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StartseiteVerbrauchertippKaffeefahrten mit Vorsicht genießen08.11.2019

AusflügeKaffeefahrten mit Vorsicht genießen

Für Senioren sind Kaffeefahrten eine willkommene Abwechslung und die Möglichkeit, ohne großen Aufwand einen Ausflug zu machen. Allerdings lauern hinter den oft extrem günstigen Angeboten häufig weitere Kosten. Es gibt aber Wege, sich vor und auch nach einer Kaffeefahrt vor Abzocke zu schützen.

Von Klaus Deuse

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Zwei ältere Menschen vor einer Reihe Reisenbusse (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)
Wer sich bei einer Kaffeefahrt unter Druck gesetzt fühlt, sollte sich das Kennzeichen des Busses notieren und Namen von Mitreisenden (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)
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"Eigentlich müsste schon der Preis für die versprochenen Leistungen nachdenklich stimmen", sagt Gerlinde Waschke von der Verbraucherzentrale NRW. Gerade älteren Menschen rät sie darum, vor der Buchung einer solchen Kaffeefahrt die Teilnahmebedingungen genau zu prüfen:

"Und deswegen sollte man vielleicht in seinem Umkreis Kinder, andere Angehörige oder Betreuungspersonen fragen."

Tasse Kaffee, Gmundner Keramik (imago stock&people / blickwinkel / McPHOTO / Begsteiger)Ob Heizdecke, Kaffeeservice oder Magnetarmband: Auch Produkte, die man im Rahmen einer Kaffeefahrt gekauft hat, kann man 14 Tage lang ohne Begründung zurückgeben (imago stock&people / blickwinkel / McPHOTO / Begsteiger)

Im Zweifel besser auf die Teilnahme verzichten

Im Zweifel sollte man besser auf eine Teilnahme verzichten. Zurückhaltung ist von vornherein bei der Angabe von persönlichen Daten geboten. Denn:

"Damit kann Handel getrieben werden. Diese Adressen sind eben auch heutzutage gutes Geld wert, wenn man die eben weitergibt. Und damit ist dann einer weiteren Flut an Werbepost Tür und Tor geöffnet."

Nicht unter Druck setzen lassen

Auch sollten die Teilnehmenden darauf achten, wer als Reiseveranstalter firmiert. Gibt es nur eine Postfachadresse oder einen Firmensitz im Ausland, dann ist höchste Vorsicht angebracht. In strittigen Kaufangelegenheiten ist dann nämlich eine rechtliche Verfolgung aussichtslos. Viele Veranstalter steuern abgelegene Landgasthöfe an, in denen die Verkaufsveranstaltungen stattfinden. Präsentiert werden vorwiegend Produkte, die angeblich das Leben im Alter erleichtern.

"Das heißt von der Rheumadecke angefangen bis hin zum Whirlpool für teuer Geld. Aber auch Gesundheitspräparate, Kosmetikartikel zur Verjüngung, zur Hautstraffung, so was. Oder auch zur Fitness Vitaminpillen."

Produkte, die es so im regulären Handel nicht gibt und die, um die hohen Preise zu rechtfertigen, als exklusiv angepriesen werden. Kein Mitreisender ist allerdings gezwungen, an der Verkaufsveranstaltung teilzunehmen, betont Verbraucherberaterin Waschke.

"Man kann zumindest vor die Tür gehen oder nach draußen gehen, einen Spaziergang machen. Das ist rechtens und steht jedem frei und hat trotzdem den Anspruch auf zugesicherte Leistungen."

Sprich: Auf den Rücktransport, die Verpflegung oder eine im Programm angekündigte Besichtigung. Falls die Teilnehmer gehindert werden sollten, den Veranstaltungsraum zu verlassen, ist es ratsam, Namen von Zeugen, des Busunternehmens sowie das Kennzeichen des Busses zu notieren. 

"Das ist eben die Voraussetzung, um Ansprüche zu stellen und hinterher auch durchzusetzen."

Kaufwiderruf schriftlich notieren

Wer den Kauf einer Ware bereut, kann übrigens ohne Begründung innerhalb von 14 Tagen vom Kaufvertrag zurücktreten und die Ware zurückschicken. Dieser Widerruf sollte unbedingt schriftlich erfolgen.

"Am besten eben mit Einschreiben oder per E-Mail mit einer Sendebestätigung, so dass ich nachweisen kann, dass ich widersprochen habe."

Der Veranstalter oder der Verkäufer sind außerdem verpflichtet, die Teilnehmer über das Widerrufsrecht zu unterrichten. Haben sie diese Pflicht jedoch nachweislich versäumt:

"Dann habe ich ein Jahr und noch einmal 14 Tage Zeit, um zu sagen, ich will also den Kram, den ich da gekauft habe, der mich reut, den will ich nicht haben."

Grundsätzlich nichts auf einer Kaffeefahrt unterschreiben

Der Tipp von Verbraucherberaterin Waschke lautet:

"Man sollte grundsätzlich auf einer Kaffeefahrt nicht sofort zahlen oder unterschreiben. So ersparen Sie sich Ärger und bleiben womöglich nicht auf einer überteuerten Ware sitzen, die Sie gar nicht brauchen."

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