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StartseiteCampus & KarriereSprachreisen, Praktika oder Freiwilligenarbeit 31.05.2016

Auslandsaufenthalte für SchülerSprachreisen, Praktika oder Freiwilligenarbeit

Über die Hälfte aller Sprachreisenden aus Deutschland sind Schüler, schätzt der Fachverband Deutscher Sprachreise-Veranstalter (FDSV). Dabei können die Schüler vor oder nach dem Abi zwischen reinen Sprachaufenthalten, Praktika oder Freiwilligenarbeit im Ausland wählen. Auch "Work and Travel"-Angebote können eine gute Alternative sein, um Auslandserfahrung zu sammeln.

Von Viola Gräfenstein

Drei Freunde reisen mit Rucksäcken. (imago stock & people)
Ein mehrmonatiger Auslandsaufenthalt für Schüler kann teuer werden. Deutlich billiger sind kürzere Sprachaufenthalte vor oder nach dem Abi. (imago stock & people)
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Marit Müller besucht die elfte Klasse eines Gymnasiums. Nach dem Abitur möchte die 16-Jährige erst einmal nach Spanien gehen:

"Wenn ich mein Abi mache, bin ich noch 17, das heißt, ich werde dann erst 18 und habe dann noch ein Jahr Zeit, um ins Ausland zu gehen, Erfahrungen zu sammeln und die Sprache zu lernen und ich denke, das bringt mir viel im Berufsleben später."

Ein mehrmonatiger Auslandsaufenthalt kann heute, je nach Organisation, Gastland oder ob es sich um eine Privatschule, ein Internat oder eine öffentliche Schule handelt, zwischen 5.000 und 45.000 Euro kosten. Deutlich billiger sind kürzere Sprachaufenthalte vor oder nach dem Abi, sagt Julia Kirn von den Carl-Duisberg-Centren, ein führendes gemeinnütziges Dienstleistungsunternehmen auf dem Gebiet der internationalen Bildung und Qualifizierung:

"Das sind die klassischen Schülersprachreisen, die sich auch gut dazu eignen, um zu gucken, ob einem das überhaupt liegt, ins Ausland zu gehen. Das macht man in den Sommerferien zum Beispiel für zwei, drei oder vier Wochen. Das können wir auch relativ kurzfristig organisieren, sofern da noch Plätze da sind."

Vorlaufzeit bei der Planung beachten

Besonders gefragt, sind nach wie vor England und Irland, weiß Julia Kirn:

"Ansonsten gibt es durchaus Länder wie Kanada, wo man gut und gerne mal zwei bis drei Monate auf sein Visum wartet, deshalb unsere Empfehlung, mindestens drei Monate vor dem gewünschten Starttermin melden und gerne auch noch ein bisschen mehr Vorlaufzeit mitbringen."

Was außerdem viel Planungszeit benötigt, ist ein Aufenthalt an einer Highschool in den USA, denn da braucht man nicht nur eine passende Schule, sondern auch eine passende Gastfamilie. Der Austausch kann mit Vermittlungsgebühr, Schulgeld, Verpflegung, Flug, Visum und Taschengeld zwischen 10.000 und 20.000 Euro kosten. Viele Schulen, aber auch der Deutsche Fachverband High School DFH, vergeben Teil- oder Vollzeitstipendien an begabte Schüler.

Wer sich auf seine zukünftige Berufsausbildung oder auf ein Studium vorbereiten will, für den bietet sich auch ein Praktikum oder Freiwilligenarbeit im Tier- oder Umweltschutz an, sagt die Sprachreiseveranstalterin Andrea Schaaf von Kolumbus Sprachreisen (*) in Köln:

"Was boomt, ist wirklich Auslandspraktika. Es gibt verschiedene Praktika, die schon ab 17 oder ab 16 möglich sind. In England bieten wir auch Praktika an, die ab 16 möglich sind."

Vorsicht vor unseriösen Veranstaltern

Wie man es verhindert, dass ein Auslandsaufenthalt ein Reinfall wird und man schwarze Schafe unter den Auslandsreiseanbietern vermeidet, weiß Peter Schuto vom Fachverband Deutscher Sprachreiseveranstalter FDSV:

"Um sich sicher zu sein, dass man nicht bei einem unseriösen Veranstalter landet, der das Geschäft vom Küchentisch aus betreibt, ist es ganz hilfreich, darauf zu achten, dass der Veranstalter entweder Mitglied im Fachverband FDSV ist oder sein Angebot nach der europäischen Sprachreisenorm, der DIN EN 14804, zertifizieren lässt, beide Merkmale stehen für geprüfte Qualität."

Alicia Schrader hat sich für eine ganz andere Variante entschieden. Sie organisierte sich mit ihrer Zwillingsschwester ihre Reise durch Australien selbst und verdiente sich im Rahmen des Programms Work and Travel ihren einjährigen Aufenthalt auf Apfel-und Mangoplantagen. Ihr Tipp:

"Dass man sich vorher im Internet einfach auch mal schlau machen sollte, wo es wann welche Erntezeiten gibt. Da sollte man, bevor man seine Reise plant, gucken, ob es da überhaupt Arbeit gibt."

Voraussetzung: Man sollte 18 Jahre alt sein, denn vorher erhält man kein Visum. Außerdem sollte man 3.000 Euro mit ins Land bringen und einen Hin- und Rückflug buchen.

"Man lernt eine Menge, man wird selbstständiger und selbst auch offener, von daher ist es auf jeden Fall sehr zu empfehlen." 

(*) Redaktioneller Hinweis: Die Schrift-Fassung wurde zum besseren Verständnis an dieser Stelle wegen einer falschen Schreibweise geändert.

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