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StartseiteVerbrauchertippAutofahren mit Flatrate22.02.2019

Auto-AbosAutofahren mit Flatrate

Wie für das Smartphone gibt es inzwischen auch für das Auto Flatrates: Autofahren für einen fixen Monatsbeitrag. Steuer, Versicherung, Inspektion - in den meisten Fällen ist bei den Auto-Abos fast alles inklusive, doch wie so oft steckt die Tücke im Detail.

Von Ehrhardt Mischa

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Heck (Ausschnitt) eines SUV Skoda Kodiaq (CTK Photo/Rene Fluger)
Car-Abos: Autofahren mit Monatsgflatrate (CTK Photo/Rene Fluger)
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Autofahren, so einfach, wie Fernsehserien auf Videoplattformen im Internet anschauen. Damit wirbt ein Anbieter für seine Variante des Auto-Abos. Der Vorteil grundsätzlich bei solchen Auto-Abonnements: Einmal abgeschlossen, muss man sich um fast nichts mehr kümmern.

"Diese umfasst dann wirklich alles, von Steuer bis zur Reparaturen. Und dann stellt das Unternehmen, bei dem man dieses Abo abschließt, dieses Auto zur Verfügung dass man ganz normal nutzen kann und man zahlt dafür monatlich", sagt Kai-Oliver Kruske von der Verbraucherzentrale Hessen. Bei einem Leasing-Auto zahlt man zwar auch monatliche Raten, steckt aber gewöhnlich in einem längeren Vertragsverhältnis. Zudem muss man sich um die Anschaffung des gewünschten Fahrzeuges kümmern.

Bei Auto-Abos dagegen steigt man in ein fertig geschnürtes Paket ein, in dem fast alles inklusive ist, sodass man vergleichsweise unbekümmert fahren kann: Steuern, Zulassung, Haftplicht, Kaskoschutz, regelmäßige Inspektionen in der Werkstatt, der TÜV und meist auch Reifenwechsel im Sommer und im Winter. Manchmal ist sogar das Tanken inklusive.

Konkrete Angebote genau anschauen

Anbieter gibt es mittlerweile viele: Von Startups wie "Like2drive", "Cluno" oder "Faaren" über bekannte Autovermieter bis hin zu den Autokonzernen selbst, die in diesem Bereich Versuche gestartet haben. Obwohl in den meisten Angeboten fast alles inklusive ist, was man rund um das Auto braucht, sollte man sich das konkrete Angebot natürlich genau anschauen. Wie immer steckt die Tücke im Detail.

"Das fängt schon damit an, dass sich die Versicherungsbedingungen unterscheiden können, was den Selbstbehalt angeht, falls ein Schaden auftritt oder man einen Unfall hat. Das geht weiter über: Was ist eigentlich mit Strafzetteln? Bei einigen gibt es fixe Arbeitspauschalen, die die Anbieter verlangen, zum Beispiel wenn man geblitzt wird. Und vor allen Dingen wichtig ist natürlich die Laufzeit."

Nicht alle Angebote rechnen sich

Manche dieser Verträge sind monatlich kündbar, bei einigen kann die Kündigungsfrist aber auch über mehrere Monate gehen. Car-Abos sind verglichen mit einem selbst gekauften Fahrzeug relativ teuer. Denn die Anbieter lassen sich den Service natürlich bezahlen. So lohnen sich die Auto-Abos vor allem für Menschen, die einen begrenzten Zeitraum an einem Ort mobil sein müssen.

Achten muss man auf mögliche Kilometerbegrenzungen und darauf, wer das Auto fahren darf: Nur der Abonnent? Oder auch Familienmitglieder? Der Auto-Experte der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer, hat Car-Abos vor kurzem untersucht. Und dabei im unteren Segment sogar ein Angebot gefunden, wo der Vergleich des Autokaufes und das Car-Abo sich in etwa die Waage halten: "Wir hatten ja gesehen bei einem Anbieter den wir da rausgesucht haben, rechnet sich das für den Kunden. Der Kunde gibt eigentlich alle Risiken ab, die damit verbunden sind - und das zu Preisen, die eigentlich sehr gut sind."

Unter Umweltaspekten schließlich macht es keinen großen Unterschied, ob man sich ein Auto kauft oder per Car-Abo mietet. Gelegenheitsfahrer, die etwas für die Umwelt tun wollen, sollten dann eher darüber nachdenken, welche Möglichkeiten es gibt, sich mit anderen Menschen ein Auto zu teilen. Oder sich bei Bedarf auf die herkömmliche Art ein Auto zu mieten.

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