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StartseiteVerbrauchertippAlgenbefall an Fassaden vermeiden21.09.2018

AußendämmungAlgenbefall an Fassaden vermeiden

Gut gedämmte Neu- wie Altbauten sparen Energie und bringen ein angenehmes Raumklima. Doch oft wird die Freude getrübt, wenn sich die Außenfassade schon nach wenigen Monaten verfärbt. Die Ursache ist ein Algen- oder Pilzbefall - doch der lässt sich mit einigen speziellen Maßnahmen vermeiden.

Von Annette Eversberg

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Ein Arbeiter sitzt auf einem Bau-Gerüst und montiert Styropor-Platten an einer Hausfassade.  (Armin Weigel / dpa)
Die Hausfassade sollte vor starker Feuchtigkeit geschützt werden (Armin Weigel / dpa)
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Grüner Algenbelag oder schwarze Pilzspuren auf der Hausfassade sehen alles andere als schön aus. Aber, so Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle:

"Im Grunde genommen sagt das über die Dämmung aus, dass diese sehr gut funktioniert. Denn das, was wir eigentlich mit einer Gebäudedämmung erreichen wollen, ist, dass es innen warm bleibt und außen kalt."

Das Problem ist die Außenhaut des Gebäudes, sagt Andreas Holtfrerich vom Verband Privater Bauherren:

"Weil die Putzschicht, die außen aufgebracht ist, im Grunde genommen durch die Dämmschicht, nicht mehr austrocknet. Im Gegenteil - sie kühlt nachts auch aus, und morgens, wenn sich dann Tauwasser niederschlägt, haftet das auf den Putzfassaden. Bis zu zwei, drei Stunden bleibt die Fassade dann feucht, und in der Zeit können sich dann Stäube in der Fassade fangen, und das gibt dann den Nährboden für Grünalgen und Pilze sozusagen."

Ausrichtung des Gebäudes hat großen Einfluss

Algen- und Pilzbefall lassen sich jedoch verhindern. Deshalb sollten der Bau eines Hauses und die Wahl der Außenfassade genau geplant werden. Zum Standort rät Jan Peter Hinrichs:

"Die Ausrichtung des Gebäudes hat auch großen Einfluss, wie stark die Feuchtigkeit an der Oberfläche ist, und auch der Bewuchs, der um das Gebäude herum ist, spielt da auch eine Rolle."

An den Wänden in Südrichtung mit ausreichend Sonne gibt es weniger Probleme mit Pilz- oder Algenbefall. Anders an Wänden, die nach Norden oder Osten ausgerichtet sind. Dort dauert es länger, bis sie nach starkem Regen oder einer kalten Nacht wieder trocknen.

Wer neu baut, sollte genau überlegen, wo Bäume oder Sträucher gepflanzt werden, sodass auch hier keine Feuchtigkeitszonen in unmittelbarer Nähe des Hauses entstehen. Am besten ist es jedoch, Regen und Feuchtigkeit generell vom Haus wegzuhalten, rät Baufachmann Andreas Holtfrerich.

"Wasser vom Haus, beziehungsweise von der Fassade weghalten kann ich am besten durch Dachüberstände. Wenn geringe Dachüberstände gewünscht sind - im Bauhausstil hat man ja häufig gar keine Dachüberstände mehr, bei Flachdachbauten - dass man zumindest vernünftige Abtropfkanten hat oben im Bereich, also Abtropfprofile, die ausreichend Abstand von der Fassade haben, um die Fassade so vor Witterungseinflüssen zu schützen."

Ziegelfassade bei feuchtem Umfeld günstiger

Wer eine geputzte Fassade plant, dem empfiehlt Andreas Holtfrerich, lieber auf dünne Putzschichten von nur wenigen Millimetern Dicke zu verzichten. Auch wenn das bis zu 30 Prozent mehr pro Quadratmeter Außenfläche kosten kann.

"Es gibt Dickschichtsysteme an Putzen, die haben Schichtstärken von bis zu 1,5 Zentimeter. Die regulieren die Feuchtigkeit und da ist auch kein Feuchtigkeitsfilm auf der Fassade. Das ist der große Vorteil."

Das empfiehlt sich vor allem bei der Dämmung von Altbauten. Denn hier lassen sich Standort und die Nähe zu Wald oder Gärten nicht mehr verändern. Wo es besondere Probleme mit Feuchtigkeit gibt, sollte man auf eine Putzfassade verzichten und sich lieber für eine Ziegelfassade entscheiden, so der Bausachverständige.

"Wenn man eine Verblend- oder Ziegelfassade hat, hat man im Prinzip Oberflächenstärken in der Außenverkleidung von bis zu 11,5 Zentimeter, was so ein klassisches Ziegelmaß ist. Und der Ziegelstein hat natürlich je nach Art, wie er gebrannt ist, auch noch mal die Möglichkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen beziehungsweise zu speichern. Tagsüber, wenn er sich aufgeheizt hat, nimmt er die Wärme sozusagen bis in die Nacht mit hinein."

Um also nicht nur energieeffizient zu dämmen, sondern auch eine schöne Hausfassade zu haben, sind Schutz des Hauses vor Regen und eine feuchtigkeitsregulierende Außenhaut erforderlich. So lassen sich Grünalgen und schwarzer Pilzbefall am besten verhindern.

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