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StartseiteVerbrauchertippSaftmischungen überzeugen nicht01.04.2019

Apfelschorle im TestSaftmischungen überzeugen nicht

Schorle aus Fruchtsaft gilt vielen als idealer Durstlöscher. Die Stiftung Warentest hat nun Apfelschorlen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis fiel trübe aus: Nur ein Produkt bekam die Bewertung "gut", als Durstlöscher können die Warentester kein einziges empfehlen.

Von Dieter Nürnberger

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Mann trinkt aus einem großen Glas Apfelschorle (imago/Becker&Bredel)
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Viel braucht es nicht, um eine Apfelschorle zu mixen. Es reichen Apfelsaft und Mineralwasser - und wenn die Schorle aus Konzentrat und nicht aus Direktsaft hergestellt wurde, dürfen auch noch natürliche Aromen zugesetzt werden. Der Saftgehalt soll zudem bei mindestens 50 Prozent liegen - so ist in den Leitsätzen für Erfrischungsgetränke formuliert. Dass trotz recht einfacher Rezeptur die meisten Schorlen in dieser Untersuchung nicht überzeugen konnten, überraschte die Stiftung Warentest. Allein geschmacklich gab es einiges zu beanstanden, sagt Warentesterin Janine Schlenker:  

"Ob das an verdorbenen Äpfeln liegt oder einer unsauberen Verarbeitung, verraten uns die Analyse-Ergebnisse nicht. Aber Verderb-Anzeichen haben in Apfelsaftschorle nichts zu suchen. Zwei Produkte - "Dennree" und "Ostmost" - und die fünf anderen mangelhaften Produkte waren Apfelsaftschorlen aus Konzentrat. Hier war es so: Aus Konzentrat wird der Saft wieder rückverdünnt, es wird Wasser und Apfelaroma zugesetzt. Und wir haben bei diesen zu wenig Apfelaroma gefunden."

Konzentrat-Verfahren für Hersteller günstiger

Für die Hersteller ist das Konzentrat-Verfahren meist günstiger, weil sich Konzentrat und auch die Aromalösung gut lagern und transportieren lassen. Die geprüften Schorlen aus Direktsaft waren allesamt Bioprodukte. Sie bekamen von den Verkosten meist die besseren Noten. Für den Geschmack sorgen vor allem die Süße und die Säure aus den Äpfeln, die Kohlensäure aus dem Mineralwasser kann allerdings dafür sorgen, dass ein geringer Aromagehalt weniger auffällt.

"Man kann eine gute Apfelsaftschorle aus Konzentrat herstellen. Die Direktsaftschorlen bringen aber mehr Geschmack mit, die sind körper- und aromareich. Während wir bei Konzentratsschorlen nur einen Einheitsgeschmack festgestellt haben." 

Als Durstlöscher ungeeignet

Zwei Bioprodukte aus Konzentrat enthielten aber auch zu viel Methanol. Es entsteht, wenn Äpfel stark mit Enzymen behandelt wurden. Das erhöht die Saftausbeute. Ein Gesundheitsrisiko bestehe hier jedoch nicht, so die Stiftung Warentest. Immerhin: Keime wurden in keiner Apfelschorle nachgewiesen. Ebenso wurde keinem Produkt Zucker zugesetzt. Als die so oft beworbenen idealen Durstlöscher eignen sich Schorlen dennoch nicht, denn sie sind von Natur aus zu süß:

"Sie enthalten definitiv zu viel Zucker. Bei einem halben Liter sind 28 Gramm viel zu viel. Man weiß ja, dass man täglich nur 50 Gramm Zucker aufnehmen sollte. Deshalb sollte man Apfelsaftschorle nur ab und zu trinken. Ideal als Durstlöscher - vor allem auch für Kinder - sind beispielsweise Wasser und ungesüßte Tees."

Die günstiges ist die beste

Geschmacklich wurde fast die Hälfte der Apfelschorlen mit gut bewertet. Allerdings ließ vor allem die Laboranalyse die Vermutung zu, dass viele Anbieter meist keine guten Saftqualitäten verwendet und verarbeitet haben. Am Ende lagen zwei Produkte vorn - eine Konzentrat-Schorle vom Discounter und eine aus Direktsaft. Warentesterin Janine Schlenker: 

"Vorn liegt die Eigenmarke von "Aldi Nord" - die Apfelsaftschorle "Wiesgart". Sie ist auch das günstigste Produkt im Test und schneidet in allen Prüfpunkten gut ab. Geschmacklich sticht auch die "Proviant"-Direkt-Apfelsaftschorle hervor. Sie ist deutlich teurer und vermasselt sich leider ein gutes Testqualitätsurteil durch eine viel zu kleine Kennzeichnung."

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