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StartseiteVerbrauchertippStromfresser im Homeoffice26.05.2020

Arbeiten in der CoronakriseStromfresser im Homeoffice

Wegen der Coronakrise arbeitet ein Drittel aller Beschäftigten laut Wirtschaftsforschern inzwischen im Homeoffice - und verbraucht dadurch mehr Strom: Am Computer, bei der Telefonkonferenz oder beim Kochen für die Pause. Was man tun kann, damit die Stromrechnung nicht zu sehr in die Höhe schießt.

Von Carolin Born

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Eine berufstätige Mutter bei der Arbeit im Homeoffice und ihr Sohn, der zugleich seine  Hausaufgaben erledigt (www.imago-images.de)
Homeoffice und Homeschooling - die Coronakrise sorgt auch für höhere Energiekosten im Privathaushalt (www.imago-images.de)
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Im Hotelzimmer, in der Bibliothek oder auch mal im Zug: Dort hat Rebekka Blum meistens gearbeitet. Denn als Freiberuflerin ist sie viel unterwegs – normalerweise. In der Corona-Krise ist sie ins Homeoffice gewechselt. Dadurch hat sich nicht nur ihr Alltag verändert. Sie befürchtet auch eine saftige Stromrechnung:

"Ich bin gerade dauerhaft zuhause. Das bedeutet auch: Mein Laptop ist dauerhaft in Benutzung."

Das könnte die Stromrechnung in die Höhe treiben, fürchtet sie. Mit ihrer Befürchtung ist sie nicht allein, die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen verzeichnet gerade viele Anfragen hierzu. Gerhild Loer arbeitet dort im Bereich Energiesparen. Doch sie kann beruhigen: Groß ist der Mehrverbrauch meistens nicht.

"Habe ich einen Laptop zuhause, an dem ich acht Stunden sitze, dann macht das im Monat einen Euro Energiekosten aus. Habe ich aber einen Desktoprechner und einen zusätzlichen Monitor, dann macht das das Dreifache aus. Aber dann reden wir auch nur über drei Euro."

Rechner, Drucker und Co. - Ausschalten statt Stand-by

Gerhild Loer empfiehlt sogar einen zusätzlichen externen Bildschirm, der bei der Arbeit für eine bessere Körperhaltung sorgt - trotz des geringfügig höheren Stromverbrauchs.

Stromsparen lässt sich bei der Arbeit am Computer natürlich trotzdem. Wer Geräte gerade nicht nutzt, schaltet sie aus - anstatt den Stand-By-Modus zu verwenden. Das gilt besonders für Drucker, so Gerhild Loer:

"Werte sagen, dass die meistens Drucker bei uns zuhause im Jahr mehr Strom verbrauchen, während sie ungenutzt rumstehen als in den wenigen Minuten, in denen wir überhaupt drucken."

Herd und Spülmaschine als Stromfresser im Homeoffice

Deutlicher als die Arbeit am Laptop schlägt eine ganz andere Tätigkeit zu Buche: Das zusätzliche Kochen. Wer sonst in der Kantine zu Mittag isst und sich nun sein Essen selbst zubereitet, verbraucht mehr Energie.

"Nehmen wir eine dreiköpfige Familie: Wenn Eltern zusammen zuhause sind plus ein Kind, das ja gerade auch nicht in die Schule gehen kann. Dann heißt das wahrscheinlich, dass diese Familie jeden Tag kochen oder backen muss. Hier gehen wir im Monat von Kosten von zehn Euro aus, die vielleicht mehr zu Buche schlagen werden als wenn ich vorher außer Haus gegessen habe und die Kinder in der Schule versorgt waren."

Doch auch dieser Stromverbrauch lässt sich begrenzen. Ein Tipp: Herdplatten rechtzeitig herunterdrehen und die Nachwärme nutzen.

Weil mehr Kochen auch mehr dreckiges Geschirr macht: Bei der Spülmaschine lohnt es sich, das Eco- oder Sparprogramm laufen zu lassen. Das dauert zwar länger, spart aber viel Energie.

Umstieg auf LED-Leuchtmittel lohnt immer

Und auch wenn es wieder länger hell ist: Gerhild Loer legt allen ans Herz, die Wohnung nach alten Glühbirnen oder Halogen-Lampen zu durchforsten und durch LED-Lampen zu ersetzen.

"Tatsächlich geben wir da sogar den Tipp - auch wenn es sich erstmal komisch anhört - eine funktionierende Halogenlampe wegzuschmeißen und eine neue LED zu kaufen. Denn eine Halogenlampe verbraucht so viel Strom! Innerhalb von wenigen Wochen haben Sie sozusagen den Mehrverbrauch der Produktion der LED-Lampe wieder herausgearbeitet."

Mit ein paar Stromspartipps lassen sich die Mehrkosten fürs Homeoffice ausgleichen. Auch für Rebekka Blum sollte es am Ende des Jahres dann keine böse Überraschung geben. Sondern höchstens eine grünere Wohnung. Während ihrer Zeit im Homeoffice hat sie sich Blumen und Pflanzen besorgt - und kann sie nun endlich regelmäßig gießen.

Coronavirus (Imago/Rob Engelaar/Hollandse Hoogte)Übersicht zum Thema Coronavirus (Imago/Rob Engelaar/Hollandse Hoogte)

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