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StartseiteMusikjournal„Praetorius war medial auf der Höhe der Zeit“05.07.2021

Ausstellung über Komponisten„Praetorius war medial auf der Höhe der Zeit“

Der Komponist Michael Praetorius wirkte in der Übergangszeit von der Renaissance zum Barock. Er habe nicht nur anlassbezogene Kirchenmusik komponiert, sondern an seine Zeitgenossen gedacht, „die er mit Musik versorgen wollte“, sagte der Wissenschaftler Sven Limbeck im Dlf.

Sven Limbeck im Gespräch mit Raoul Mörchen

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Eine historische Bildmalerei eines Mannes im mittelalterlichem Gewand und lockiger Haartracht. (Imago / imagebroker )
Michael Praetorius war Komponist, Organist, Hofkapellmeister und Musiktheoretiker um 1600 (Imago / imagebroker )
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Musiker und Gelehrter Michael Praetorius Vermittler zwischen Renaissance und Barock

"Praetorius war ein systematischer Denker, aber auch jemand, der systematisch komponiert hat", erklärte der stellvertretende Leiter der Abteilung Handschriften und Sondersammlungen der Herzog August Bibliothek, Sven Limbeck. Praetorius habe sich wohl nicht nur zum Ziel gesetzt, den Hof und die Kirche, für die er arbeitete, mit Musik auszustatten, "sondern er wollte eigentlich die gesamte deutsche protestantische Kirchenmusik reformieren." Deshalb gab er vieles in den Druck. Einige dieser Drucke werden anlässlich des 400. Todestages von Praetorius (1571-1621) in der Ausstellung "Musik der Übergänge" im Wolfenbütteler Lessinghaus präsentiert. 

Im Übergang zwischen Renaissance und Barock

Der Komponist lebte von 1571 bis 1621 und erlebte wie sich die Musik entwickelte, wie die Einführung des Generalbasses und die venezianische Mehrchörigkeit. Diese vornehmlich in Italien entstandenen Neuerungen habe Praetorius zum Beispiel durch Notendrucke wahrgenommen, habe sie studiert und in sein eigenes Werk einfließen lassen, erklärte Limbeck.

Im Werk des Komponisten sei aus der Mischung aus protestantischer Tradition und italienischen Einflüssen etwas ganz eigenes entstanden, so Limbeck. "Es entsteht eine Musik von einer Sinnlichkeit, die man den deutschen Komponisten und den Mittel- oder Norddeutschen eigentlich gar nicht so zutraut. Aber es ist eine Musik, die grundsätzlich der Verkündigung des Wortes Gottes dient. Es ist also wirklich weit überwiegend gottesdienstliche Musik."

Historische Zeichnung eines Mannes mit lockigen Haaren und Umhang mit üppigen Kragen.  (IMAGO / imagebroker) (IMAGO / imagebroker)Michael Praetorius – Musiker und Gelehrter in Personalunion
Michael Praetorius gab mit seinen facettenreichen Werken der Musik seiner Zeit ganz neue Impulse. Der Komponist starb vor 400 Jahren.

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