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StartseiteKultur heuteWarum Hitler zu Hitler wurde03.07.2020

Ausstellung in ÖsterreichWarum Hitler zu Hitler wurde

Welche Rückschlüsse lassen Kindheit und Jugend eines späteren Diktators zu? Eine Ausstellung in Österreich spürt Adolf Hitlers "prägenden Jahren" 1889 bis 1914 nach. Die Schau frage, "wo das alles herkommt, was letztlich in den Zweiten Weltkrieg geführt hat", sagte Christian Rapp vom Haus der Geschichte Niederösterreich im Dlf.

Christian Rapp im Gespräch mit Beatrix Novy

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Klassenfoto mit Adolf Hitler in der vierten Volksschulklasse (um 1899). (ÖNB Österreichische Nationalbibliothek)
Klassenfoto mit Adolf Hitler (oben Mitte) in der vierten Volksschulklasse, um 1899 (ÖNB Österreichische Nationalbibliothek)
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Die Ausstellung "Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte Niederösterreich in St. Pölten beschäftigt sich mit der Kindheit und Jugend Adolf Hitlers. 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sei es ein guter Anlass gewesen, zu fragen, "wo das alles herkommt, was letztlich in dieses Jahr 1945, in den Zweiten Weltkrieg geführt hat", so der Historiker Christian Rapp, wissenschaftlicher Leiter des Museums.

Die Frage sei bislang eigentlich auch noch nie gestellt worden in Österreich. Das decke sich mit den Geschichtslücken, die Österreich habe, wenn es um die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg gehe. Man wollte sich, so Rapp, auch mit der Frage beschäftigen, woher das völkische Denken, woher der Hass auf Juden und Minderheiten überhaupt kam.

Neues Material zusammengetragen

Wahrscheinlich habe Hitler schon in seiner Zeit in Linz einer antisemitischen Organisation angehört, das belegen neue Dokumente in der Ausstellung. Lange Zeit sei aber der Hass auf die slawische Bevölkerung dominanter gewesen. Erstaunlich viel neues Material konnte man zusammentragen, so Christian Rapp. Zeichnungen, Meldezettel für Wohnungen, in denen Adolf Hitler sich eingemietet hatte, die neue Rückschlüsse auch auf seine finanzielle Situation zulassen.

Ideologien der Zeit werden beleuchtet

Insgesamt sei die Ausstellung eher spartanisch, man habe sich den "die Gesellschaft prägenden Strömungen, die vor dem Ersten Weltkrieg schon virulent waren", gewidmet, erklärt Christian Rapp. Dem Imperialismus, Rassismus, Antisemitismus, Antifeminismus.

Details kämen dennoch nicht zu kurz: Wie auf einem Klassenfoto der Volksschule zu sehen ist, trug der Schüler Adolf schon mit zehn Jahren den Seitenscheitel auf der rechten Seite.

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