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Anschlagsserie in Sri LankaGewalt am Ostersonntag

Die St. Antonius Kirche in Colombo ist nach einer Explosion verwüstet, Sicherheitskräfte gehen durch Trümmer (picture alliance / AA / Chamila Karunarathne)
Sicherheitskräfte in Sri Lanka stürmen ein Haus in einem Vorort der Hauptstadt Colombo. (picture alliance / AA / Chamila Karunarathne)

Mindestens 290 Tote und Hunderte Verletzte: Das ist die Bilanz der Anschlagsserie auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka. Unter den Opfern sind mindestens 32 Ausländer. Auf wessen Konto die Anschläge gehen ist bislang unklar.

Zunächst hatte es Explosionen in drei Kirchen während der Ostermesse gegeben sowie in drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo. Stunden später ereigneten sich zwei weitere Detonationen in einem Hotel und einem Wohnviertel. Ein Polizeisprecher sagte, derzeit gingen die Ermittler Hinweisen nach, dass mehrere der Explosionen von Selbstmordattentätern ausgeführt worden seien.

DLF-Korrespondent Bernd Musch-Borowska in den Informationen am Mittag


Sri Lankas Premierminister Wickremesinghe verhängte eine zwölfstündige Ausgangssperre und berief eine Krisensitzung des Kabinetts ein. Auch der Zugang zu Social-Media-Diensten wurde beschränkt. Damit solle die Verbreitung von Falschinformationen und Gerüchten verhindert werden, hieß es. Es ist der schwerste Anschlag seit dem Ende des Bürgerkriegs vor zehn Jahren.

Der stellvertretende Verteidigungsminister Wijewardene sagte, die Verantwortlichen für die Anschläge seien identifiziert worden. Er sprach von extremistischen Gruppen. Details zu den sieben Festnahmen nannte die Regierung zunächst nicht.

Katholikinnen und Katholiken als Ziel

Die Attentäter hatten sich offenbar gezielt drei Kirchen ausgesucht. Zum Zeitpunkt der Explosionen hatte es dort Ostermessen gegeben. Zudem gab es weitere Detonationen in Hotels in der Hauptstadt Colombo, die bei Ausländern beliebt sind, sowie in einem Wohnviertel. 

Die betroffenen Kirchen sind St. Antonius in Colombo, St. Sebastian in Negombo und die Kirche von Batticaloa im Osten Sri Lankas. TV-Material von St. Sebastian zeigte, wie die Explosion das Dach sowie Fenster und Türen des Gebäudes wegriss. St. Antonius gilt als Nationalheiligtum der Katholiken des asiatischen Landes. Die Fünfsternehotels Shangri-La, Cinnamon Grand und Kingsbury in Colombo werden auch gerne von ausländischen Menschen besucht. Mindestens 32 Ausländerinnen und Ausländer sind nach Angaben der Polizei unter den Opfern.

Sri Lankas Bevölkerung ist mehrheitlich buddhistisch, doch Christen machen gut sieben Prozent der Bevölkerung aus. Knapp zehn Prozent der Einwohner sind Muslime. Die bei Urlaubern beliebte Tropeninsel im Indischen Ozean ist bislang jedoch von islamistischen Terror verschont geblieben. Sri Lanka ist seit Ende des Bürgerkrieges 2009 weitgehend friedlich gewesen. Die tamilische Separatistenorganisation "Tamil Tiger" gilt als besiegt und nicht mehr aktiv.

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