst gedreht wurde, soll den Angriff auf die erste Moschee zeigen. Facebook hat nach eigenen Angaben aufgrund eines Hinweises der neuseeländischen Polizei das Profil des mutmaßlichen Attentäters auf Facebook und Instagram gelöscht. Auch der Livestream sei entfernt worden.