Atelier neuer Musik 

Komponist Pavel Zemek-Novák Unisono mit Pietà

Cathedral of St. Peter and Paul in Brno, Czech Republic. | (dpa/ RIA Nowosti)

Er studierte bei Miloslav Ištvan, George Benjamin und Gérard Grisey. Zugleich bezieht sich der Brünner Komponist Pavel Zemek-Novák auf die alten Vokaltraditionen seiner mährischen Heimat. Sein musikalisches Markenzeichen ist die radikale Reduktion, sie hat ihn zur unisono fließenden Linie geführt.

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Georg Katzers Lied-ZyklenKaum verhüllte Zuspitzungen

Der Komponist sitzt an einem Schreibtisch mit Notenblatt und kleiner Trommel, die er antippt. (Georg Katzer / Angelika Katzer)

Seine wenigen Liedzyklen haben es in sich: Immer geht es um Existenzielles darin. Immer reicht die emotionale Spannweite vom Heiter-Satirischen bis zum bittersten Ernst. Im Zentrum der Miniaturen steht stets das lyrische Wort – Georg Katzer verleiht ihm theatrale Dimension.

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Ostasiatische SchlagwerkerinnenTempelglocke und Donnerblech

Ein Schlagzeug aus Alltagsgegenständen (Egbert Hiller)

Eine Reihe hochkarätiger ostasiatischer Schlagzeugerinnen mischt mit in der Szene der neuen Musik in Deutschland. Was bewegt sie, was bewirken sie? Verändern sie das Schlagwerkspiel und das Verständnis davon? Und welche Rolle spielen ihre kulturellen Wurzeln dabei?

Der Komponist Michael QuellZwischen Philosophie und Physik

(Walter Rammler)

Michael Quells Kompositionen gelten als komplex und autonom. Im Mittelpunkt stehen meist existentielle Fragen, inspiriert von Literatur und Philosophie. Für die musikalische Gestaltung findet er Anknüpfungspunkte in der Welt der Physik, die zugleich neue Erlebnis- und Wahrnehmungsräume eröffnen.

Paul Dessaus Oper "Lanzelot"Drachenköpfe wachsen nach

DNT WEIMAR / LANZELOT von Paul Dessau (Koproduktion von DNT Weimar und Theater Erfurt) / Musikalische Leitung: Dominik Beykirch, Regie: Peter Konwitschny, Bühne und Kostüme: Helmut Brade / Premiere: 23.11.2019, DNT Weimar, Großes Haus / Szenenfoto v.l.n.r. mit Máté Solyom-Nagy (Lanzelot) und Matthias Bettighofer (Lanzelots Alter Ego) / Foto: Candy Welz (Candy Welz)

1943 verfasste Jewgeni Schwarz seine Märchenkomödie "Der Drache". Das Stück thematisiert das Zusammenspiel von Tyrannei und Untertanengeist. Paul Dessau und Heiner Müller machten in der DDR eine Oper daraus. Was hat uns diese heute zu sagen, wenn Peter Konwitschny sie wiederentdeckt?

Paul Dessaus Oper "Einstein""Nieder mit dem Weltende!"

(Frank Kämpfer)

Eine Massenvernichtungswaffe wird konstruiert, erprobt, eingesetzt. Die Physiker, die sie erschaffen, sinnieren über Notwendigkeit, Verantwortung und Moral. All dies wird in Paul Dessaus Oper "Einstein" auf tragikomische Weise im Theater gezeigt. Was vermag sie uns heute zu sagen?

Salzburger Taschenoper 2019Vom Fluchen und Lächeln

(Thomas Radlwimmer)

Wie viel Realität braucht und verträgt das Musiktheater? Dieser Frage stellt sich das Salzburger Taschenopernfestival immer wieder neu. Die fünf uraufgeführten Werke jüngerer Komponist*innen sind hoch emotional und zugleich radikal in der Gegenwart situiert.

Avantgarde am Ende der DDRLeben und Kunst kurzgeschlossen

Eine Zusammenstellung von schwarz-weiß Fotos, die die Gruppe "Expander des Fortschritts" zeigen und den Komponisten Hermann Keller. (Tina Bara / privat)

Die musikalische Avantgarde der DDR unterschied sich von ihren westlichen Schwestern in ihrem Wesenskern. Sie wurzelte im Feld eines sozialkritischen Realismus und wollte ihren Hörern dezidiert etwas sagen. In den 1980er Jahren galt das für gleichermaßen für Vertreter aus "U" und "E".

