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AsylsuchendeMassenschlägerei in Flüchtlingsheim

Der Polizeiwagen steht in der Nacht vor einer weißen Halle, neben ihm ein Sicherheitsmann in gelber Warnweste. Im Hintergrund sind Polizisten und weitere Sicherheitsleute zu sehen.  (Uwe Zucchi /dpa)
Ein Polizeiwagen vor der Flüchtlingsunterkunft in Calden. (Uwe Zucchi /dpa)

In den überfüllten Flüchtlingslagern kommt es immer wieder zu Gewaltausbrüchen: In Calden bei Kassel haben sich in der vergangenen Nacht mehrere hundert Menschen eine Massenschlägerei geliefert. Einen konfessionellen Hintergrund gibt es diesmal aber eher nicht - Auslöser war offenbar eine Drängelei bei der Essensausgabe.

Nach Polizeiangaben wurden bei den Auseinandersetzungen 14 Menschen verletzt; acht mussten ins Krankenhaus. Dazu kommen drei Polizisten, die beim Versuch, die Situation zu beruhigen, mit Reizgas angegriffen wurden. Inzwischen ist die Situation aber unter Kontrolle.

Am Anfang stand offenbar ein Streit in der Schlange vor der Essensausgabe. Ein Jugendlicher und ein 80-Jähriger seien sich wegen Vordrängelns in die Haare geraten, sagte ein Sprecher der Kasseler Polizei. Daraus entwickelten sich zunächst am Nachmittag und später noch einmal am Abend Massenschlägereien. Eine Gruppe von 300 Flüchtlingen einer Nationalität ging demnach auf eine weitere Gruppe mit 70 Personen los. Die zahlenmäßig Unterlegenen flüchteten schließlich aus der Unterkunft. Die Polizei nahm Ermittlungen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung auf. 

"Winzigkeiten führen zu Gewalt"

Auch wenn es diesmal ein eher profaner Auslöser war: Die Gewerkschaft der Polizei forderte eine getrennte Unterbringung der Asylsuchenden nach Religionen. Gewerkschafts-Vizechef  Jörg Radek sagte der Zeitung "Die Welt", es müsse alles unternommen werden, um weitere Gewaltausbrüche zu verhindern. In den überfüllten Unterkünften könne selbst eine Winzigkeit wie der Gang zur Toilette in Handgreiflichkeiten enden. Weil sich die unterschiedlichen Gruppen solidarisierten, komme es vermehrt zu Massenschlägereien.

Bereits am Wochenende waren in der Politik Forderungen nach einer getrennten Unterbringung von Schutzsuchenden aufgekommen. Zuletzt hatten Medien und einzelne Flüchtlinge wiederholt von Übergriffen auf christliche Asylbewerber berichtet.

(mg/tzi)

 

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