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Antisemitismus-StudieViele judenfeindliche Vorurteile in Griechenland und Osteuropa

Ein durchgestrichener Davidstern und ein Hakenkreuz wurden an eine Gedenkstätte am Berliner Nordbahnhof geschmiert. (Picture Alliance / dpa / Daniel Reinhardt)
Antsemitische und rechtsextreme Schmierereien. (Picture Alliance / dpa / Daniel Reinhardt)

In Europa sind antisemitische Vorurteile einer Studie zufolge besonders stark in Griechenland und osteuropäischen Ländern wie Polen und Ungarn verbreitet.

Laut der Untersuchung der Nicht-Regierungsorganisation "Action and Protection League" glauben jeweils 36 Prozent der befragten Griechen und Polen, dass sich "die Juden niemals voll in die Gesellschaft integrieren werden". In Ungarn gaben dies 30 Prozent der Befragten an.

Die APL veröffentlichte die Studie mit 16.000 Teilnehmern in 16 europäischen Ländern anlässlich der Jahreskonferenz des jüdischen Verbands "European Jewish Association". Der Rabbiner und EJA-Präsident Menachem Margolin betonte, Antisemitismus sei "in Europa tief verwurzelt". In Griechenland glauben demnach 58 Prozent an ein "geheimes jüdisches Netzwerk, das politische und wirtschaftliche Angelegenheiten in der Welt beeinflusst". In Ungarn stimmten dem 39 Prozent der Befragten zu, in der Slowakei 34 Prozent.

"Eher negative Gefühle" gegenüber Juden gaben demnach rund 36 Prozent der befragten Griechen an sowie 27 Prozent der Ungarn und 23 Prozent der Polen. In Deutschland lag dieser Anteil bei elf Prozent. Eher gering waren anti-jüdische Einstellungen laut der Untersuchung in Schweden, Großbritannien und den Niederlanden.