Tom Johnson zum 80. GeburtstagRationale Musik

Komponist Tom Johnson auf der Bühne im Kölner Loft (Gisela Gronemeyer)

Er möchte Musik nicht erfinden, sondern finden. Wo aber kann man Musik aufspüren? Der Komponist Tom Johnson entdeckt sie in mathematischen Zahlenreihen. Seine Stücke folgen diesen sehr streng. So erreicht der Komponist, was er gerne möchte: eine möglichst objektive Musik.

Der Lehrer und Komponist Günther KochanEine Art menschlicher Güte und Toleranz

(Deutschlandradio/Frank Kämpfer)

Günter Kochan, geboren 1930 in Luckau, sah keinen Widerspruch zwischen einem eigenen künstlerischen Weg und dem Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft. Beim Erinnern an Werk und Person eröffnen Schüler und Lebensgefährten einen differenzierenden Blick in die Musikwelt der ehemaligen DDR.

Das Erbe des DDR-LiedsAgitation, Avantgarde - und was noch?

Studierende stehen vor einer Betonwand in der Musikhochule Hannover (Jan Philip Schulze )

Im Mai 2019 fand an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover ein Symposium zum ostdeutschen Lied statt. Es beleuchtete das zeitgenössische Kunstlied in der DDR und fragte: Wie wirken diese Lieder heute? Was denken junge Menschen heute darüber? Was charakterisiert Ostdeutsches in der Musik?

Forum neuer Musik 2010 Serenade für H.E.

(Team Kammermusiksaal )

Während der Matinee in der Kölner Musikhochschule kam es im Frühjahr 2010 zu einem Streit: Wem gehört heute die Neue Musik aus der Ex-DDR? Wäre es nicht an der Zeit, sie den Lordsiegelbewahrern von gestern aus den Händen zu nehmen und sie im heutigen Deutschland neu zum Klingen zu bringen?

Elektroakustische MusikVergangenheit konservieren – Zukunft entwerfen

(Leonie Reineke)

Ein Raum von der bescheidenen Größe eines Badezimmers. Darin ein kleines Mischpult und ein Synthesizer. Die Wände wirken marode, ernüchternd ist der Gesamteindruck. Dennoch schlägt hier das Herz der ukrainischen elektroakustischen Musik – im Studio am Konservatorium in Kiew.

Forum neuer Musik 2010 Where the Two Seas Meet?

Das Ensemble Insomnio, mit Blumen in der Hand, steht beim Schlussapplaus auf und vor der Bühne des Kammermusiksaals (Team Kammermusiksaal)

Was denken und tun junge Komponisten und Musiker heute im vereinten Europa? Greifen sie den Staffelstab auf, den ihnen die Vorgänger gaben? Entwerfen sie Neues? Sind sie sich ihrer Freiheiten bewusst? – Mit Neugier und vielen Fragen richtete das Forum 2010 den Blick auf die seinerzeit junge Generation.

Komponist Walter ZimmermannWas mischt der sich ein?

(Nanne Meyer  )

Dorf-Verhalten nennt Walter Zimmermann seine offene und direkte Art, auf Menschen zuzugehen. Im Berliner Kiez, wo der Komponist mit Gleichgesinnten Kultur zu leben versucht, ist das gewöhnungsbedürftig. Gern vergleicht der Wahlberliner die Metropole deshalb mit seinem Geburtsort in Mittelfranken.

Péter Eötvös in BudapestHeimkehr zu neuen Ufern

Der ungarische Komponist Peter Eötvös, fotografiert am 25.06.2014 im Bockenheimer Depot in Frankfurt am Main (Hessen).  (picture alliance/dpa - Boris Roessler/dpa)

Seine Heimat war ihm immer präsent, nun lebt er wieder in Ungarn. Aber für den Europäer Péter Eötvös bedeutet das mehr als ein "Zurück zu den Wurzeln". In Budapest treibt er sein künstlerisches Schaffen weiter voran und engagiert sich für den künstlerischen Nachwuchs.

