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Startseite@mediasresEin neuer Player auf dem Podcast-Markt? 02.11.2017

AudibleEin neuer Player auf dem Podcast-Markt?

Die für Hörbücher bekannte Amazon-Plattform "Audible" startet 22 neue Audio-Reihen, die eigentlich keine Podcasts sind: Sie sind nur über ein kostenpflichtiges Abonnement zu hören. Doch vom Podcast-Boom möchte auch Amazon profitieren - und macht damit auch dem Radio Konkurrenz.

Sandro Schroeder im Gespräch mit Brigitte Baetz

Kopfhörerkabel liegt in der Form eines Männerkopfes und ist in einem iPhone 5s eingestöpselt  (imago / imagebroker)
Mobiles Hören (imago / imagebroker)
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Die Plattform "Audible" von Amazon wandelt sich von einem Hörbuch-Anbieter zur App für Audio-Inhalte: 22 neue Produktionen sind seit heute unter dem Namen "Audible Original Podcast" zu finden. Dabei sind die Inhalte, die Amazon anbietet, streng genommen gar keine Podcasts: Statt über iTunes und  Podcast-Apps sind die Folgen nur über Audible abrufbar - der Nutzer muss ein kostenpflichtiges Audible-Abonnent abschließen.

Bekannte Stimmen, viel Gerede

An dem neuen Angebot beteiligen sich deutsche (Print-)Medien wie "Spiegel", "Bunte", "Titanic" "Brand Eins" und "11 Freunde" sowie prominente Moderatoren, die vor allem aus dem Rundfunk bekannt sind: Von WDR- und RBB-Moderator Jörg Thadeusz, über die Moderatoren und Autoren Micky Beisenherz und Nina Ruge bis hin zum Literaturkritiker Denis Scheck.

Inhaltlich hat sich "Audible damit extrem breit aufgestellt. Der Anbieter versuche viele Leute auf einmal zu erreichen: vom Kultur-Feuilletonisten bis zum Fußball-Fan", meint der Medienjournalist und Blogger Sandro Schroeder.  

Unabhängig von den Themen findet der Hörer vor allem "gesprächslastige" Formate: Die "Audible"-Produktionen stehen in der Tradition der Talk-Podcasts. Das Angebot mit 22 Produktionen sei allerdings nur ein erster Schritt für "Audible" in Richtung Podcast, glaubt Schroeder.

Konkurrenz zum Radio?

Mit seinem Angebot konkurriere "Audible" mit anderen Audio-Bezahlangeboten wie "Spotify" und Podcasts, die sich kostenlos über Anbieter wie "iTunes" abrufen lassen. Darüber hinaus bestehe auch eine gewisse Konkurrenz zum Radio, schätzt Schroeder.

Die kommerziellen Anbieter würden auch als Arbeitgeber für Radio-Macher interessant: Weil sie zum einen viel Geld bieten, zum anderen aber auch kreativen Freiraum - statt formatierte Programmschemata. Das sei nicht nur für die Macher interessant, auch für die Hörer: Beim Audio gebe es den gleichen Trend, der sich auch beim Fernsehen beobachten lasse: Immer mehr Leute hätten keine Lust mehr auf das lineare Programm, so Schroeder. An dieser Entwicklung müsse sich auch das Radio orientieren.

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