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StartseiteSport am WochenendeSchwedens Doping-Spürnase02.02.2019

Anti-Doping-Hund "Molly"Schwedens Doping-Spürnase

Molly findet sie alle: Die Hündin in Diensten des schwedischen Reichssportbundes sucht bei Sportlern nach verbotenen leistungsfördernden Substanzen. Sie ist der weltweit erste und bisher einzige voll ausgebildete "Anti-Doping-Hund".

Von Carsten Schmiester

Schweden: Hund "Molly" ist der weltweit erste und bisher einzige voll ausgebildete „Anti-Doping-Hund (imago sportfotodienst)
Schweden: Hund "Molly" ist der weltweit erste und bisher einzige voll ausgebildete „Anti-Doping-Hund (imago sportfotodienst)
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Molly ist fast fünf Jahre alt, also im allerbesten Hundealter: Eine weiß-braune Springer Spaniel-Lady, und was für eine! Nach Angaben des schwedischen Sportverbandes, für den sie ganz offiziell "arbeitet", ist Molly der weltweit erste und bisher einzige voll ausgebildete "Anti-Doping-Hund." Trainiert wird sie auf der Schäreninsel Lidingö gleich vor den Toren der Hauptstadt Stockholm im Leistungszentrum Bosön. Ihr "Husse", wie die Schweden Herrchen nennen, und auch ihr Trainer ist Michael Sjöö. Er arbeitet schon lange mit ihr und hat ihr zusammen mit Fachleuten vom schwedischen Zoll ihre ganz speziellen Fähigkeiten beigebracht. Deren Grundlage natürlich Mollys ganz spezielle Nase ist: Superempfindlich, was alle möglichen, aber eben verbotenen leistungsfördernden Substanzen angeht, sagt Michael:

"Sie kann die meisten der verbotenen Dopingmittel aufspüren. Das sind hauptsächlich Steroide und Testosteron, die auf die Muskeln im Körper wirken. Die findet sie ganz leicht. Ob in Form von Tabletten, Flüssigkeiten oder Cremes. Sie findet sie alle!"

Molly, Doping-Spürhund des schwedischen Reichssportbundes, im Einsatz (imago sportfotodienst)Molly im Einsatz (imago sportfotodienst)

Und das hat sie angeblich auch schon zwei Mal mit Erfolg getan. Mehr verrät der Verband allerdings nicht. Wohl auch, weil er das sonst ziemlich saubere Image seiner Sportler nicht ankratzen will. Weil in Schweden angeblich kaum gedopt wird, ist Mollys Aufgabe auch eher die Abschreckung, aber auf die schwedische, nämlich die sanfte Tour. Wenn er mit seinem Hund kommt, reagieren Athleten viel entspannter als beim Anblick menschlicher Kontrolleure, sagt man über Michael. Da liegt dann einfach weniger Spannung in der Luft. Aber nur, solange Molly nichts erschnüffelt. Wenn doch, dann sind das aktuell meist zu Trainingszwecken absichtlich in Taschen oder Umkleideschränken versteckte Mittelchen. Und immer, wenn sie eines davon entdeckt hat, gibt hinter nicht nur ein dickes Lob, "sondern diesen Ball als Belohnung. Das kennt sie schon. Wenn ich sie losschicke, weiß sie, dass erst einmal Arbeit angesagt ist. Aber danach kriegt sie den Ball, dann ist sie total happy, er ist ihr Lieblingsspielzeug!"

"Sie kann einem schon Angst machen"

Klingt so richtig nach nettem ganz normalem Hund und eigentlich ist Molly das auch, sagt Michael. Aber nur "außer Dienst", sozusagen.

"Sie ist sehr lieb. Nur nicht, wenn sie nach Dopingmitteln sucht. Dann kann sie einem schon Angst machen. Sie hört sie nicht eher auf, bis sie ihren Auftrag erledigt hat!"

Im Moment schnüffelt sie übrigens bei Schwedens Wintersportlern herum. Wohl ohne bisher wirklich etwas gefunden zu haben. Nur im Training eben, so wie hier im Leistungszentrum auf Lidingö! Gut gemacht, Molly!

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