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Ausstand der FlugbegleiterLufthansa-Streik trifft 113.000 Passagiere

Eine Flugbegleiterin steht in der Economy Class im Airbus A380 nach der Landung in München. (dpa / picture-alliance / Tobias Hase)
Eine Flugbegleiterin steht in der Economy Class im Airbus A380 nach der Landung in München. (dpa / picture-alliance / Tobias Hase)

Der Streik des Kabinenpersonals der Lufthansa trifft immer mehr Reisende. Mehr als 110.000 Passagiere sind heute betroffen, denn an drei der wichtigsten deutschen Flughäfen fallen mehr als 900 Flüge aus - und das ist nur der Anfang.

Die Kabinengewerkschaft Ufo weitet ihre Streiks nach einem Tag Pause erneut aus. An den Flughäfen Frankfurt und Düsseldorf legt das Kabinenpersonal die Arbeit bis 23.00 Uhr nieder, in München bis Mitternacht. "Alle Lufthansa-Flüge, die an einem dieser Flughäfen starten oder landen sollen, werden bestreikt", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, in Frankfurt.

Nach Lufthansa-Angaben fallen 929 der für Montag ursprünglich geplanten 3000 Verbindungen aus, rund 113.000 Passagiere seien davon betroffen. Dagegen könnten 70 Prozent der Flüge wie geplant stattfinden.

Die Fluggesellschaft hat einen Notflugplan eingerichtet. "Lufthansa entschuldigt sich bei allen ihren Kunden, die morgen von diesem Streik betroffen sind", erklärte das Unternehmen. Auf innerdeutschen Strecken können die Passagiere alternativ mit Zügen der Deutschen Bahn reisen. Betroffen von dem Streik ist nur die Konzernmutter Lufthansa, dagegen nicht die Tochtergesellschaften Swiss, Austrian Airlines, Germanwings, Eurowings, Air Dolomiti und Brussels Airlines.

In Frankfurt gestrandet

Am Wochenende hatten sich an den Lufthansa-Umbuchungsschaltern lange Schlangen von Reisenden gebildet, deren Flüge annulliert waren. Rund 1.600 Reisende hatten unfreiwillig die Nacht zum Samstag in Frankfurt verbracht. Die Lufthansa hatte für sie Hotelzimmer gebucht.

Langer Tarifkonflikt

Die Tarifverhandlungen für die Stewardessen und Stewards der Lufthansa ziehen sich seit zwei Jahren hin. Strittig sind vor allem die komplexen Regelungen zu Betriebs- und Übergangsrenten von rund 19.000 Flugbegleitern. Die Fluggesellschaft hatte am Wochenende betont, sie stehe jederzeit und ohne Vorbedingungen für die Wiederaufnahme von Gesprächen zur Verfügung. Daran glaubt die Gewerkschaft aber nicht. Die Lufthansa bekämpfe alle ihre Tarifpartner, sagte Ufo-Chef Baublies: "Der Vorstand muss hier einen Weg zurück zur Gemeinsamkeit ermöglichen."

Heute Abend will der Konzern über Ergebnisse von Beratungen des Vorstands informieren.

(sdö/fwa)

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