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StartseiteSport am WochenendeAmbitionen auf Olympische Winterspiele 202603.11.2018

ArgentinienAmbitionen auf Olympische Winterspiele 2026

Argentinien hat sich für die Olympischen Winterspiele 2026 ins Spiel gebracht. Dabei wäre die Austragung nicht nur eine finanzielle Herausforderung für das wirtschaftlich angeschlagene Land - auch die Bedingungen vor Ort sind alles andere als ideal.

Von Anne Herrberg

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Eine Fahne der Olympischen Jugend-Sommerspiele hängt über dem Wasser an der Puente de la Mucher. (imago )
Nach den Jugend-Sommerspielen die "großen" Winterspiele? Argentinien will sich für die Austragung 2026 bewerben. (imago )
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Olympische Jugendspiele in Buenos Aires Spiele und Schulden

Olympische Jugendspiele Kostenexplosion in Buenos Aires

Wenn keiner will, dann macht es… Argentinien? Jedenfalls hat sich das südamerikanische Land als Kandidat für die Olympischen Winterspiele 2026 ins Rennen gebracht, so informiert jedenfalls das Nationale Olympische Komitee in Buenos Aires. Die Millionenmetropole hat gerade die Jugendspiele ausgerichtet. Und nun scheint man dort derart vom Olympischen Geist beseelt, dass eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht wurde - und das, obwohl das Land derzeit in einer schweren Finanzkrise steckt. Die Jugendspiele kosteten die Stadt laut ARD-Recherchen an einem Tag soviel, wie in einem Jahr für den Rettungsdienst für medizinischen Notfälle ausgegeben wird.

Gut mit dem IOC vernetzt

Aber Argentinien ist im Internationalen Olympischen Komitee gut vernetzt - Sportfunktionär Gerardo Werthein, ein milliardenschwerer Unternehmer, ist einflussreiches IOC-Mitglied und Vertrauter von Präsident Thomas Bach. Den scheint die Idee zu überzeugen:

"Nach dieser hervorragenden Ausrichtung der Jugendspiele, kann wohl niemand Zweifel daran haben, dass Buenos Aires ein genauso hervorragender Gastgeber der Olympischen Spiele sein würde."

Große Distanzen zwischen Austragungsorten

Allerdings bezog sich Bach bei dieser Pressekonferenz Mitte Oktober noch auf die Idee einer Ausrichtung der Sommerspiele 2032. Nun also Winter Olympics 2026, das große Sorgenkind des IOC. Schließlich scheint keiner der drei bisherigen Kandidaten gesichert. Die Idee der argentinischen Spiele klingt ambitioniert. In Buenos Aires sollen die Eissportarten stattfinden, alles, was mit Schnee zu tun hat dagegen in Ushuaia, Feuerland, eine der südlichsten Städte überhaupt. Die Distanz zwischen den beiden Orten beträgt in etwa die der Strecke zwischen Berlin und Zypern. Es wären die ersten Winterspiele in Südamerika überhaupt – was auch damit erklärt werden kann, dass die Skisaison auf der Südhalbkugel im Juli beginnt.

Im Februar herrschen in Buenos Aires über 40 Grad

Im Februar, wenn normalerweise Winterspiele stattfinden, ist in Argentinien dagegen Sommer. In Ushuaia herrschen dann Temperaturen zwischen fünf und 20 Grad, in Buenos Aires steigt das Thermometer allerdings gern mal auf über 40 Grad im Schatten. Der einzigen Eissportart, der die Portenos, die Einwohner von Buenos Aires dann frönen, ist der Besuch der zahlreichen, oft von italienischen Einwanderern gegründeten Eisdielen - am liebsten auf eine Kugel Dulce de Leche, der typischen Karamellcreme der Gauchos.

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