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StartseiteSternzeitAuf dem Mond gibt es kein Wind und Wetter26.04.2016

Armstrongs letzte SpurenAuf dem Mond gibt es kein Wind und Wetter

Gegen 1 Uhr früh steigt der abnehmende Mond im Sternbild Schütze über den Südosthorizont. Der linke Rand des Mondes ist noch voll vom Sonnenlicht beleuchtet, der rechte dagegen liegt bereits im Dunkeln – von Nacht zu Nacht wird der Mond nun schmaler.

Von Dirk Lorenzen

Ein Fußabdruck auf Mond (NASA)
Das geht nur auf dem Mond: Fußabdruck für die „Ewigkeit“ (NASA)

An der Lichtgrenze geht derzeit die Sonne unter – heute Nacht befindet sich dort, etwas oberhalb des Mondäquators, die Landestelle von Apollo 11. Auf dem Mond stehen noch immer die berühmte Fahne, die Neil Armstrong und Buzz Aldrin aufgestellt haben, einige Messinstrumente und das Untergestell der Landefähre, das beim Verlassen des Mondes zurückgeblieben ist – und im Mondstaub finden sich noch immer die Fußspuren der beiden Astronauten.

Sollten jemals wieder Menschen an die Landestelle von Apollo 11 oder der anderen fünf bemannten Mondmissionen gelangen, so könnten sie beim Anblick der Fußabdrücke denken, Armstrong und Co. seien nur mal eben hinter dem nächsten Felsen verschwunden. Denn die Spuren im Mondstaub sehen noch immer ganz frisch aus, so wie Fußabdrücke am Strand, bevor die erste Welle sie überspült. Während Abdrücke auf der Erde schnell von Wind und Wasser verwischt werden, halten sich die Spuren im Mondsand viele Millionen Jahre.

Ein Gefährt mit Astronauten ist auf der Mondoberfläche unterwegs (NASA)Auf dem Mond gibt es weder Wind noch Wetter – Spuren im Sand halten Millionen Jahre lang (NASA)

Dort oben gibt es keinerlei Wetter. Die Fußspuren verschwinden nur, wenn durch Zufall ein großer Meteorit an ihrer Stelle einschlägt. Oder sie werden ganz allmählich vom Staub aus winzigen Meteoriten verschüttet. In ferner Zukunft, wenn unsere Zivilisation nicht mehr existiert, könnten die Abdrücke der Apollo-Mannschaften die letzten Spuren einzelner Menschen sein.

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