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StartseiteCorsoSprung in die 20er-Jahre13.12.2018

Ausstellung über Weimarer FilmkunstSprung in die 20er-Jahre

Die Ausstellung „Kino der Moderne“ in Bonn widmet sich der Zeit der Weimarer Republik. Damals entstanden Filmklassiker wie „Metropolis“ oder „Menschen am Sonntag“. Der deutsche Film sei in den 20ern eine ernstzunehmende Konkurrenz zu Hollywood gewesen, sagte Kuratorin Kristina Jaspers im Dlf.

Kristina Jaspers im Corsogespräch mit Christoph Reimann

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Regisseur Fritz Lang und Crew am Set von "Frau im Mond" aus dem Jahr 1929 (imago/ZUMA Press)
Regisseur Fritz Lang und Crew am Set von "Frau im Mond" aus dem Jahr 1929 (imago/ZUMA Press)
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Ein Grund für die Popularität des deutschen Kinos auch im Ausland sei die Innovationsfreude gewesen, sagte Kristina Jaspers von der Deutschen Kinemathek. Darunter falle auch die Großaufnahme. Diese Technik ermögliche uns heute, "emotional in die Zeit hineinzuspringen". Wir könnten erfahren, wie vielfältig die Gesellschaft damals aufgebaut gewesen sei.

"An der Zensur vorbei erzählen"

Die Ausstellung greife Themen wie Mode, Arbeitswelten oder Gender auf. "Zum einen bildet der Film die Realität ab, greift die Themen der Gesellschaft auf. Als Leitmedium kann er eben auch Themen setzen und Diskurse verstärken", erklärte Jaspers die Bedeutung des Films.

Wir haben noch länger mit Kristina Jaspers gesprochen – hören Sie hier die Langfassung des Corsogesprächs

Direkt nach dem Ersten Weltkrieg habe es ein kurze zensurfreie Zeit gegeben. Später hätten Filmemacher und Filmemacherinnen kontroverse Themen kaschieren müssen. "Wir haben zum Beispiel einige Filme gefunden, die sich mit dem Paragraphen 218 beschäftigen, also zum Thema Schwangerschaftsabbruch. Da musste man natürlich schon sehr geschickt an der Zensur vorbei erzählen."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Die Ausstellung "Kino der Moderne" wird bis zum 24. März in der Bundeskunsthalle Bonn gezeigt. Vom 20. Juni bis zum 1. Oktober ist sie in Berlin in der Deutschen Kinemathek zu sehen.

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