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Ausbildung kurdischer KämpferDeutsches Erkundungsteam startet

Einweisung der kurdischen Peschmerga in die Handhabung eines Maschinengewehres durch Soldaten der Bundeswehr auf einer Schießanlage des Peschmerga-Ausbildungszentrums nahe der nordirakischen Stadt Erbil.  (picture alliance / dpa / Florian Räbel)
Die Bundeswehr hat die Peschmerga-Kämpfer im Nordirak mit Waffen beliefert und vor Ort die Bedienung gezeigt. (picture alliance / dpa / Florian Räbel)

Um den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu unterstützen, erwägt die Bundesregierung nach Waffenlieferungen auch die Ausbildung von kurdischen Kämpfern. Experten sollen im Nordirak die Voraussetzungen dafür prüfen. Die Verteidiger von Kobane schöpfen derweil neuen Mut im Kampf um die Stadt.

Ein Erkundungsteam der Bundesregierung bricht heute nach Erbil in der Autonomen Region Kurdistan im Norden des Irak auf, um die Beteiligung der Bundeswehr an einer militärischen Ausbildungsmission zu prüfen. Zu dem Vorauskommando gehören drei Vertreter des Verteidigungsministeriums und einer des Auswärtigen Amts. Deutschland liefert schon jetzt Waffen an die kurdische Peschmerga, die gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kämpfen. Diese kontrolliert große Teile des Iraks und Syriens.

FSA-Kämpfer eingetroffen

Die Kurden im belagerten Kobane aus dem Nordirak. Eine erste Gruppe mit rund 80 Peschmerga war am Mittwochmorgen auf dem Flughafen Sanliurfa in der Südtürkei gelandet. Zuvor waren rund 50 bis 70 Kämpfer der gemäßigten Freien Syrischen Armee (FSA) eingetroffen. Die Verteidiger der Stadt hoffen, mit ihrer Hilfe Kobane gegen die Dschihadisten halten zu können. Zehn Peschmerga hätten die syrisch-türkische Grenze überquert und sich bis nach Kobane durchgeschlagen. Die FSA ist mit dem syrischen Oppositionsbündnis Nationale Syrische Koalition verbunden, das vom Westen und der Türkei unterstützt wird.

Neue Luftangriffe

Auch aus der Luft werden die Kurden in Kobane weiter unterstützt. US-Kampfflugzeuge flogen neue Luftangriffe auf Dschihadistenkämpfer nahe der Grenzstadt, wie das Truppenkommando mitteilte. Dabei seien sechs Fahrzeuge, mehrere Kampfstellungen und ein Gebäude der IS-Miliz attackiert worden. Im Irak bombardierten Kampfjets und Drohnen demnach sechs weitere Ziele im nördlich gelegenen Sindschar sowie in Falludscha westlich von Bagdad.

Die IS-Terroristen versuchen seit Wochen, die überwiegend von Kurden bewohnte Stadt Kobane einzunehmen. Sie kontrollieren bereits das Umland und greifen die Stadt an der türkischen Grenze von mehreren Seiten an.

(pg/nin)

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