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StartseiteKalenderblattAuf Befehl Hitlers beginnt die Ardennenoffensive16.12.2004

Auf Befehl Hitlers beginnt die Ardennenoffensive

Vor 60 Jahren gehen 200.000 Mann zum Angriff über

<em>Starke deutsche Kräfte sind am 16. Dezember um 5.30 Uhr in breiter Front aus dem Westwall nach einer kurzen, aber gewaltigen Feuervorbereitung zum Angriff angetreten und haben die vordersten amerikanischen Stellungen zwischen dem Hohen Venn und dem Nordteil Luxemburgs im ersten Ansturm überrannt.</em>

Von Otto Langels

Adolf Hitler bei einem Truppenaufmarsch 1937 in Berlin (AP)
Adolf Hitler bei einem Truppenaufmarsch 1937 in Berlin (AP)

In einer Sondermeldung verkündete das Oberkommando der Wehrmacht am 16. Dezember 1944 den Beginn der Ardennenoffensive. Die Schlacht in dem belgischen Mittelgebirge war einer der letzten verzweifelten Versuche des Nazi-Regimes, die drohende Kriegsniederlage noch abzuwenden. Im Spätherbst verlief die Frontlinie im Westen etwa entlang der Reichsgrenze. Nachschubprobleme bremsten den Vormarsch der Amerikaner und Briten. Im holländischen Arnheim mißlang der Versuch der Alliierten, den Rhein zu überqueren und nach Norddeutschland vorzustoßen.

Bis Mitte Dezember hatte die Wehrmacht in der Eifel frische, aber auch zum Teil von der Ostfront abgezogene Infanteriedivisionen in Stellung gebracht, insgesamt 200.000 Mann mit 600 Panzern. Ihnen standen an diesem Frontabschnitt nur etwa 80.000 amerikanische Soldaten gegenüber. Die Vorbereitungen fanden unter größter Geheimhaltung statt, so daß selbst die eigenen Truppen nicht in die Angriffspläne eingeweiht waren. Als Zeitpunkt wurde eine winterliche Schlechtwetterperiode gewählt, um dem Bombenhagel der überlegenen alliierten Luftstreitkräfte zu entgehen.
Die Ardennenoffensive begann am Morgen des 16. Dezember 1944. Hans Fritzsche, Leiter der Rundfunkabteilung im Propagandaministerium, kommentierte die militärische Operation zwei Tage später.

Tatsächlich ist es auch so, daß zweifellos, auch für den Feind ganz überraschend, aus einem der ruhigsten Räume der an sich unruhigen Westfront plötzlich eine deutsche Angriffshandlung hervorbrach, auf die der Feind zweifellos nicht gefaßt war.

Zunächst sollten die deutschen Truppen die Maas überqueren, um dann weiter über Lüttich bis nach Antwerpen vorzustoßen. Die Hafenstadt war für den Nachschub der Alliierten von strategischer Bedeutung. Zugleich verfolgte die Offensive das Ziel, im Raum Aachen und Maastricht einen Keil zwischen die britischen und amerikanischen Truppen zu treiben und sie anschließend zu vernichten.

Nach anfänglichen Überraschungserfolgen blieb der Angriff bald stecken, weil die Amerikaner neue Truppen in die Ardennen verlegten. Die 5. deutsche Panzerarmee erreichte nicht einmal das erste Etappenziel, die Maas. Der Materialüberlegenheit der US-Streitkräfte war die Wehrmacht hoffnungslos unterlegen. Ein deutscher Offizier klagte Anfang Januar 1945 in amerikanischer Kriegsgefangenschaft über die schlechte Ausrüstung und Versorgung der eigenen Verbände.

Ich persönlich habe eine gute Ausrüstung gehabt. Andere Kameraden, die waren ungenügend ausgerüstet, keine Kopfschützer, ein paar dünne Handschuhe, dauernd nasse Füße, haben sich die Füße abgefroren.

Als nach einigen Tagen klares Winterwetter den Einsatz der alliierten Luftstreitkräfte zuließ, war das Scheitern der Ardennen-Offensive besiegelt. Am 27. Dezember mußte die Wehrmacht an allen Frontabschnitten zur Verteidigung übergehen.

Karl Scharping, stellvertretender Leiter der Rundfunkabteilung im Propagandaministerium, versuchte am 6. Januar 1945 die sich abzeichnende Niederlage zu kaschieren.

Der Gegner hat jetzt von seinen 69 Frontdivisionen im Westen 48 im Kampfraum der Ardennen versammelt. Wir müssen also die Gesamtentwicklung an der Front so ansehen, daß wir sagen, die Initiative ist bei uns. Was der Gegner jetzt macht, ist nur Folge dieser offensiven Initiative. Wir dürfen also jetzt erst recht nur die Gesamtfront betrachten, wir müssen davon abkommen, nur den Blick auf die Ardennenfront zu richten.

Der Blick auf die Ardennenfront zeigte nämlich, daß Mitte Januar die ausgebrannten Divisionen auf ihre Ausgangslinien zurückgeworfen worden waren. Die Schlacht war verloren. Die Wehrmacht hatte 100.000 Mann verloren. Die Verluste an Menschen und Material in der Ardennenoffensive beschleunigten den Untergang des Dritten Reiches.

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