Montag, 20.05.2019
 
Seit 02:07 Uhr Kulturfragen

"Hoffnung" bleibt geschlossen

Der oppositionelle georgische Fernsehsender Imedi-TV
Georgische Polizisten gehen gegen Demonstranten in  Tiflis vor. (AP)

Er galt als Musterschüler der westlichen Welt: Micheil Saakaschwili, Präsident von Georgien. Bis zum 7. November: An dem Tag ließ die Regierung eine Kundgebung der Opposition brutal auflösen. Am selben Tag verhängte die Regierung den Ausnahmezustand und ließ den Fernsehsender Imedi TV schließen. Zwar ist der Ausnahmezustand in Georgien inzwischen wieder aufgehoben, doch Imedi TV - auf Deutsch "Hoffnung" - bleibt weiter abgeschaltet.




Kamele in der Wüste in Marokko. (AP)

Kritische Journalisten nicht erwünscht

Marokko unterbindet freie Berichterstattung

Während des Sommers wurden in Marokko im Zweiwochentakt unabhängige Journalisten verhaftet und verurteilt, wurden kritische Publikationen gleich von der Druckerei weg in kompletter Auflage beschlagnahmt. Internationale Journalistenorganisationen halten die Vorwürfe für unhaltbar politisch motiviert. Mustafa Hurmatallah wurde zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Der Vorwurf: Geheimnisverrat an potenzielle Terroristen.





Der Konflikt in Sri Lanka hat sich  zugespitzt. (AP Archiv)

Wer von Frieden spricht, landet auf einer Todesliste

Der Journalist Bashana Abeywardene aus Sri Lanka

Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit wird Sri Lanka erneut vom Bürgerkrieg heimgesucht. Die Schlacht zwischen den tamilischen Rebellen und der Regierung wird auch in den Medien geführt. Journalisten, die abseits der Propaganda unabhängig berichten wollen, werden bedroht, entführt, ermordet. Der Journalist Bashana Abeywardene steht ganz oben auf der Todesliste eines Mordkommandos. Vor einem halben Jahr gelang im die Flucht nach Deutschland.













Der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Joseph Kabila (AP Archiv)

Pressefreiheit im Kongo

An einer der täglich verstopften Hauptstraßen in Kongos Hauptstadt Kinshasa liegt das Büro von "Journalistes En Danger". Die Organisation bringt sich bei ihrem Einsatz für Journalisten in Gefahr oft selbst in eine. Bis vor kurzem lungerten Mitarbeiter des kongolesischen Geheimdienstes vor dem Rohbau herum. Der Vorsitzende Donat M'Baya, der jetzt hinter seinem Schreibtisch sitzt, wurde telefonisch bedroht, nachdem seine Organisation den Mord an einem Journalisten recherchiert hatte.











Das saudische Herrscherhaus kontrolliert sämtliche Medien im Königreich (AP Archiv)

Ali Al-Dumaini zu neun Jahren Haft verurteilt

Hohe Haftstrafe für den bekannten Dichter und Journalist

Die saudische Herrscherfamilie scheint gespalten: Während man dem Kronprinzen Abdullah einen gewissen Reformwillen attestiert, lässt sein innerfamiliärer Gegenspieler, der konservative Prinz Nayif bin Abdel Aziz als Innenminister jegliche friedliche Opposition im Keim ersticken. Presse und Journalisten werden umfassend zensiert. Am 15. Mai traf es den bekannten Dichter und Journalisten Ali Al-Dumaini.

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