Forum neuer Musik 2009Pasajes – México

Das Ensemble Intégrales auf der Bühne im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks (Stefan Paul)

Mexico City sei riesig, laut, farbenfroh, hier schlage das kulturelle Herz des Landes – berichteten die Musiker des Hamburger Ensemble Intégrales. Bei ihrem Forums-Konzert 2009 fokussierten sie sich auf die junge mexikanische Komponierenden-Generation und deren vielgestaltige Konzepte.

Vokal-Solistenensemble PHØNIX16In Klängen wühlen

(Julia Kaiser)

Die Mitwirkenden verstehen sich sowohl als Solisten als auch als Teile des Kollektivs. Das beeinflusst den Klang, das Musizieren und die Probenarbeit entscheidend. Die Berliner Formation PHØNIX16 lotet so Vokalmusik von Komponistinnen und Komponisten der Gegenwart aus.

Neue Dlf-ProduktionManfred Trojahns Trakl-Quartett

Der Komponist, Dirigent und Essayist Manfred Trojahn lächelt bei einer Pressekonferenz in die Kamera. (Mario Gentzel dpa)

Aufpeitschende Emotionen, Stillstand, Schroffheit und beinahe zärtliche Lyrismen – all dies bietet das zweite Streichquartett von Manfred Trojahn. Es entstand Ende der 1970er Jahre, als sich junge Komponisten in Deutschland zu einer "neuen Einfachheit" bekannten.

Deutscher Musikwettbewerb 2018Shooting Star des Akkordeons

Maciej Frąckiewicz lehnt lächelend an seinem Akkordeon (Anita Wąsik-Płocińska )

Frisch, intuitiv, spektakulär wirkt das Spiel von Maciej Frąckiewicz. Der 30-jährige polnische Musiker ist der neue Shooting-Star auf dem Akkordeon. 2018 gewann er den Deutschen Musikwettbewerbs. Jetzt ist seine im Deutschlandfunk Kammermusiksaal produzierte Preisträger-CD erschienen.

Der Komponist Anders Hillborg Das Fremde im Eigenen

Anders Hillborg (Mats Lundqvist)

"Anything goes", findet der schwedische Komponist Anders Helborg, "sofern es im Eigenen ankommt." Dementsprechend vielseitig ist sein Schaffen, es reicht von symphonischen Werken über Kammermusik bis zu Film- und Popmusik.

Revisited - Forum neuer Musik 2009Aharonián, Taborda, Rodriguez

 Komponist Tato Taborda in seiner Musikmaschine "Geralda" (Stefan Paul / Deutschlandradio)

Ein wichtiges Moment hin zum künstlerisch Eigenen war und ist für Komponierende aus Lateinamerika die Einbeziehung der Elektroakustik. Der Uruguayer Coriún Aharonián, der Brasilianer Tato Taborda und die gebürtige Argentinierin Ana Maria Rodriguez wählten dabei individuelle Wege.

Musik der Gegenwart auf MaltaMaltesisch modern

(Magdalene Melchers)

In der katholisch geprägten Inselrepublik wird viel komponiert: für Gottesdienste, für die Eröffnungsfeier des Kulturhauptstadtjahres 2018 oder für ein Festival zeitgenössischer Musik. Wie modern und maltesisch ist diese Musik?

Debüt-CD von Khadija ZeynalovaVom Land des Feuers

Komponistin Khadija Zeynalova und das Ensemble „Bridge of Sound“ stehen mit Ihren Instrumenten auf der Treppe des ehem. Fürstlichen Palais in Detmold. (Dirk Schlepmeier)

Ihre Heimat Aserbaidschan inspiriert Khadjia Zeynalovas zu Ensemblemusik von ganz eigener Handschrift. Ihr künstlerischer Wirkungsort ist heute Detmold. Hintergrund vieler ihrer Stücke bilden Mythen und Landschaften, die hörbare Brücken zwischen der Kaukasus-Region und Mitteleuropa bauen.

Zentrum für experimentelle Musik GNEM in MarseilleIRCAM des Südens

Blick auf den Eingangsbereich des Kulturzentrums La Friche Belle de Mai in Marseille, in dem das gnem ansässig ist (Barbara Eckle)

Gleich hinter dem Zentralbahnhof von Marseille, wo die Skateboarder üben, hat das Centre Nationale de Creátion Musicale GNEM einen Neustart gewagt. Ursprünglich fokussierte es sich auf elektronische Musik, heute steht es im Zeichen interdisziplinärer gesellschaftlicher Öffnung.

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