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StartseiteVerbrauchertippHomeoffice bei der Steuer absetzen15.04.2020

Arbeiten in Corona-ZeitenHomeoffice bei der Steuer absetzen

Wegen der Coronakrise arbeiten derzeit viele Menschen im Homeoffice. Das hat nicht nur Vorteile. Das Arbeiten am heimischen Schreibtisch kann sich finanziell negativ auf die Steuererklärung für 2020 auswirken. Denn nicht in allen Fällen lässt sich Homeoffice von der Steuer absetzen.

Von Brigitte Scholtes

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Eine Frau arbeitet mit Hörschutz im Homeoffice (picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Wer kein eigenes Arbeitszimmer hat, hat das Nachsehen (picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
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Dem Finanzamt ist es gleichgültig, unter welchen Bedingungen Arbeitnehmer im Homeoffice arbeiten. Es gelten die üblichen Regeln, nach denen man ein Arbeitszimmer steuerlich absetzen kann, erklärt Wolfgang Wawro, Steuerexperte des Deutschen Steuerberaterverbands:

"Auch bei diesem Corona-Bedingungen ist erforderlich, dass das Arbeitszimmer ausschließlich zu beruflichen Zwecken genutzt wird, das heißt: eine Arbeitsecke in der Küche, im Schlafzimmer oder auch im Wohnzimmer genügt keineswegs. Ausnahmsweise sind lediglich zehn Prozent Privatnutzung möglich, wenn man da mal eine Stunde sein Bügelbrett ins Arbeitszimmer reinstellt oder dergleichen ist damit gemeint. Aber grundsätzlich muss es voll beruflich genutzt werden."

Wichtig ist auch: Der Arbeitnehmer sollte dem Finanzamt schriftlich nachweisen können, dass der Arbeitgeber Homeoffice angeordnet hat, sagt Michael Beumer von der Zeitschrift "Finanztest". Wer noch an ein oder zwei Tagen in seine Firma fahren kann, um dort zu arbeiten, der erfülle die Voraussetzungen nämlich nicht: 

"Deswegen ist wichtig, dass der Arbeitgeber auch einem bescheinigen sollte, dass er einen nach Hause geschickt hat wegen Corona. Denn dann ist klar, dass der Arbeitsplatz nicht zur Verfügung stand. Sonst hätte man ja immer noch ins Büro fahren können, dann wäre das ja nur eine freiwillige Sache, dann würde das nicht zählen."

Coronavirus (Imago/Rob Engelaar/Hollandse Hoogte)Alle Beiträge zum Thema Coronavirus (Imago/Rob Engelaar/Hollandse Hoogte)

Wer kein eigenes Arbeitszimmer hat, hat das Nachsehen

Wer nicht über ein eigenes Arbeitszimmer verfügt, sondern nur über eine Arbeitsecke, der hat also das Nachsehen. Und das in doppelter Hinsicht, meint Beumer:

"Sie kriegen auch keine Entfernungspauschale für die Tage, wenn Sie im Homeoffice sind. Das heißt, wenn Sie jetzt 20 Tage Homeoffice machen, dann können Sie entsprechend bei der Entfernungspauschale nur 20 Tage weniger angeben. Das ist jetzt für denjenigen, der mit dem Auto fährt, vielleicht was anderes, der spart auch seine Benzinkosten. Aber es gibt auch Leute, die mit den 'Öffentlichen' fahren, und die können entweder ihre Ticketkosten angeben. Die ändern sich ja jetzt nicht, wenn man im Homeoffice ist oder aber die Entfernungspauschale, wenn man damit besser kommt. Und die Leute, die zahlen tatsächlich drauf, weil die jetzt auch noch weniger angerechnet bekommen, weil sie entsprechend weniger Tage im Büro waren."

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Mietkosten und Arbeitsmittel anteilig absetzen

Absetzen kann man die anteiligen Mietkosten, oder - wenn man in der eigenen Immobilie lebt - anteilig die Abschreibungen und etwa die Kosten für Finanzierung, Nebenkosten und die Grundsteuer. Hinzu kommen die Arbeitsmittel, die man bis zu 952 Euro direkt für das entsprechende Jahr absetzen kann. Im anderen Fall müsste das über mehrere Jahre geschehen. Oder man nimmt die Pauschale in Anspruch von höchstens 1.250 Euro.

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Ehepaare sind bei der Arbeitszimmer-Nutzung im Steuervorteil

Sind beide Partner im Homeoffice, es steht aber nur ein Arbeitszimmer zur Verfügung, dann können dennoch beide profitieren, erklärt Steuerexperte Wawro vom Deutschen Steuerberaterverband: 

"Das wird pro Person gerechnet. Also wenn die Bedingungen für ein häusliches Arbeitszimmer vorliegen, dann kann jeder Ehegatte seinen Anteil an den Kosten geltend machen."

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