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StartseiteVerbrauchertippÜberwintern an südlichen Orten23.11.2018

AuslandsaufenthalteÜberwintern an südlichen Orten

Den Winter an einem sonnigen Ort zu verbringen - diesen Traum erfüllen sich Menschen oft erst im Rentenalter. Doch auch Berufstätige können während der kalten Jahreszeit für einen längeren Zeitraum ins Warme flüchten. Welche Reiseziele eignen sich besonders fürs Überwintern und was kann das kosten?

Von Bernd Debus

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Touristen mit Sonnenhut sitzen in Stühlen am Strand in Atauro. (imago/Winfried Rothermel)
Im deutschen Winter an fernen Orten den Sommer genießen - diesen Traum erfüllen sich immer mehr Menschen (imago/Winfried Rothermel)
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"Wir fahren seit 1998 und haben mit sechs Wochen angefangen und dann immer gesteigert um zwei Wochen bis wir jetzt eben bei knapp sechs Monaten sind." Norbert und Gisela Wichert flüchten seit 20 Jahren im Herbst Richtung Süden.

Ihr Reiseziel ist Mallorca. Das Winterwetter auf der Mittelmeerinsel ist mild – und eher mit dem deutschen Frühling vergleichbar: "Wir haben also auch schon Jahre gehabt, da haben wir vom ersten Tag bis zum letzten keine Jacke gebraucht und dann sind auch wieder Tage bei, an denen man Nordseewetter hat."

Wer sich den Teil mit dem Nordseewetter ersparen möchte, muss sich weiter südlich orientieren. Julius Augustin vom Reiseportal Urlaubsguru im westfälischen Holzwickede:

"Wenn man dann Richtung Tunesien oder auch Ägypten geht oder natürlich Thailand, da kann man schon auch mit sommerlichen Temperaturen rechnen."

Alternative: längere Pauschalreise an unterschiedliche Orten

Allerdings ist bei der Suche nach passenden Unterkünften Eigeninitiative gefragt. Denn sechs Monate Mittelmeer all inclusive gibt es als Pauschalangebot eher selten, sagt Julius Augustin: 

"Das maximale ist meistens 28 Tage. Das liegt ganz einfach daran, dass der normal arbeitende Mensch nicht so viel Urlaub im Jahr hat." 

Dafür bieten längere Pauschalreisen die Möglichkeit, die unterschiedlichen Überwinterungsziele kennen zu lernen, ohne sich gleich für den ganzen Winter festzulegen:

"Also man muss sich das so vorstellen, dass man beispielsweise vier Wochen Ägypten bucht. Dann kommt man wieder, dann ist man drei Tage zu Hause und hat sich aber vorher schon den vier Wochen Urlaub im Anschluss nach Tunesien gebucht."

Und so weiter, bis es wieder Frühling wird in Deutschland. Das kann sehr preisgünstig sein: "Vier Wochen Türkei mit all inclusive im fünf Sterne Hotel mit Flügen und Transfer, also das Komplettpaket, für 450 Euro."

Gisela und Norbert Wichert überwintern nicht ganz so günstig. Sie zahlen für ihre privat angemietete Wohnung - 70 Quadratmeter mit Meerblick - inklusive Heizung und Strom, knapp 1.000 Euro im Monat. Bei weiter entfernten Zielen kann es noch teurer werden:

"Eine Pauschalreise für 4-12 Wochen Richtung Thailand, also zweieinhalb bis 4.000 Euro kann das schon kosten."

Krankenkassenangebote speziell für die Überwinterung im Ausland

Ebenfalls ein Kostenfaktor ist die Krankenversicherung. Gisela Wichert: "Also wir haben hier ein Ärztezentrum in Cala Millior, wo wir hingehen können. Das sind natürlich Privatärzte, was man privat vorlegen muss und es dann mit der Auslandskrankenversicherung abrechnet."

Der Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung reicht selbst innerhalb der EU meistens nicht aus. Für Überwinterer gibt es deshalb spezielle Auslandsreise-Krankenversicherungen, die mehr als die branchenüblichen sieben oder acht Wochen außerhalb Deutschlands abdecken.

Günstige Angebote kosten dabei etwas über einen Euro pro Reisetag. Ältere Urlauber zahlen zusätzlich Risiko-Aufschläge. Und Routine-Behandlungen und Untersuchungen sollte man sowieso am besten vor der Abreise erledigen:

"Man macht noch die Arztbesuche, man nimmt noch mal einen Zahnarzttermin wahr. Ja gut, zu Hause muss man regeln, dass der Garten in Ordnung ist, dass das Haus in Ordnung gebracht ist."

Sinnvoll ist es beispielsweise mit Nachbarn zu sprechen, damit der Briefkasten regelmäßig geleert wird und sich im Zweifelsfall jemand um das Schneeschieben auf dem Bürgersteig vor dem Haus kümmert.

Ist alles geregelt, dann steht der Überwinterung im Süden nichts mehr im Wege. Norbert Wichert:
"Wenn man hierhin kommt, man denkt, man ist gar nicht weg gewesen. Das ist also wunderbar. Man kennt so viele Leute, auch Spanier, die man kennt mittlerweile und es ist einfach toll."

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